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Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

Hessens größte Impf-Aktion - FFH beantwortet die wichtigsten Fragen

© dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat in Hessen die größte Impfaktion seiner Geschichte begonnen. FFH beantwortet hier die wichtigsten Fragen zu dem Mammut-Projekt.

Wie sehen die ersten Wochen konkret aus?

© Sozialministerium Hessen

Die zunächst wenigen Impfdosen werden in Hessen in drei Phasen verteilt.

Phase 1: Mobile Teams gehen in Alten- und Pflegeheime. Außerdem wird Personal in Schwerpunktkliniken geimpft.

Phase 2: Die regionalen Impfzentren in Kassel, Heuchelheim bei Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt öffnen am 19. Januar. Hier kann sich zunächst jeder impfen lassen, der zur Risikogruppe 1 gehört, aber nicht im Heim lebt. 

Phase 3: Alle Impfzentren in Hessen öffnen und es wird prioritär nach Risikogruppen geimpft. Dafür ist der 9. Februar vorgesehen.

Wer wird wann geimpft?

1. Gruppe: Schutzimpfungen mit höchster Priorität

  • Personen ab dem 80. Lebensjahr
  • Personen in Alten- und Altenpflegeeinrichtungen (Mitarbeiter und Bewohner)
  • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Covid-19-Expositionsri-siko (insb. Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste)
  • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in denen Personen behandelt werden, bei denen eine Covid-19-Infektion schwere bzw. tödliche Verläufe erwarten lässt (insb. Hämato-Onkologie, Transplantationsmedizin)

2. Gruppe: Schutzimpfungen mit hoher Priorität

  • Personen ab dem 70. Lebensjahr
  • Personen mit besonderem Risiko eines schweren oder tödlichen Infektionsverlaufs (Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung und Organtransplantierte)
  • Personen in Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind

3. Gruppe: Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität

  • Personen ab dem 60. Lebensjahr
  • Personen, bei denen aufgrund einer bestimmten chronischen Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, welches keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut
  • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz,
  • Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen,
  • Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind,
  • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder der Fleischverarbeitenden Industrie,
  • Personen, die im Einzelhandel tätig sind.

Erst danach sollen auch alle anderen Menschen geimpft werden - wenn sie dies möchten.

Wie sieht der zeitliche Ablauf aus?

Die ersten Impfungen haben in Deutschland am 26. Dezember begonnen. Zu Beginn impfen mobile Teams in Alten- und Pflegeheimen und das Personal in Schwerpunktkliniken. Zum Jahresewechsel hatten sich in Deutschland laut Robert-Koch-Institut fast 166.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

Am 19. Januar öffnen laut Landesregierung in Hessen die ersten sechs von insgesamt 28 regionalen Impfzentren - in Kassel, Heuchelheim bei Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Sobald mehr Impfstoffdosen zur Verfügung stehen, sollen dann auch die weiteren 22 hessischen Impfzentren ihre Arbeit aufnehmen und die Impfungen werden entsprechend der Risikogruppen ausgeweitet. Das passiert ab dem 9. Februar.

Bei Vollauslastung aller Impfzentren in Hessen rechnet Sozialminister Klose mit rund 250 Tagen, bis alle Menschen in Hessen geimpft sind, die das auch möchten. Das setzt allerdings die Verfügbarkeit mehrerer Impfstoffe voraus - es wird also wohl eher länger dauern.

Außerdem sollen für Menschen über 80 auch Hasubesuche der mobilen Impfteams ermöglicht werden. Es werde aufgrund der geringen Impfmengen aber noch einige Wochen dauern, bis Hausbesuche durch mobile Impfteams in Hessen landesweit möglich seien, so die Minister Anfang des Jahres.

Wie erfahre ich, dass ich geimpft werden kann?

Die Anmeldung für einen Termin in einem der zunächst sechs geöffneten regionalen Impfzentren ist für Bürger der ersten Priorisierungsgruppe ab Dienstag, 12. Januar, 08.00 Uhr möglich. Das geht entweder über die Hotline 116 117 oder 0611 505 92 888. Auch online ist eine Anmeldung möglich unter impfterminservice.de und über impfterminservice.hessen.de. Alle Wege sollen gleichberechtigt zur Terminvergabe führen. Termine können zunächst für den Zeitraum vom 19. Januar bis 5. Februar vergeben werden, wie das Ministerium weiter mitteilte.

Alle, die auf eine Impfung zu Hause angewiesen sind, können über ein Formular den Besuch eines mobilen Impfteams anfordern. Es wird aufgrund der geringen Impfmengen noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis diese Besuche möglich sein werden, gaben die Minister zu Bedenken.

Gibt es eine schriftliche Bestätigung des Termins?

