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Urteil: Direkt beim Hotel buchen kann sich lohnen

So spart ihr beim buchen - Urteil für billigere Hotelzimmer

Wird bald er Hotelbesuch günstiger? Für Leute, die über die Websiten der Hotels buchen, wahrscheinlich schon.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs sorgt für Bewegung bei Hotelpreisen. Wer direkt beim Hotel bucht, könnte in Zukunft Geld sparen.

Beim Buchen des Sommerulaubs sind sind Vergleichs- und Urlaubsportale im Internet besonders beliebt. Doch wer dort bucht, zahlt zukünftig vielleicht mehr als nötig. Denn ab sofort lohnt es sich, auch noch einen Blick direkt auf die Website des Hotels zu werfen, und zu überprüfen, ob das selbe Zimmer dort vielleicht günstiger angeboten wird. Bisher hatten die großen Portale versucht, dies den Hotels zu verbieten. Sprich: Wer sein Hotel zum Beispiel beim Marktführer booking.com eintragen wollte, musste sich gleichzeitig verpflichten, keine günstigeren Preise auf der eigenen Webseite anzubieten. Diese Praxis hat der Bundesgerichtshofs in seinem Urteil für illegal erklärt.

Bestpreisklausel schränkt Hotels ein

Für Hotels sind Buchungsportale ein zweischneidiges Schwert. Zwar sorgen sie dafür, dass sie von vielen potentiellen Kunden gefunden werden - diesen Dienst lässt sich der Anbieter allerdings gut bezahlen. Für jede Buchung erhält das Vergleichsportal eine Provision, die sich üblicherweise zwischen zehn und zwanzig Prozent des Gesamtpreises bewegt. Bucht ein Kunde direkt über die Seite des Hotels, fallen diese Kosten nicht an - das Hotel könnte seine Zimmer entsprechend billiger anbieten.

Das durften sie bisher aber nicht: Mit einer sogenannte Bestpreisklausel in den Nutzungsbedingungen verhinderten die Portale dies. Ein Einschnitt in den freien Wettbewerb, der dem Bundeskartellamt zu weit ging. Die Kartellwächter untersagtensolche Klauseln, der Betreiber Booking.com klagte daraufhin und ist nun vor dem Kartellsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe gescheitert. 

Richter nennen es "Wettbewerbsbeschränkung"

Die Richter waren der Meinung, dass Booking.com auch ohne die Klausel gut auskommen werde. Immerhin sei die Website im vergangenen Jahr Marktführer in Deutschland und das, obwohl es die Klausel bereits in dem Zeitraum nicht mehr gab. Sie wurde nämlich während des laufenden Prozesses ausgesetzt. Außerdem schränke die Klausel den unabhängigen Online-Vertrieb der Hotels erheblich ein. „Wettbewerbsbeschränkung“ nannten die Richter das bei der Urteilsverkündung.

Das Bundeskartellamt begrüßt die Entscheidung, da die Klausel Nachteile für die Anbieter brächte und auch höhere Preise für die Kunden bedeuten könne.

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