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Das ist jetzt beim Urlaub buchen wichtig

Reiserechtsexperte zu Corona - Das ist jetzt beim Urlaub buchen wichtig

So langsam zeigt sich bei vielen Menschen wieder das Fernweh. Doch die Unsicherheit, die mit einem Urlaub verbunden ist, ist auch im Jahr 2021 noch groß. Reiserechtsexperte Kay Rodegra erklärt, ob wir jetzt schon gefahrlos buchen können und was man beim Reisen in diesem Jahr aus rechtlicher Sicht unbedingt beachten sollte.

Egal ob in die Berge oder an den Strand: Hauptsache raus und weg! Doch wer sich aktuell nach Urlaub sehnt, der sollte sich vor der Buchung akribisch vorbereiten und im Zweifel eine Pauschalreise bevorzugen, rät Reiserechtsexperte Kay Rodegra: „In diesen schwierigen Coronazeiten neige ich dazu, zur Pauschalreise zu raten, weil man als Pauschaltourist durch das Reisevertragsrecht besser geschützt ist als der Individualtourist. Sollte sich die Coronalage doch wieder verschärfen, hat man umfangreichere Rechte als Pauschaltourist. Man kann sich leichter vom Vertrag lösen.“

Sollte ich jetzt schon meinen Urlaub buchen oder noch etwas warten?

Diese Frage ist äußerst schwer zu beantworten, denn niemand weiß, wie sich die Coronasituation in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Allerdings kann man gerade jetzt das eine oder andere Schnäppchen machen. Trotzdem rät Kay Rodegra eher zur Vorsicht: "Wer noch etwas Geduld hat, der sollte für den Oster- oder Sommerurlaub 2021 noch etwas abwarten, bis man weiß, ob das Ziel der Träume wirklich sicher bezüglich der Coronalage ist. Denn das kann man jetzt, Wochen vorher, noch überhaupt nicht einschätzen."

Welche Vorbereitungen sollte ich vor dem Buchen treffen?

Dieses Jahr ist es besonders wichtig, akribisch vorzugehen, rät Rodegra. Zuerst gilt es, sich die derzeitige Lage im Zielland anzusehen: "Da kann man vielleicht so ein bisschen abschätzen, wie es sein könnte. Aber solche Einschätzungen, die man selber vornimmt, sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen."

Als nächstes sollte man die Vertragsunterlagen, auch im Kleingedruckten, sehr genau lesen und überprüfen, ob man gute Storno-Bedingungen hat. Das bedeutet, ob man leicht bzw. kostengünstig aus dem Vertrag wieder raus kommt und welche Kosten in diesen Fällen möglicherweise anfallen. 

Zudem sollte man unbedingt seine Reiseversicherungen einmal überprüfen. Zum Beispiel die Auslandskrankenversicherung und die Reiserücktrittskostenversicherung, ob diese den Pandemiefall bzw. den Fall bei einer Reisewarnung überhaupt absichern.

Und außerdem muss man immer im Hinterkopf haben, dass am Ende des Urlaubs bei der Wiedereinreise nach Deutschland möglicherweise strenge Quarantänevorschriften drohen. Wer jetzt seinen Urlaub plant, muss eventuell zusätzliche Zeit einplanen, um eine Quarantäne nach der Rückkehr durchlaufen zu können.

Wann zahlt die Rücktrittsversicherun, wenn ich wegen Corona eine Reise nicht antreten kann oder will?

Hier ist es wichtig, die genauen Bedingungen seiner Versicherung zu überprüfen: "Mittlerweile gibt es einige Versicherungen, die versichern auch den Quarantänefall", sagt Rodegra. "Das bedeutet, wenn das Gesundheitsamt hier in Deutschland einen Urlauber in Quarantäne schickt und er deswegen seinen Urlaub nicht antreten kann, dann greift die entsprechende Reiserücktrittskostenversicherung." Wer allerdings nur aus Sorge vor Corona nicht in den Urlaub fahren wolle, der muss  mit Stornokosten rechnen, da dieses kein Versicherungsfall ist, sagt Rodegra.

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Was passiert, wenn es eine Reisewarnung für mein Urlaubsland gibt?

In diesem Fall ist man als Pauschaltourist gut geschützt: "Wenn es nach der Buchung einer Pauschalreise am Zielort oder in dessen Nähe zu einem Ereignis kommt, dass die Reise unzumutbar macht - also es kommt zu Gefahren oder es werden erhebliche Beeinträchtigungen erwartet, dann kann man kostenfrei von einer Pauschalreise zurücktreten.“, erklärt Kay Rodegra. Ein Indiz dafür sei zum Beispiel eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Was ist, wenn mein Zielland nach der Buchung plötzlich eine Impfpflicht einführt?

Aktuell kommt Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern mit der Corona-Impfung nur langsam voran. Es ist also denkbar, dass einige Urlaubsländer von ihren Gästen einen Impfnachweis fordern, obwohl wir noch gar nicht die Chance hatten, uns impfen zu lassen. Auch in diesen Fällen, sei man als Pauschaltourist auf der sicheren Seite, sagt Anwalt Rodegra: "Hier wird die Reise womöglich erheblich beeinträchtigt. Wer sich also nicht impfen lassen kann, oder es auch nicht will, der kann von der Pauschalreise zurücktreten, wenn das Urlaubsland nach der Buchung plötzlich eine Impfpflicht einführt. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Individualreise, denn wer nur einen Flug oder nur ein Hotel bucht, der kann sich nicht so einfach kostenfrei vom Vertrag lösen."

Was gilt, wenn sich mein Reiseprogramm, zum Beispiel auf einer Kreuzfahrt, wegen Corona deutlich ändert?

Eine erhebliche Änderung muss man nicht akzeptieren: „Wenn es bei einer gebuchten Reise zu umfangreichen Einschränkungen kommt - also zum Beispiel erheblichen Routenänderungen oder an Bord sind diverse vertraglich zugesagte Einrichtungen geschlossen oder, was man jetzt sehr oft liest, dass Landgänge nur als geführte und kostenpflichtige Touren möglich sind,  dann ist ein kostenfreier Rücktritt vom Vertrag möglich, weil es hier zu einer erheblichen Vertragsänderung kommt.“

Was ist, wenn ich im Urlaub an Corona erkranke?

„Man sollte vor dem Urlaub unbedingt Sorge dafür tragen, dass die Auslandskrankenversicherung auch eine Corona-Erkrankung abdeckt", rät Rodegra. "Dafür sollte man mit Versicherungsvertreter bzw. der Versicherung Rücksprache halten und darauf achten, dass der Pandemie-Fall nicht ausgeschlossen ist. Und wer im Urlaub krank wird, der sollte seinen Arbeitgeber sofort informieren. Denn krankheitsbedingte ausgefallene Urlaubstage können zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.“

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