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Mit dem Fahrrad durch den Winter

Mit dem Rad durch den Winter - Tipps für die kalte Jahreszeit

Mit dem Fahrrad durch den Winter - das ist vielleicht an manchen Tagen etwas kühl. Aber technisch kein Problem, wenn man ein paar Dinge beachtet. Und in Corona-Zeiten soll es ja auch eine gute Idee sein, sich nicht in gut gefüllte Öffentliche Verkehrsmittel zu stellen. Also warum nicht auch im Winter auf dem Fahrrad weiterfahren.

Unsere Tipps: So kommt ihr auch mit dem Drahtesel gut durch den Winter...

Einmotten ist kein Problem

Wer sein Bike in der kalten Jahreszeit überhaupt nicht bewegt, hat keine Sorgen. Ein bisschen Öl noch hier und da und gut ist. Fachmann Steffen Ross vom "Rad-Haus" in Darmstadt macht es kurz...

Am wichtigsten: Kette und Reifen

Steffen Ross, Geschäftsführer "Rad-Haus" in Darmstadt

Steffen Ross sagt übrigens auch: Es ist kein Problem, das Fahrrad über Winter die ganze Zeit an einem Fleck stehen zu lassen. Anders als beim Auto drückt da ja nicht so viel Gewicht auf die Reifen.

So wird das Rad winterfit

© Freepik

Ein gut gepflegtes Rad hat sauber eingestellte Bremsen, gut festgezogene Teile, richtigen Luftdruck, keine Achter und keine klappernden Schutzbleche - sommers wie winters, das ist klar. Ein paar Sachen erfordern im Winter aber besondere Aufmerksamkeit.

Licht - sollte gehen und richtig eingestellt sein. Und eine Automatik haben, die auch bei stehendem Rad das Licht eine Zeit weiterleuchten lässt. Reflektierende Reifen und/oder reflektoren in den Speichen sorgen dafür, dass man auch von der Seite gut zu sehen ist. Die althergebrachten Dynamos, die man bei Bedarf ans Rad klappt, sind bei Schneematsch oft nicht in der Lage, vernünftig Energie zu erzeugen. Besser man hat einen der moderneren Naben- oder Speichen-Dynamos.

Reifen - Profil ist bei nasser, schmutziger oder schneebedeckter Fahrbahn extra wichtig. Ein leicht niedrigerer Luftdruck und etwas breitere Reifen helfen auch in Sachen Grip. Die superschlanken Rennradreifen sind im Winter keine gute Wahl.

Kette und Schaltung -  Fahrradketten und Streusalz sind Erzfeinde. Eine gut gefettete Kette und Zahnräder sind im Winter unabdingbar, auch die Züge wollen geölt sein. Nabenschaltungen sind nicht so anspruchsvoll, aber schaden tun ein paar Tropfen Öl nie.

Schloss - wenn das einfriert, bekommt man das auch mit der richtigen Zahlenkombination oder dem richtigen Schlüssel nicht auf. Am besten mit Teflonspray vorbeugen.

Sattel - im Winter am besten etwas niedriger einstellen - man sollte zur Sicherheit schnell und richtig mit den Füßen auf den Boden kommen. Und wer sich im Sommer über seinen gemütlichen Gelsattel freut, erlebt im Winter vielleicht, wie hart so ein Sattel werden kann, wenn das Gel friert.

E-Bike im Winter

Was für normale Räder gilt, gilt auch für E-Bikes, aber es kommt was wichtiges dazu...

Akkus hassen Kälte!

Bei niedrigen Temperaturen sinkt deine Reichweite teils deutlich, bei Minusgraden können über 30% der Leistung verloren gehn. Am wohlsten und leistungesfähigsten fühlt sich ein Akku im Trockenen und bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sollte man ihn in jedem Fall ins Wärmere mitnehmen.

Das gilt noch mehr beim Ladevorgang: Ein kalter Akku kann nicht ganz vollgeladen werden, bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt kann er durchs Laden sogar beschädigt werden.

Radfahren im Winter

© Freepik

In der kalten und dunklen Jahrszeit ist Radfahren ein bisschen anspruchsvoller als bei 25 Grad an hellen Sommertagen - das ist klar. Diese Tipps lassen dich auch im Winter gut voran- und ankommen...

Licht an - auch am Tage kanns im Winter ganz schön düster sein, besser man nutzt die Beleuchtung am Rad auch tagsüber für ein bisschen mehr Gesehenwerden - und damit für mehr Sicherheit.

Langsamer fahren - vor allem, wenn man sich Kreuzungen, Kurven oder andere Streckenveränderungen nähert, sollte man sich durch Verzicht auf Geschwindigkeit mehr Zeit zum richtig Reagieren und Bremsen gönnen. Auch mehr Abstand zu allen anderen Verkehrsteilnehmern ist wichtig.

Helm auf - ist natürlich immer besser, aber die Wahrscheinlichkeit zu stürzen ist bei glatten Straßen nunmal höher - und der Helm umso wichtiger.

Früher bremsen - ist die Straße nass oder gar vereist, ist der Bremweg deutlich länger. Auch die Gefahr, dass das Vorderrad blockiert, ist auf glatten Wegen höher - dann geht's zwar nicht wie im Sommer übern Lenker - aber gestürzt wird trotzdem. Sanfter und früher bremsen, beide Bremsen benutzen. Und immer mal zwischendurch kurz anbremsen, damit Felgen oder Bremsscheiben trocken und sauber sind und die Bremse bei Bedarf auch zieht.

Bei Glatteis nicht bremsen - wenn es der Verkehr zulässt, möglichst geradeaus ausrollen lassen - und schieben, bis die Strecke wieder besser wird.

Ist der Radweg nicht geräumt - darf man im Winter auf die geräumte Fahrbahn ausweichen.

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