NachrichtenMagazin >

Wetter Apps: Helfer, nicht Alleskönner

Vorhersage total daneben - Darum sind Wetter-Apps derzeit oft falsch

Sie sind inzwischen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken: Wetter-Apps! Ist ja auch eine richtig bequeme und tolle Angelegenheit, sich auf Knopfdruck mit dem neuesten Zwischenstand beim Wetter informieren zu lassen: Temperatur, Niederschlag, Wind und vieles mehr, alles frisch aufbereitet. Und wenn man will, auch für Kapstadt statt nur für Bad Camberg.

Das aktuelle Hessenwetter von Dr. Martin "Wetter" Gudd

In der letzten Zeit macht sich aber bei einigen von uns Unmut breit. Viele FFH-Hörer meinen: die Dinger liegen häufig ziemlich daneben. So zeigt die App beispielsweise „80% Regenwahrscheinlichkeit“ an, und trotzdem bleibt es die meiste Zeit des Tages trocken. Was ist da los?

Gerade die wechselhaften Schauerlagen wie derzeit verursachen in den Wetter-Apps ein ziemliches Durcheinander. Denn das berührt die Grenzen der Wettervorhersage. Es ist unmöglich, über Tage oder Stunden im Voraus zu berechnen, wo genau sich eine dicke Schauerwolke entwickeln wird und anschließend ihren Regenballast ablädt.

Kommt der Schauer über den Hochtaunus Richtung Frankfurt gezogen oder doch weiter südlich, von Mainz und Wiesbaden her? Kommt das Gewitter vom nördlichen Vogelsberg her Richtung Fulda und zieht über Lehnerz und Marbach, oder kommt der Schauer weiter südlich über Neuhof und Eichenzell heran?

All das weiß man erst ganz kurz vorher, minutenweise oder auch mal eine Stunde vorher. So steht bei diesem Schauerwetter wie jetzt in den Wetter-Apps gerne den ganzen Tag über: „80% Regenwahrscheinlichkeit“. Es kann aber trotzdem stundenlang trocken bleiben, da eben die Schauer nur sehr örtlich sind und auch gerne mal einige Kilometer vorbeiziehen. Trotz des Regenwolkensymbols in der App kann dann vor Ort sogar die Sonne scheinen. Die Vorhersage ist in diesem Fall nicht das Problem, eher wohl unsere Erwartungshaltung an die Wettervorhersage!

Wetter-Apps sind Helfer, keine Alleskönner!

Das ist so wie beispielsweise beim Spurhalteassistenten in manchen Autos. Die Dinger helfen uns, aber lenken müssen wir halt noch selbst. So ist das auch mit den Wetter-Apps: Die Dinger helfen uns, aber nach oben schauen müssen wir noch selbst. Und entscheiden, ob die schwarze Wolke dort drüben uns voll erwischt oder nicht doch noch zwei Kilometer vorbei zieht.

Das ist dann doch noch der Unterschied zu einer persönlichen Wettervorhersage: Ein guter Meteorologe weiß so etwas, und er kann dann auch erzählen, wo genau die meisten Schauer heute erwartet werden und entlangziehen.

Deswegen werden zu den wirklich wichtigen Dingen, wie zur Luftfahrt, Seeschifffahrt (oder vor Corona auch zu Groß-Events) richtige Fachleute und Meteorologen hinzugezogen und nicht Wetter-Apps. Aber dafür kosten die Apps nichts. Oder nur ganz wenig. Und das ist ja schließlich auch was.

Und auch die Wettervorhersage hier bei HIT RADIO FFH wird natürlich von Experten gemacht: Das aktuelle Hessenwetter von Dr. Martin "Wetter" Gudd

nach oben