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Feuerwerk-Verbote zu Silvester in Hessen

Wichtige Fragen beantwortet - Feuerwerk-Verbote zu Silvester in Hessen

Silvester ganz ohne Böller, Fontänen und Raketen am Nachthimmel? Für viele Hessen ist dies keine schöne Aussicht auf die Feierei ins hoffentlich schöne, neue Jahr. Dennoch: vielerorts müssen sich Feuerwerk-Fans auf massive Einschränkungen einstellen. 

Kein Verkauf von Knallern und Böllern

Generell gilt ein generelles Verkaufsverbot für Silvester-Raketen in Hessen. Im Kreis Gießen und Fulda gilt beispielsweise ein komplettes Verbot von Feuerwerk im öffentlichen Raum. In anderen Kreisen, wie beispielsweise Offenbach oder Main-Kinzig-Kreis, ist das "Böllern" komplett untersagt - auch auf dem eigenen, privaten Grundstück.

Böllerei in Osthessen - was gilt?

In den Kreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg gilt das Böllerverbot für den öffentlichen Raum. Alle Kreise empfehlen aber dringend, auch auf privatem Grund darauf zu verzichten, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Der Vogelsbergkreis hingegen verzichtet auf ein Böllerverbot. Ein Sprecher verwies auf Anfrage auf die sowieso geltende Ausgangssperre und das Verkaufsverbot für Böller.

Böllerei in Südhessen - was gilt? 

Böllern verboten: das gilt zum Beispiel im Landkreis Darmstadt-Dieburg auf öffentlichen Plätzen. Auf dem Privatgrundstück darf zwar geböllert werden, Landrat Klaus-Peter Schellhaas sagt aber: "So lieb uns unsere Traditionen sind, sollten wir Feuerwerksverletzungen minimieren." Dadurch sollen die Krankenhäuser in der Corona-Zeit entlastet werden.

Auch im Kreis Groß-Gerau ist Böllern im öffentlichen Raum untersagt. Für Privatgrundstücke gilt hier eine Empfehlung, auf Raketen und andere Feuerwerkskörper zu verzichten.

Auch im Odenwald behält die aktuelle Allgemeinverfügung ihre Gültigkeit. Das heißt, dass es an Silvester eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr gibt. Erlaubt ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur aus gewichtigen Gründen. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum ist kein solcher Grund und damit nicht gestattet, teilt die Kreisverwaltung mit. Auf Privatgelände dürfen Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Das gelte für die eigene Wohnung sowie den jeweils dazugehörigen Balkon, Terrasse und Garten, nicht aber für gemeinschaftlich mit anderen genutzte Flächen

Böllerei in Nordhessen - was gilt? 

Böllern auf der Straße. Im Schwalm-Eder-Kreis, im Werra-Meißner-Kreis und im Kreis Kassel ist das in diesem Jahr komplett tabu. Das Verbot gilt aber nicht für private Grundstücke. Wer also noch Feuerwerk vom letzten Jahr hat und etwa einen eigenen Garten, der kann hier trotzdem Knaller zünden. Wegen der hohen Verletzungsgefahr sollte man sich das aber zweimal überlegen, sagt Harald Kühlborn vom Kreis Kassel. Die Krankenhäuser hätten schon genug zu tun.

Die Stadt Kassel sieht es in Sachen Feuerwerk etwas lockerer. Hier ist Böllern nur an bestimmten Orten verboten, etwa am Herkules oder in der Goetheanlage. In Waldeck-Frankenberg gibt es trotz hoher Corona-Infektionszahlen kein Verbot. Nur den Appell, es lieber bleiben zu lassen. Allerdings gilt hier wie im Schwalm-Eder-Kreis eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr - auch an Silvester.

Böllerei in Mittelhessen - was gilt? 

Im Landkreis Gießen gilt das Böllerverbot für den öffentlichen Raum. Es wird aber dringend empfohlen, auch auf privatem Grund aufs Geböllere zu verzichten, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gilt ebenfalls das Böllerverbot für den öffentlichen Raum. Genau wie im Landkreis Gießen wird dringend empfohlen, auch auf privatem Grund aufs Geböllere zu verzichten.

Böllerei im Rhein-Main-Gebiet - was gilt? 

Im Main-Kinzig-Kreis darf weder im öffentlichen, noch im privaten Raum geböllert werden. Im Kreis Offenbach gilt das Verbot für den öffentlichen Raum. Ursprünglich wollte der Kreis Offenbach ebenfalls Feuerwerke auf privaten Grundstücken verbieten, dieses Verbot wurde aber von einem Verwaltungsgericht kurzfristig gekippt. Der Kreis Offenbach rät aber weiter davon ab, im eigenen Garten zu böllern. Im Frankfurter Innenstadtbereich ist die Böllerei verboten. Zusätzlich werden Eiserner Steg und Holbeinsteg gesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Hier soll es strenge Kontrollen geben. 