Bei der Terminvergabe über die Telefon-Hotline wird der Termin auf postalischen Weg bestätigt. Mit dem Brief erhalten alle Impfwilligen auch weitere Unterlagen, wie etwa ein Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung. Sollten die Bürger ihren Termin vergessen haben, können sie diesen telefonisch ebenfalls noch einmal erfragen. Bei der Online-Terminvergabe ist eine Terminbestätigung per E-Mail vorgesehen.

Wird die Fahrt zum Impfzentrum für Senioren gezahlt, wenn sie alleine nicht dorthin kommen können?

Über 80-Jährige, die auch nicht mit Unterstützung von Angehörigen, Freunden und sonstigen Diensten ins Impfzentrum kommen können, erhalten die Möglichkeit zu Hause geimpft zu werden. Bis Hausbesuche durch mobile Impfteams landesweit erfolgen können, wird es aber noch eine Weile dauern. Das Land hat die Kommunen gebeten, nach Möglichkeit Fahrdienste einzurichten, um ältere Menschen ins Impfzentrum zu bringen, wenn sie diese nicht in eigener Regie erreichen können.

Aus dem Info-Schreiben an die Senioren geht hervor, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Menschen übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt.

Darf ein Pfleger oder Angehöriger mit ins Impfzentrum kommen?

Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten ins Impfzentrum begleiten. Dies gilt für sämtliche betreuende Personen, die für eine reibungslose Impfung wichtig sind, etwa Alltagshelfer und Übersetzer. Niemand muss Angst haben, im Impfzentrum alleine gelassen zu werden, versichern die Verantwortlichen.

Was muss zur Impfung mitgebracht werden?

Als Nachweis für Anspruch auf eine Impfung müssen die Senioren über 80 Jahre den Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis vorlegen. Daraus soll der Wohnort oder gewöhnliche Aufenthaltsort hervorgehen. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen ein ärztliches Zeugnis zum Nachweis ihrer Erkrankung.

Werden auch Menschen ohne Impfpass geimpft?

Ja. Diesen Personen wird dann eine Impfbescheinigung in Papierform zur Verfügung gestellt.

Ich war bereits an Corona erkrankt. Werde ich trotzdem geimpft?

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission lauten, dass erkrankte und genesene Patienten nicht geimpft werden müssen. Im Rahmen der Priorisierung ist eine Impfung dennoch möglich.

So läuft die Impfung in Alsfeld ab

FFH-Reporterin Eva-Maria Lauber stellt die Impfstraße in Alsfeld vor

Welcher Impfstoff steht zur Verfügung?

Die EU-Kommission hat für die EU-Staaten bereits sechs Impfstoffe vertraglich gesichert. Dem Biontech-Pfizer-Präparat hat sie bereits die bedingte Marktzulassung erteilt. Als zweiter Corona-Impfstoff ist auch das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen.

Der in Großbritannien bereits zugelassene Impfstoff von Astrazeneca befindet sich derzeit in der Prüfung. Hier dürfte es laut EU-Behörde aber noch länger mit der Zulassung dauern. Gleiches gilt für den Impftoff des belgischen Pharmaunternehmens Janssen Pharmaceutica.

Der Impfstoff des Tübinger Unternehmens Curevac befindet sich in der letzten klinischen Testphase. Einen Rückschlag musste dagegen zuletzt Sanofi-GSK einstecken. Der Impfstoffkandidat der Franzosen stellte sich als nicht wirksam genug gegen Corona heraus, jetzt soll er verbessert werden.

Wie viel Impfstoff steht zur Verfügung?

Zunächst werde Deutschland den Impfstoff wie vereinbart aus den europäischen Verträgen bekommen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dies seien bis Ende des ersten Quartals elf bis 13 Millionen Impfdosen. Später kämen dann die Lieferungen hinzu, die man bilateral mit den Herstellern vereinbart habe. Dies seien allein von Biontech 20 Millionen Dosen zusätzlich.

Bis zum Jahreswechsel hatte Hessen laut Innenministerium knapp 100.000 Impfdosen erhalten.

Wo sind die Impfzentren?

© Hessisches Innenministerium

Zunächst starten sechs regionale Impfzentren.

Ab 19. Januar starten zunächst die sechs regionalen Impfzentren in Kassel, Heuchelheim bei Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Dort werden zunächst Frauen und Männer über 80 Jahre geimpft.

In Hessen gibt es 28 Impfzentren - an welchen Standorten sie errichtet wurden, lesen Sie hier. Sie sind unter anderem auch in Sporthallen, Hotels oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung sind die Kreise und kreisfreien Städte - örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) beraten und unterstützen. Für Menschen, die nicht zu einem Impfzentrum gehen können, sollen mobile Teams im Land unterwegs sein.

