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Neue Wörter dank Corona

Neue Wörter dank Corona - Virus erweitert unsere Sprache

Die Corona-Pandemie hat uns nicht nur viele Abende alleine daheim beschert, sondern auch einen Haufen neue Wörter. Wörter, die vor einem Jahr kaum jemand benutzt hat oder die es noch gar nicht gab und die jetzt in aller Munde sind.

Stellen wir uns einmal vor, wir könnten ein Jahr in die Vergangenheit reisen - es ist Ende 2019, das schlimmste Problem für uns ist die kommende Kassenbon-Pflicht beim Bäcker (Ja, das ist wirklich auch erst ein Jahr her!) und vom Corona-Virus hat abgesehen von ein paar Experten noch niemand etwas gehört. Und nicht nur das: Auch mit vielen Wörtern, die wir heute vollkommen alltäglich benutzen, würde kein Mensch etwas anfangen können. Was bitte soll eine Masken-Pflicht sein (Hat Köln etwa ein neues Gesetz für die kommende Karneval-Saison erlassen)? Die Impfstraße sucht man wahrscheinlich zuerst auf dem Stadtplan in irgendeinem Neubau-Gebiet, für das keine besseren Straßennamen mehr übrig waren.

Der Shutdown Light könnte vielleicht etwas sein, was der komische Typ aus der IT-Abteilung empfiehlt, wenn der Rechner mal wieder nicht funktioniert. Eine Einkaufswagenpflicht hätte verwunderte Blicke verursacht und die Kontaktverfolgung würde einen schon gefährlich weit in die Stalker-Ecke schieben. Und spätestens wenn wir vom DriveIn-Weihnachtsmarkt angefangen hätten, wären wir Ende 2019 wahrscheinlich hochkant aus jeder Kneipe geflogen (die Kneipe, in der Corona auch bisher nur als Bier bekannt ist).

Rund 1000 neue "Corona-Wörter"

Ein Jahr später ist das alles anders - das Virus und unser verändertes Leben hat auch unsere Sprache geformt. Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache sammelt jedes Jahr neue Wörter, die in unserem Sprachschatz auftauchen. Rund 1000 Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stehen haben die Forscher aufgespürt. Vom Inzidenzwert, der bisher nur Fachleuten ein Begriff war, über die Alltagsmaske, die inzwischen wahrscheinlich jeder im Haus hat bis hin zur Klopapierhysterie, die wir hoffentlich möglichst bald wieder aus unserem Wortschatz streichen können.

Und auch die Gruppe der Coronaskeptiker hat einige neue Wortschöpfungen hervorgebracht. Von der Coronadiktatur über die Pandemielüge (oder auch die "Plandemie", für die Querdenker, die besonders clever wirken wollen) bis hin zum "Schlafschaf" zu denen der Autor dieses Textes sicherlich auch gezählt werden wird. Glaubt man den Umfragen, hält die Mehrheit der Deutschen Menschen, die diese Wörter benutzen, sich nicht an die Abstandsregel halten oder gar Coronapartys veranstalten, allerdings für Maskenverweigerer, Aluhutträger und Covidioten.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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