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Das ändert sich 2021

Das ändert sich 2021 - Einwegplastik-Verbot und mehr Kindergeld

Neues Jahr neues Glück: Im Jahr 2021 wird es viele neue Gesetze geben: Der Soli wird abgeschafft, das Kindergeld erhöht und das Verbot von Einwegplastik kommt. Wir haben für euch die wichtigsten Gesetzesänderungen im neuen Jahr aufgelistet.

Passend zum Jahreswechsel müssen wir Bürger uns nicht nur auf ein neues Jahr einstellen, sondern auch auf Änderungen, die unseren Alltag betreffen. Während die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für viele Kosten einspart, könnte die Einführung der CO2-Steuer viele Autofahrer verärgern. 

Einführung der CO2-Steuer

Die CO2-Steuer ist die Abgabe, die für die Luftverunreinigung von Kohlenstoffdioxid (kurz: CO2) in Zukunft gezahlt werden muss. Bisher mussten nur Unternehmen bestimmter Branchen eine CO2-Steuer zahlen, beispielsweise Fluggesellschaften oder Industrieunternehmen. Ab Januar 2021 muss jeder, der Waren und Dienstleistungen anbietet und dabei CO2 ausstößt, diese Steuer zahlen. Ziel ist, den Ausstoß von CO2 zu reduzieren und diejenigen indirekt zu belohnen, die auf umweltfreundliche Alternativen, wie Bus und Bahn umsteigen. Das heißt aber natürlich auch: Wer weiterhin das Auto nutzt oder Produkte kauft, die in der Produktion einen hohen CO2-Ausstoß haben, zahlt zukünftig mehr.

Den Preis für eine Tonne CO2 hat die Bundesregierung auf 25€ festgelegt, sodass der Benzinpreis um etwa 7,5 Cent pro Liter und der Dieselpreis um 8 Cent steigen dürfte. Der Preis für eine Tonne CO2 wird jährlich angehoben und soll im Jahr 2025 bei 55€ liegen.

Wegfall des Solidaritätszuschlags

Nach 30 Jahren wird der "Soli" zum 1. Januar weitgehend abgeschafft und ist somit einer der größten Steuersenkungen der Geschichte. Er diente unter anderem zur Finanzierung der Kosten der deutschen Einheit und wurde monatlich vom Bruttogehalt abgezogen. Künftig wird dieser für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung wegfallen. Für Personen mit einem Jahreseinkommen von unter 73.000€ (Alleinstehende) und 151.000€ (Verheiratete) entfällt der Soli komplett. Darüber folgt eine sogenannte "Milderungszone", in der ein Teil des Solis gezahlt werden muss. Personen, die mehr als 109.000€ (Alleinstehend) oder 221.000€ (Verheiratete) verdienen, müssen diesen weiterhin vollständig zahlen.

Verbot von Einwegplastik

Ab dem 3. Juli 2021 wird der Verkauf von Einwegplastik verboten. Darunter zählen Einwegartikel wie Besteck, Teller, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballon-Halter, Rührstäbchen für den Kaffee und Styroporbehälter. Das Verbot gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten. Zudem sollen auf Produkten mit Kunststoffanteil ein Hinweis angebracht werden, dass die Benutzung eine Belastung der Umwelt zur Folge hat. Derzeit produzieren allein wir Europäer jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfall.

Kindergeld und Kinderzuschlag steigen

Viele Familien können sich aufs neue Jahr freuen: Ab dem 1. Januar 2021 wird das Kindergeld um 15€ erhöht. Demnach erhalten Eltern für das erste und zweite Kind 219 Euro, für das Dritte Kind 225 Euro und für das vierte Kind 250 Euro. Und auch der Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen wird um 20 Euro, auf 205€ erhöht. Der Kinderzuschlag dient zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und wird zusätzlich zum Kinder,- und Wohngeld ausgezahlt.

Anstieg des Mindestlohns

Für Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor wird der Mindestlohn ab dem 1. Januar 2021 erhöht. Derzeit liegt dieser noch bei 9,35€ und wird zuerst auf 9,50€ steigen. In vier Schritten soll der Mindestlohn bis Sommer 2022 auf 10,45€ erhöht werden. Allerdings: die gesetzliche Verdienstgrenze für Minijobs bleibt bei 450€ - Minijobber müssen also möglicherweise ihre Stunden reduzieren, um nicht über die Verdienstgrenze zu kommen. 

Einführung der Grundrente

© dpa

Ab dem 1. Januar 2021 können über 1,3 Millionen Geringverdiener von der Grundrente profitieren. Ziel dabei ist, diejenigen, die jahrelang in die Rentenkasse eingezahlt haben, im Alter finanziell zu unterstützen. Die Auszahlung der Grundrente erfolgt gestaffelt, sodass diese auch nachwirkend bis zum 01.01.2021 ausgezahlt werden kann. 

Wer bekommt die Grundrente?
Um die Grundrente beziehen zu dürfen, ist die Auszahlung an folgende Bedingungen gekoppelt:

  • Ein Renter muss mindestens 33 Jahre lang Rentenbeiträge aus Beschäftigung aufweisen können (Dazu zählt auch die Kindererziehung und Pflegezeit)
  • Über diesen Zeitraum darf der Arbeitnehmer höchstens 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes im Jahr erhalten haben.

Die Prüfung der Grundrente erfolgt automatisch. Daher ist kein Antrag nötig. 

Die Mehrwertsteuer wird wieder erhöht

Die durch die Corona-Pandemie gesenkte Mehrwertsteuer, wird ab dem 1. Januar 2021 wieder auf die gewohnten 19% erhöht. Das Ziel der Mehrwertsteuersenkung war, die Wirtschaft und Konjunktur durch den Kauf von Waren zu unterstützen - viele Deutsche beschlossen aber lieber das Geld zu sparen.

geringere Maklerkosten für Immobilienkäufer

© dpa

Bisher mussten Immobilienkäufer die Kosten für den Immobilienmakler alleine tragen. Durch eine Gesetzesänderung gelten seit dem 23.12.2020 neue Regeln: Die Gebühren für den Makler müssen in Zukunft vom Immobilienkäufer und Immobilienverkäufer geteilt werden. Wer also 2021 einen Makler für seine Immobilien beauftragt, muss selbst mindestens 50% der Maklerkosten zahlen. So soll verhindert werden, dass Immobilieneigentümer bei hoher Nachfrage die hohen Maklerkosten auf die Käufer abwälzen. 

Verbot von Upskirting und Fotografieren Unfalltoter

Das heimliche Fotografieren unter dem Rock wird ab dem 1. Januar 2021 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft. Bisher wurde "Upskirting" mit einem geringen Bußgeld geahndet. Gleiche Strafe droht für das Fotografieren und Filmen von Personen, die bei einem Unfall verletzt wurden oder dabei ums Leben kamen.

Marie Adolph

Autorin
Marie Adolph

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