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Zimmerpflanzen: Das musst du als Anfänger beachten

Zimmerpflanzen: Anfängerguide - Gießen, Licht und Parasiten - Was tun?

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Groß, klein, Lichtempfindlich oder anpassungsfähig- je nach Zimmerpflanze gibt es viele Unterschiede und bei jeder gibt es etwas zu beachten. Für die Anfänger ohne grünen Daumen unter euch haben wir hier einen kleinen Guide zusammengestellt.

Deine Pflanzen welken schon, sobald sie deine Wohnung von Ferne sehen? Du brauchst eine extra Bio-Tonne für die vielen Gewächse, die bei dir nicht überlebt haben? Und selbst der stabilste Kaktus versucht zu fliehen, wenn du ihn im Blumenladen kaufen willst? Keine Angst, wir helfen: Mit ein paar einfachen Tricks schafft es auch der schlimmste Pflanzen-Killer ein bisschen Grün in seine Wohnung zu bekommen....

Im Vorfeld informieren

Pflanzen sind wie Mitbewohner! Wenn du eine lange, glückliche Wohngemeinschaft bilden willst, dann solltest du dich vorher informieren, wer da mit dir einziehen will. Nur dass es bei Pflanzen weniger um die Einstellung zum Spül-Plan geht, sondern um ganz grundlegende Bedürfnisse wie Licht, Feuchtigkeit und Temperatur. All das sind wichtige Faktoren, die für ein langes Zusammenleben wichtig sind. Wenn du bei der Auswahl der Pflanze noch unsicher bist, kannst du dich auch im Blumenladen deiner Wahl von Experten beraten lassen. Für Einsteiger sind möglichst anpassungsfähige und pflegeleichte Pflanzen geeignet, die es dir auch mal verzeihen, wenn du das Gießen vergisst. So kannst du erstmal ein paar Erfahrungen im Umgang mit Pflanzen sammeln und dich an deine neuen Mitbewohner gewöhnen.

Unterschiedliche Anforderungen

Hast du dich nun endlich für die richtige Pflanze entschieden, musst du den richtigen Platz finden. Das ist aber nicht der Platz, an dem die Pflanze besonders gut aussieht, sondern einer, an dem die Pflanze besonders gut gedeihen kann. Du willst ja nicht nach drei Wochen abgestorbenes Gestrüpp in der Ecke stehen haben, weil die Pflanze kein bisschen Tageslicht gesehen hat. Jede Pflanze hat unterschiedliche Bedürfnisse an ihren Standort, manche mögen mehr Licht, andere mögen es eher schattig. Auch die Luftfeuchtigkeit ist entscheidend. Im Badezimmer fühlen sich beispielsweise Farne besonders wohl. Sie benötigen nicht viel Licht und haben es gerne feucht-warm, deshalb gerne mal richtig heiß duschen.

Pflanzen die viel Licht brauchen, sollten nicht in der letzten Ecke des Raumes stehen, sondern möglichst nah am Fenster. Da kommt es schon auf jeden Meter an. Aber auch Heizungen solltest du vermeiden. Die Pflanzen trocknen durch die warme Luft viel schneller aus.

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Regelmäßiges Gießen ist wichtig, aber Vorsicht: Nicht zu wenig und nicht zu oft! Dabei haben es manche Pflanzen lieber besprüht zu werden, manche nehmen das Wasser am liebsten von unten durch die Wurzeln auf und andere gießt du am besten ganz klassisch mit der Gießkanne.

Vorsicht beim Gießen!

"Das Gießen ist doch eigentlich das Einfachste!" Denkste! Falsches Gießen ist eine der häufigsten Todesursachen für Pflanzen und das kommt öfter vor, als du denkst. Pflanzen sind in der Hinsicht sehr wählerisch und das Gießen ist oftmals ein schmale Gradwanderung zwischen "Zu viel" und "Zu wenig". Gießt du zu wenig, vertrocknet die Pflanze, gießt du zu viel und zu oft, sammelt sich das Wasser unten im Topf und die Wurzeln fangen an zu schimmeln. Lässt die Pflanze dann die Blätter hängen, ist es oft zu spät, um die Pflanze noch zu retten und du kannst sie nur noch in die Tonne hauen.

Wenn du dir unsicher bist, wann du gießen musst, stecke einen Finger ein paar Millimeter in die Erde und fühle, ob der Boden trocken oder feucht ist. Ist er trocken, kannst du die Pflanze mit gutem Gewissen bewässern. Wenn du ein schlechtes Gedächtnis hast und gerne mal das Gießen vergisst, holst du dir am besten einen Kaktus. Der kann einige Zeit ohne Wasser auskommen und verkümmert nicht direkt nach der ersten Dürreperiode.

Falls du dir nach ein paar Wochen die Augen reibst und dich fragst, warum die Farbe der Blätter auf einmal nicht mehr so intensiv ist, kannst du beruhigt sein. Mit deinen Augen ist alles in Ordnung, es hat sich nur eine Staubschicht auf der Pflanze abgelagert, durch die die Blätter eher etwas gräulicher aussehen. Um den Staub zu entfernen, kannst du Wasser auf die Blätter sprühen und dann nochmal mit einem Tuch darüber wischen. Nun erstrahlt die Pflanze wieder in altem Glanz und auch sie freut sich über den erfrischenden Schauer.

Tote Blätter und Parasiten

Obwohl vielleicht mal ein "Stubentiger" seine Runden um die Pflanze zieht, befindet sie sich selbstverständlich nicht in ihrem natürlichem Lebensraum. Die toten und verwelkten Blätter werden in der Natur normalerweise durch das Wetter abgetragen oder von Tieren entfernt. Diese Arbeit bleibt jetzt an dir hängen, da sonst die Pflanzenreste im Topf zurückbleiben und verwesen. Es ist wichtig, dass du selbst regelmäßig abgestorbene Pflanzenreste entfernst, ansonsten wird der Pflanze Energie geraubt und ihr Wachstum wird gehemmt wird.

Wenn du das Gefühl hast, dass die Pflanze trotz befolgten Tipps schlapp macht, kann es am fehlenden Dünger liegen. Dieser ist wie Nahrung für Pflanzen, sie müssen schließlich auch mit Nährstoffen versorgt werden. Alle zwei bis vier Wochen solltest du düngen, blühende Gewächse sogar öfter, da sie mehr Nährstoffe benötigen.

Wenn eine Pflanze krank oder von Parasiten befallen ist, kommt dir die Behandlung bestimmt ein bisschen bekannt vor: Die Pflanze solltest du schnellstmöglich von den anderen isolieren und alleine in einen extra Raum stellen - quasi Social-Distancing für Pflanzen. So breiten sich die Schädlinge nicht aus und du kannst die Pflanze ganz in Ruhe behandeln und gesund pflegen. Durch die Quarantäne fühlt sich die Pflanze vielleicht ein bisschen einsam, bringt aber die anderen nicht in Gefahr.

Wenn du nun all diese Schritte befolgst und ein bisschen Zeit und Energie in die Pflanzen steckst, hast du einen guten Grundstein für Umgang mit den Pflanzen. Jetzt kannst du dein Eigenheim direkt mit ein bisschen Farbe aufpeppen und lebhafter zu gestalten.

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