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10 Impf-Fakten, die ihr wissen solltet

Alkohol, Arbeitgeber und Sport - 10 Impf-Fakten, die ihr wissen solltet

Wer in diesen Tagen auf eine Corona-Impfung oder auf einen Termin warten wartet: Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Impfung mit zehn Fakten, die uns Hessen wirklich interessieren: Wie siehts mit Alkohol aus, was sind die Nebenwirkungen und muss mich mein Arbeitgeber freistellen? Wir geben Antworten.

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1. Alkohol nach der Impfung

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sagt dazu: "Alkohol hat zwar keinen großen Einfluss auf die Wirksamkeit der Impfung. Allerdings sei es ratsam, in den Tagen vor und nach der Impfung keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken." Weil: Nach der Impfung ist unser Körper damit beschäftigt Antikörper zu bilden. Das ist anstrengend. Trinken wir dazu noch große Mengen Alkohol, ist das eine zusätzliche Belastung. Dadurch könnten auch mögliche Nebenwirkungen verstärkt werden.

2. Muss mich der Arbeitgeber für die Impfung freistellen?

Es verhält sich wie ein Arztbesuch: Der ist Privatsache und sollte außerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Beschäftigte haben nur in Ausnahmen einen Anspruch auf Freistellung. Hier kommt das aber: Solange wir feste Termine zugewiesen bekommen, vom Impfzentrum zum Beispiel, an denen wir kaum Einfluss haben - kann das so ein Ausnahmefall sein - da wird gerne mal der Paragraph 616 im BGB rangezogen.

3. Welche Nebenwirkungen gibt es?

Erstmal müssen wir unterscheiden. Zum einen gibt es die Impfreaktionen. Das sind die klassischen Symptome wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichte Temperatur oder Übelkeit. Diese Reaktionen sind in der Regel nach zwei Tagen vorbei. Impfkomplikationen wiederum - also schwerere Nebenwirkungen - treten zwischen dem 4. und 16. Tag auf. Falls man Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Kopfschmerzen entwickelt die länger als vier Tage andauern oder wenn die Arme oder Beine anschwellen, sollte man nochmal zum Arzt gehen. Zur richtigen Einordnung: Im letzten Sicherheitsbericht vom Paul Ehrlich Institut gab es bei rund 28 Millionen Impfungen 50.000 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen - das sind 0.18 Prozent.

4. Auto fahren nach der Impfung?

Es spricht nichts dagegen, außer man fühlt sich selbst nach der Impfung nicht in der Lage, weil der Kreislauf vielleicht noch nicht so ganz mitspielt. In diesem Fall: Mit dem Arzt sprechen. Bei älteren Menschen zum Beispiel gibt es unter Umständen auch die Option, dass die Krankenkasse ein Taxi übernimmt.

5. Darf ich nach der Impfung Sport machen?

Das Robert Koch Institut schreibt dazu: "Nach der Impfung müssen sie sich nicht besonders schonen. Sportliche Aktivitäten stellen generell kein Problem dar." Allerdings auch nur, wenn wir uns fit fühlen. Und wir sollten es nicht übertreiben. Eine ganztägige Fahrradtour oder ein Halbmarathon sollten wir also lieber sein lassen. Wenn wir uns nach der Impfung schlapp fühlen oder Nebenwirkungen haben, dann lieber ein, zwei Tage Pause machen beim Sport.

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6. Wie lange warten nach nach Corona-Genesung?

Das Robert Koch Institut sagt hierzu: Personen, die eine Infektion durchgemacht haben, sollten frühestens sechs Monate nach der Genesung geimpft werden. Das liegt unter anderem daran, dass wir nach einer überstandenen Infektion vorübergehend einen gewissen Schutz haben. Außerdem gibt es immer noch eine Impfstoffknappheit und viele Menschen haben noch gar keinen Schutz vor dem Virus. 

7. Welche Medikamente kann ich gegen Impf-Nebenwirkungen nehmen?

Bei Schmerzen oder Fieber können laut dem Robert Koch Institut schmerzlindernde oder fiebersenkende Medikamente genommen werden. Zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen. Bislang gibt es keine Erkenntnisse, dass das den Impferfolg beeinflussen könnte. Allerdings raten Expertinnen und Experten davon ab, vorsorglich solche Medikamente gegen die Nebenwirkungen zu nehmen, sondern erst, wenn sie wirklich gebraucht werden.

8. Was gibt es vor dem Impf-Termin zu beachten?

Den Pieks gibt es in den Oberarm: also am besten etwas kurzärmliges anziehen. Außerdem: pünktlich da sein und an die Versichertenkarte, den Personalausweis und den Impfpass denken. Auch sollte man etwas Zeit einplanen. Ein Termin kann schonmal eine Stunde dauern. 

9. Ein oder zwei Spritzen für Genesene?

Laut dem RKI reicht bei genesenen Menschen ganz klar eine Spritze. Dadurch, dass die Genesenen schon eine Immunität gegen das Virus haben, brauchen sie quasi nur eine Auffrischung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine Dosis bei den Genesenen in etwa die selbe Wirkung hat wie zwei Dosen bei den vorher Nicht-Infizierten. Für diese einfache Impfung können alle zugelassenen Impfstoffe benutzt werden. Also auch Biontech oder Astra Zeneca, von denen es normalerweise zwei Spritzen gibt.

10. Wann bin ich immun?

Laut dem Robert Koch Institut dauert es nach der zweiten Dosis etwa 14 Tage, bis der volle Impfschutz einsetzt. Aber: auch dann können wir uns theoretisch immer noch anstecken. Die Impfung verringert das Risiko einer Erkrankung zwar um teilweise über 90 Prozent. Sie ist aber kein hundertprozentiger Schutz. In Deutschland wurden zum Beispiel Stand Freitag rund 13.000 vollständig Geimpfte positiv getestet. Das sind etwa 0,16 Prozent derjenigen, die schon ihre zweite Dosis haben. Es bleibt also ein Restrisiko, dass wir uns trotz Impfung anstecken. Die Viruslast sei in dem Fall aber deutlich geringer, sagt das Robert Koch Institut. Sie gehen deshalb davon aus, dass zweifach Geimpfte bei der Verbreitung des Virus keine wesentliche Rolle mehr spielen.

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