Über die Impfzentren nimmt der Staat den Auftakt der Impfungen direkt in die Hand. In den Zentren können Impfstoffe in großen Mengen aufgebraucht werden, ehe sie verfallen. Möglich sind spezielle Sicherheitsvorkehrungen. Zudem soll so auch ein Vorrang bestimmter Gruppen beim Impfen klarer durchzusetzen sein als in Arztpraxen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erläuterte. Nach dem Start in zentralen Einrichtungen sollen Impfungen über die Praxen auf breiter Front weitergehen. Wann umgeschaltet werden kann, ist offen.

Weitere Infos hat die hessische Landesregierung zusammengestellt. 

Impfen im Möbelhaus

Kann ich mich auch in einem anderen Bundesland impfen lassen?

Nein, das ist nicht möglich.

Wie laufen die Impfungen ab?

In der Messehalle in Wiesbaden zum Beispiel werden - wie auch in anderen Zentren - sogenannte Impfstraßen eingerichtet. Das ist eine Reihe von Stationen, über die der Impfkandidat geleitet wird: die Erfassung der Daten, falls gewünscht ein Vorgespräch mit einem Arzt, der Impfvorgang und schließlich eine Ruhezone. Mit Trennwänden wurden die Bereiche und Impfstraßen abgetrennt, um eine Ansteckung zu verhindern.

Auch Kühlschränke zur Zwischenlagerung des Impfstoffs werden eingerichtet. Der Einbau einer Tiefkühlung ist nicht nötig, da die Medikamente zeitnah aus größeren Lagern gebracht würden.

Wer impft mich - und gibt es genügend Helfer?

Die hessischen Corona-Impfzentren sind startklar - auch das nötige Personal steht bereit. Das sichert Hessens Gesundheitsminister Kai Klose zu. Weitere Helfer würden aber nach wie vor noch gesucht.

Medizinisches Fachpersonal soll laut einer Mitteilung der Staatskanzlei unter anderem über das Deutsche Rote Kreuz und über die Kassenärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer gewonnen werden. Wie bei der ersten Welle der Corona-Pandemie werden beispielsweise auch Ärztinnen und Ärzte gefragt und angeworben, die bereits im Ruhestand sind. 

"Wir gehen davon aus, dass unter Volllast rund 70 Mitarbeitende pro Schicht benötigt werden", sagte ein Sprecher in Darmstadt. Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sagte, er würde sich freuen, wenn sich noch mehr Freiwillige meldeten. In dem Impfzentrum würden pro Schicht rund 120 Mitarbeiter gebraucht.

Muss ich für die Impfung zahlen?

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. "Die Kosten für Aufbau, Betrieb und Abwicklung der Impfzentren werden von Seiten des Landes getragen, wobei der Bund angekündigt hat, sich im Nachgang hälftig beteiligen zu wollen", heißt es aus dem Innenministerium. Den Impfstoff stelle der Bund kostenfrei bereit.

Werde ich zur Impfung verpflichtet?

Die Landesregierung appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich an der großangelegten Aktion zu beteiligen, um die Ansteckungsgefahr effektiv einzudämmen. "Je mehr Menschen mitmachen, desto erfolgreicher und schneller können wir die Pandemie bezwingen." Zur Vorbereitung der Impfaktion sollen 20 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen bereitgestellt werden.

Wie schützt mich die Impfung?

Die Frankfurter Medizinerin Sabine Wicker, Vize-Chefin der Impfkommission, sagt, dass der Biontech-Impfstoff recht effektiv schütze. Nach der ersten Impf-Dosis gebe es einen Schutz von etwa 50 Prozent, nach der zweiten Dosis sei dann der volle Impfschutz erreicht. Wie lange die Impfung schütze, sei allerdings noch nicht geklärt.

Es könne sein, dass Geimpfte das Virus  trotzdem weiter übertragen können, so die Vize-Chefin der Impfkommission, Wicker. Auch wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, muss deswegen auch nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Rücksicht auf andere Menschen weiter Vorsichtsregeln beachten. Soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen seien eine Zeit lang auch für die Gruppe der Geimpften wichtig. "Die Forschung über die Impfungen muss wirklich noch fortgesetzt werden", wies die WHO-Impfspezialistin Kate O'Brien auf offene Fragen hin.

Was ist bislang über Nebenwirkungen bekannt?

Müdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle - auf die Möglichkeit solcher bei Impfungen üblichen Nebenwirkungen müssen sich Menschen auch nach einem Pikser gegen das Coronavirus einstellen. Das geht aus einer im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie zu den Impfstoff-Tests der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer hervor. Impfexperten sagen: Nicht angenehm, aber auch kein Anlass für größere Bedenken.

