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US-Wahl: Die zwei Kandidaten unter der Lupe

US-Wahl: Trump und Biden - Die zwei Kandidaten im Standpunkt-Check

Der Kampf ums Weiße Haus geht in die Endphase: Bereits am 3. November wird entschieden, ob Republikaner Donald Trump für eine zweite Amtszeit zurück nach Washington kehren darf oder ob sein demokratatischer Rivale Joe Biden das Zepter übernimmt. Eine Entscheidung, welche den gesamten Globus beeinflussen wird. Wir zeigen Ihnen auf, wo die beiden Kandidaten zu den Themen Corona, Krankenkasse, Klimawandel und Einwanderung stehen. 

Standpunkt 1: Corona-Virus

Das Coronavirus hat die USA hart getroffen. Fast 9 Millionen postitiv getestete Fälle und weit über 200.000 Todesopfer sprechen eine klare Sprache: Klar, dass die weltweite Pandemie auch das Wahlkampfthema bei den US-Wahlen ist. 

Donald Trump

Donald Trump ist gegen eine landesweite Maskenpflicht. Testmaßnahmen, obwohl kostenlos von der Regierung angeboten, sind Aufgabe der Bundesstaaten. Trump will alle Schulen wieder öffnen. Schulbezirken, die nicht öffnen wollen, sollen Fördermittel gestrichen werden. In der Vergangenheit bezeichnete Trump das Virus in der Öffentlichkeit mehrfach als "Schwindel". Für die Verbreitung des Erregers gibt Trump China die Schuld. Trump selbst war bereits mit dem Virus infiziert.

Joe Biden

Joe Biden möchte die Wirtschaft wieder ankurbeln. Allerdings nur, wenn landesweite Test- und Kontaktverfolgungsmaßnahmen verfügbar sind. Schulen sollen geöffnet werden, wenn persönliche Schutzausrüstungen vorhanden sind. Kleinunternehmen will er mit den notwendigen Ressourcen ausstatten, damit diese wieder öffnen können. Er spricht sich zudem für finanzielle Rettungspakete aus. Joe Biden ist für eine landesweite Maskenpflicht.

Standpunkt 2: Krankenversicherung

Die USA geben doppelt so viel Geld für ihr Gesundheitswesen aus, wie andere Länder. Dennoch: die Lebenserwartung ist in den USA geringer und die Kindersterblichkeit höher. Klar, dass da das Thema "Krankenversicherung" neben Corona die vielleicht wichtigste Rolle im US-Wahlkampf spielt. Großer Streitpunkt dabei: Obamacare. Ein Bundesgesetz, das von Barack Obama in seiner zweiten Amtszeit eingeführt wurde und das jeden Bürger verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen.

Donald Trump

Eines von Donald Trumps großen Wahlkampfversprechen vor vier Jahren war, das Bundesgesetz "Affordable Care Act", genannt Obamacare, außer Kraft zu setzen und durch einen republikanischen Plan zu ersetzen. Ein detaillierter Plan wurde bislang nicht ausgearbeitet oder vorgelegt. Verschreibungspflichtige Medikamente und Versicherungsbeiträge sollen mit Trump preiswerter werden.

Joe Biden

Joe Biden möchte den „Affordable Care Act“ weiter ausbauen. Mehr Menschen sollen so die Möglichkeit bekommen, sich einen gesetzlichen Versicherungsplan auszusuchen. Biden möchte kein System einführen, das für alle gilt. Das allgemeine Eintrittsalter für "Medicare", die Krankenversicherung für ältere oder behinderte Bürger, soll von 65 auf 60 Jahre gesenkt werden.

Standpunkt 3: Klimawandel

Auch im Thema Klimawandel könnten die Positionen der beiden Kandidaten nicht weiter auseinander liegen. Während Donald Trump den Klimawandel mehrfach als "Schwindel" abgetan hat, möchte Joe Biden diesem aktiv entgegenwirken.

Donald Trump

Der Plan des Präsidenten, um Klimawandel zu bremsen, ist einfach: Es gibt keinen. Donald Trump ist ein sogenannter Klimawandel-Leugner. Trump hat daher die USA aus dem Klimaabkommen von Paris austreten lassen, die Kohleindustrie unterstützt er aktiv und viele umweltpolitische Verordnungen aus der Obama-Ära wurden bereits revidiert. So hat Trump die Abholzung von Wäldern in Alaska freigegeben oder den Abbau von Uran in der Nähe des Grand Canyon forciert. 

Joe Biden

In seinem Wahlprogramm hat Joe Biden ein zwei Billionen Dollar schweres Maßnahmenpaket angekündigt: Biden will bis 2035 die gesamte Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen speisen und die USA soll bis spätestens 2050 emissionsfrei sein. Dem Klimaabkommen von Paris möchte er wieder beitreten. Biden sieht die USA in einer wichtigen Rolle im Kampf gegen den Klimawandel.

Standpunkt 4: Migration

Es war das große Thema des Wahlkamps 2016: Migration und illegale Einwanderer. Aufgrund von Corona ist dieses große Streitthema von Republikanern und Demokraten etwas in den Hintergrund gerückt. Wohl auch zum Vorteil Trumps. Seine berüchtigte Mauer zu Mexiko ist nämlich noch weit von einer Fertigstellung entfernt.

Donald Trump

Trumps Wahlversprechen aus dem Jahr 2016: der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Die Umsetzung läuft sehr schleppend. Der Präsident wünscht sich zudem eine umfassende Einwanderungsreform, die auf dem Leistungsprinzip basiert. Ein Gesetz namens "Dream Act", das Einwanderer-Kinder schützt, die illegal über die US-Grenze gekommen sind, will Trump auslaufen lassen. Trump möchte "Millionen von Einwohnern" abschieben. Allerdings wurden während seiner Präsidentschaft weniger Menschen abgeschoben, als während der seines Vorgängers Barack Obama.

Joe Biden

Joe Biden macht sich für eine umfassende Einwanderungsreform stark. Er würde Trumps präsidiale Verfügung rückgängig machen, die die Einreise aus diversen Ländern erschwert, deren Bevölkerung zu einem Großteil aus Muslimen besteht - der sogenannten "Muslim ban". Einwanderern ohne gültige Papiere will er es unter bestimmten, noch nicht bekannten Umständen ermöglichen, Bürger des Landes zu werden. Gleiches gilt für Menschen, die als Kinder illegal über die Grenze kamen, die sogenannten "Dreamer", die derzeit noch durch den "Dream Act" geschützt sind.

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