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Existenzgründung: Die wichtigsten Fragen

Existenzgründung - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Sein eigenes Café eröffnen, einen eigenen KFZ-Betrieb starten oder in einer anderen Form der eigene Chef werden: Existenzgründungen gibt's auch trotz der Corona-Krise. Unterstützung dafür kommt beispielsweise vom Staat. Was es zu beachten gilt und wie man so eine Existenzgründung angeht, erfahrt ihr hier.

Was bedeutet Existenzgründung?

Existenzgründung bedeutet berufliche Selbstständigkeit. Man gründet quasi ein eigenes Unternehmen und muss sich um ziemlich viele Dinge im Vorfeld und währenddessen kümmern. 

Was sind die ersten Schritte zur Existenzgründung?

Zuerst braucht man eine Idee und im Bestfall auch Eigenkapital. Experten raten dazu, dass das Eigenkapital nicht unter 20 Prozent der benötigten Gesamtsumme liegen sollte. Wichtig ist es, einen Finanzplan zu erstellen, mit dem man dann bei Finanzunternehmen (Banken, Sparkassen) vorstellig wird, um einen Kredit zu bekommen. Außerdem sollte man einen Termin beim Jobcenter ausmachen. Dort kennen sich die Angestellten mit dem Thema aus, können Möglichkeiten und die nächsten Schritte besprechen und beispielsweise passende Seminare finden.

Wer bekommt den Gründungszuschuss?

Der Gründungszuschuss wird Gründern gezahlt, die mit der Gründung ihres Unternehmens ihre eigene Arbeitslosigkeit beenden und aktuell ALG I beziehen. In den ersten sechs Monaten wird das ALG I plus 300 Euro zusätzlich pro Monat gezahlt, danach für weitere neun Monate eine Pauschale von 300 Euro, wenn mit entsprechenden Unterlagen nachgewiesen wird, dass das Unternehmen auch wirklich läuft. Welche weiteren Voraussetzungen es gibt, lest ihr hier. Die Bearbeitung der eingereichten Unterlagen dauert im Schnitt etwa drei Wochen. Der Gründungszuschuss ist steuerfrei. 

Welche staatlichen Förderungen gibt’s?

Die größten staatlichen Förderungen sind das KfW-StartGeld, das ERP-Kapital für Gründung und der KfW-Unternehmerkredit. Mit diesen Geldern kann man beispielsweise Kautionen zahlen und Technik und die Geschäftsausstattung kaufen.

Wie lange dauert es, bis ein Unternehmen angemeldet ist?

Um ein Unternehmen zu gründen, muss man zuerst ein Gewerbe anmelden. Das geht beim Ordnungs- oder Gewerbeamt. Mitgebracht werden muss auf jeden Fall der Personalausweis und dann je nach Branche, in der das Unternehmen gegründet werden soll, weitere Dinge. Wer beispielsweise ein Café eröffnen will, braucht zusätzlich ein Gesundheitszeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis und einen gültigen Miet-, Kauf- oder Pachtvertrag. Wer Alkohol ausschenken will, benötigt außerdem eine Ausschankgenehmigung. 

Die Anmeldung dauert in der Regel nicht länger als 15 Minuten. Je nach Ort kostet die Gewerbeanmeldung zwischen 10 und 40 Euro, die man bestenfalls bar dabeihaben sollte.  

Muss ich meine Krankenversicherung ändern?

Als Existenzgründer ist man nicht automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Man muss seine Art der Versicherung selbst wählen. Man sollte sich in jedem Fall bei der eigenen Krankenkasse informieren und sich auch von anderen Krankenkassen Angebote einholen, bevor man sich entscheidet.

Wie viele Existenzgründungen gab’s zuletzt in Deutschland?

Die Zahlen für 2020 sind noch nicht verfügbar, allerdings ist wegen der Corona-Pandemie klar, dass es weniger Existenzgründungen als 2019 gab. Die Zahlen von damals lauteten: 228.000 Vollerwerbsgründungen und 377.000 Nebenerwerbsgründungen. 

Was sind die Gründe für die Beendung von Existenzgründungen?

In den ersten drei Jahren nach Existenzgründung, beenden 30 Prozent der Gründer ihr Engagement wieder. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 70 Prozent weiterhin aktiv bleiben. Die am häufigsten genannten Gründe für die Aufgabe des eigenen Unternehmens sind meistens persönliche Gründe, Unwirtschaftlichkeit, Insolvenz, ein besserer Job anderswo oder das Unternehmen war ohnehin nur zeitlich befristet angelegt.

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