Die wichtigsten Fragen zu Silvester 2020

Gelten die Kontaktbeschränkungen an Silvester unverändert?

Im Gegensatz zu Weihnachten gibt es keine Ausnahmen zu den sonst üblichen Regeln. In der Öffentlichkeit sind nur Treffen von maximal fünf Menschen aus zwei Hausständen zulässig. Dazugehörige Kinder bis zum Alter von 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Für Feiern zu Hause wird die Einhaltung der Regeln "dringend empfohlen".

Gibt es Ausnahmen von der nächtlichen Ausgangsbeschränkung?

Auch für die letzte Nacht des Jahres heißt es für die Menschen in den Landkreisen mit nächtlicher Ausgangssperre: Ab 21 Uhr darf die Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen werden. Für Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage war die Uhrzeit nach hinten verlegt worden, dies ist an Silvester nicht der Fall. In den betroffenen Regionen dürfen die Menschen erst wieder am Neujahrsmorgen ab 5 Uhr auf die Straße.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten in etlichen hessischen Landkreisen und Städten, etwa in den Kreisen Bergstraße, Limburg-Weilburg, Waldeck-Frankenberg, Main-Kinzig, Gießen, Darmstadt-Dieburg und Offenbach. Hingegen hoben der Kreis Groß-Gerau und der Rheingau-Taunus-Kreis wegen des Rückgangs der Neuinfektionszahlen ihre Ausgangssperren auf.

Hier findet ihr die aktuelle Hotspot-Liste mit Ausgangsbeschränkungen

Darf an Silvester und Neujahr in der Öffentlichkeit Alkohol getrunken werden?

Ein klares Nein. Bereits seit Mitte Dezember ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten - daran ändert sich Silvester nichts. Auch 1. Januar darf nicht auf der Straße mit Alkohol angestoßen werden. In der Landeshauptstadt Wiesbaden gelten noch strengere Regeln: Dort darf ab dem frühen Abend etwa in Gaststätten, Kiosken und Tankstellen kein Alkohol mehr nach draußen verkauft werden.

Dürfen Feuerwerk und Böller gezündet werden?

Der Verkauf von Feuerwerk und Knallkörpern ist dieses Jahr verboten, vielerorts darf zudem auch an den Beständen vom letzten Jahr nicht gezündelt werden. Welche Orte das sind, ist die Sache der jeweiligen Kommune. So haben etwa Frankfurt und Offenbach ein Feuerwerksverbot für etliche Bereiche innerhalb der Stadt ausgesprochen. Zudem wird in Frankfurt das Betreten der schmalen Fußgängerbrücken Eiserner Steg und Holbeinsteg in der Silvesternacht untersagt.

Wird die Einhaltung der Regeln kontrolliert?

Polizei und Ordnungsamt haben Kontrollen angekündigt, vor allem auf den an Silvester beliebten öffentlichen Plätzen. Bei Verstößen etwa gegen die Ausgangssperre droht ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit, die Höhe wird von den Kreisen selbst festgelegt und variiert daher.

Dieses Jahr wohl eher ein seltener Anblick: Supermarkt-Regale voller Feuerwerkerei. 

Für Feuerwerker und Pyrotechniker sind die gesetzlichen Vorgaben natürlich eine wirtschaftliche Katastrophe. Aber auch für Feuerwerkshändler, die ihre Waren an Supermärkte verkaufen, wird dieses Silvester eine finanzielle Herausforderung: Diese arbeiten schließlich in einem reinen Kommissionsgeschäft. Das bedeutet: Wenn die großen Supermarkt-Ketten keine Waren abnehmen können, aufgrund des gesetzlichen Verkaufsverbots, bleiben bis zu 100 Prozent der jährlichen Einnahmen aus. Für viele Betriebe kann dies das Ende bedeuten. 

Noch haltbar: Raketen aus dem letzten Jahr?

Viele Hessen fragen sich kurz vor Silvester daher natrürlich: "Sind meine Raketen und Böller aus dem letzten Jahr noch nutzbar?" Experte Peter Balzer gibt Entwarnung. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum gäbe es nicht. Nur eine trockene Lagerung sollte gewährleistet worden sein: "Dann hätte ich dabei keine Bauchschmerzen", so der Pyrotechniker aus Frankfurt. 

Zum Nachhören: Feuerwerks-Spezialist im Interview

Pyrotechniker Peter Balzer über den wirtschaftlichen Schaden

Feuerwerker Peter Balzer sieht die Branche am Abgrund

Pyrotechniker Peter Balzer über die Haltbarkeit von Feuerwerk

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