Für die Studie wurden von Ende Juni bis Mitte November 44.820 Männer und Frauen untersucht. Etwa die Hälfte von ihnen bekam zweimal den Impfstoff verabreicht, der Rest ein Placebo. Je nach Altersgruppe und ob es sich um die erste oder zweite Dosis handelte, gaben 66 bis 83 Prozent Schmerzen an der Einstichstelle an. Bei fünf bis sieben Prozent zeigten sich Rötungen oder Schwellungen an der Stelle.

Weitere Symptome waren Schüttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen. Besonders bei der zweiten Impfdosis bekam ein Teil der Teilnehmer Fieber. Diese Nebenwirkungen waren der Studie zufolge im Allgemeinen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab.

Solche Begleiterscheinungen sind bei Impfungen üblich. Im Vergleich zu vielen etablierten Impfstoffen wie etwa dem gegen Grippe treten die Nebenwirkungen aber vergleichsweise stärker auf. Impfexperten verglichen die Reaktionen mit denen nach Gabe eines Gürtelrose-Impfstoffs.

Über die leichteren Beschwerden hinaus gab es vereinzelt schwerwiegendere "unerwünschte Ereignisse". 64 Geimpfte berichteten über geschwollene Lymphknoten. Je eine Person meldete eine Schulterverletzung, Herzrhythmusstörungen sowie Parästhesie im Bein, also Taubheitsgefühl.

Hier geht es zur Studie im Studie im "New England Journal of Medicine". Die Verträglichkeit des Impfstoffs wird auch nach der Zulassung weiter überprüft.

Nebenwirkungen melden

Nebenwirkungen können Bürger schnell per App melden. Eine vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) programmierte App ist kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Eine andere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ist die bestehende Website https://nebenwirkungen.bund.de.

Prof. Dr. Eva Hummers am FFH-Mikro

Eva Hummers, Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und Mitglied der ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut, zu möglichen Nebenwirkungen:

Wirkt der Biontech-Impfstoff auch gegen die Corona-Mutation?

Das Mainzer Unternehmen Biontech ist zuversichtlich, dass sein Corona-Impfstoff auch vor einer Infektion mit der neuen Virus-Mutation aus Großbritannien schützt. Das hat Firmenchef Sahin bei einer Video-Pressekonferenz gesagt. Sicher werde man das erst im Januar wissen.

Sollten Untersuchungen aber ergeben, dass der Wirkstoff nicht gegen die Mutation schützt, könne man ihn in nur sechs Wochen entsprechend umbauen. Biontech-Chef Sahin hat zugesichert, dass alle Länder, die den Comirnaty genannten Impfstoff bestellt haben, ihn pünktlich bekommen. Noch ist die Produktion komplett in Belgien - ab Februar wird auch in Marburg produziert. 

Wie hoch ist die Impf-Bereitschaft in der Bevölkerung?

60 bis 70 Prozent der Bevölkerung wollen nach Einschätzung des Landes immunisiert werden. Diese Anzahl sei notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, erklärte Sozialminister Klose. Es werde auch darauf ankommen, dass die Menschen Vertrauen in den Impfstoff hätten.

Die Bereitschaft zur Impfung gegen das Coronavirus hat laut einer Umfrage in Deutschland zugenommen. In einer Befragung von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend gaben 54 Prozent an, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen - das waren 17 Prozentpunkte mehr als im November 2020. Weitere 21 Prozent sagten, sie wollten sich wahrscheinlich impfen lassen (minus 13 Prozentpunkte).

Die Impfbereitschaft sei in allen Altersgruppen gewachsen, insbesondere aber bei den Menschen unter 65 Jahren. Nach wie vor zeigten sich jüngere Menschen gegenüber einer Corona-Impfung weniger offen als ältere.

Wie viele Impfdosen werden in Hessen benötigt?

Derzeit werde mit vier Millionen zu impfenden Menschen in Hessen gerechnet, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Da pro Person jeweils zwei Impfungen nötig sind, seien es insgesamt acht Millionen Impfungen.

Wie viele Impfungen sind täglich geplant?

Pro Tag sollen in den 28 Zentren in Hessen bis zu 3.000 Impfungen durchgeführt werden können. Es soll an sieben Tagen die Woche geimpft werden. Das setzt allerdings eine entsprechende Verfügbarkeit mehrerer Impfstoffe voraus.

Wie lange dauert die Impfaktion?

Für die großangelegte Impfaktion plant die Landesregierung nach derzeitigem Stand rund zehn Monate ein, bis etwa 70 Prozent der Hessen geimpft sein könnten.

Sozialminister Klose sagte: bei Vollauslastung aller Impfzentren rechnen wir mit 250 Tagen, bis jeder geimpft ist, der möchte.

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