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Wie wichtig ist die Grippe-Impfung im Corona-Jahr?

Grippe-Schutz im Corona-Jahr - Soll ich mich dieses Jahr impfen lassen?

Vom Thema Krankheiten haben wir dieses Jahr mit der Corona-Pandemie wahrlich genug gehabt. Trotzdem steht jetzt mit Beginn des Winters die gute alte Grippe in den Startlöchern. Im Gegensatz zum Corona-Virus gibt es gegen die Grippe allerdings einen Impfstoff. Ist eine Impfung darum dieses Jahr besonders wichtig?

Die Grippe ist für uns ein alter Bekannter: Jedes Jahr aufs Neue bricht sie wieder aus - aber im Gegensatz zum Corona-Virus besitzen wir für die Grippe eine Verteidigung in Form eines Impfstoffes, der in vielen Fällen eine Infektion verhindern und die Ausbreitung eindämmen kann. Darum empfiehlt die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes auch dieses Jahr sich gegen die Grippe impfen zu lassen, wenn man zu einer Risikogruppe gehört. Dies ist für sich genommen nichts Besonderes, diese Empfehlung gibt es jedes Jahr. Trotzdem ist die Impfquote seit Jahren niedrig, doch jetzt während der Corona-Pandemie überdenken einige ihre Entscheidung.

In wie fern hilft eine Grippe-Impfung während der Corona-Pandemie?

Vorweg: Dagegen sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, hilft eine Grippe-Impfung allen Erkenntnissen nach nicht. Allerdings kann die Impfung verhindern, dass der Körper im schlimmsten Fall mit zwei Infektionen gleichzeitig kämpfen muss. Wie genau sich im Körper eine gleichzeitige Corona- und Grippe-Infektion auswirkt, darüber gibt es allerdings bisher noch keine Erkenntnisse. Eine zusätzliche Gefahr ist aber vor allem die Doppelbelastung für das Gesundheitssystem. Sollte es neben der Corona-Pandemie auch noch zu einer schlimmen Grippewelle in diesem Jahr kommen, so könnte dies zu Versorgungsengpässen führen. Eine hohe Impf-Quote bei besonders gefährdeten Personen könnte dieses Szenario verhindern.

Hausarzt Dr. Christoph Klein-Galczinsky im FFH-Gespräch

Dr. Klein-Galczinsky, warum sollte ich mich impfen lassen?

Dr. Klein-Galczinsky, lassen sich dieses Jahr mehr Menschen impfen?

Wer sollte sich gegen die Grippe impfen lassen?

Das Robert Koch Institut empfiehlt einer Grippeimpfung für alle Menschen über 60. Außerdem sollten sich Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten oder Diabetes impfen lassen. Auch Personen, die wegen ihres Berufes ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, wird eine Impfung empfohlen. Dies sind zum Beispiel medizinisches Personal oder Menschen die auf ihrer Arbeitsstelle viel Publikumsverkehr haben. Im Zweifel hilft der Hausarzt bei der Einschätzung, ob eine Grippe-Impfung empfohlen ist.

Sollte ich mich dieses Jahr gegen die Grippe impfen lassen?

"Eine Grippeimpfung ist immer empfehlenswert, wenn man zur Risikogruppe gehört", sagt Dr. Anneke Hecke vom Gesundheitsamt Kassel. Denn die Grippe ist keine harmlose Krankheit - jedes Jahr sterben weltweit tausende Menschen an Komplikationen, die mit einer schweren Grippe-Infektion zusammenhängen. Und in diesem Jahr kommt mit den Zweifeln, ob man vielleicht doch am Coronavirus erkrankt ist, noch eine zusätzliche psychologische Belastung für einen selber und das Umfeld hinzu.

Auch wer nicht zur Risikogruppe gehört, kann sich gegen die Grippe impfen lassen. Auch wenn das Robert-Koch-Institut dies nicht explizit empfiehlt, sagen die Experten ebenfalls, dass generell nichts dagegen spricht. Hierzu sollte man am Besten mit dem Hausarzt sprechen.

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Warum wird die Impfung nicht allen empfohlen?

Eine Grippe verläuft bei gesunden Kindern und Erwachsenen unter 60 Jahren in der Regel ohne schwere Komplikationen. Darum ist eine Impfung der kompletten Bevölkerung nicht notwendig, dies wäre mit den vorhandenen Impfstoffdosen auch gar nicht zu bewerkstelligten. Deswegen lautet die Schlussfolgerung der Experten: Der größte Effekt wird erzielt, wenn sich Risikogruppen impfen lassen.

Ich habe mich letztes Jahr geimpft, muss ich mich wieder impfen lassen?

Eine Grippe-Impfung aus dem letzten Jahr bietet keinen ausreichenden Schutz mehr. Das Grippevirus ist sehr mutationsfreudig. Das heißt: Die Grippeviren die uns nun erwarten, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas anders als noch in der letzten Saison. Darum muss jedes Jahr der Impfstoff angepasst werden.

Wo bekomme ich die Impfung und was kostet sie?

Die Grippeimpfung verabreicht der Hausarzt. Für Patienten aus Risikogruppen werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Aber auch bei Nicht-Risikopatienten zahlen viele Krankenkassen die Impfung, hier am Besten bei der Krankenkasse anfragen. Falls die Kasse die Impfung nicht übernimmt, werden Kosten von ca. 40 Euro fällig.

Übrigens: Auch wer sich nicht impfen lässt, kann etwas gegen die Grippe tun. Denn die Hygienemaßnahmen wie Abstand halten und regelmäßiges gründliches Hände waschen helfen nicht nur bei Corona, sondern beugen auch Grippe-Infektionen vor.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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