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Erfindung aus Hessen: Rettungsgassenkamera

Hessen bei Jugend forscht - Kamera erkennt Rettungsgassen-Blockierer

David Weiß mit seiner Erfindung, der "Emergency Lane Camera"

Diese Erfindung aus Lampertheim könnte in Zukunft das Nachverfolgen von Verkehrssündern und Dränglern in Rettungsgassen vereinfachen: Eine Rettungsgassenkamera. Der Erfinder David Weiß  ist gerade mal 17 Jahre alt und steht mit seinem Projekt im Bundesfinale von Jugend forscht.

"Emergency Lane Camera"

Bei einem Rettungseinsatz kommt es auf jede Sekunde an. Das weiß David Weiß aus Lampertheim nur zu gut. Der 17-jährige Schüler ist bei der DLRG. Damit das Rettungsauto möglichst schnell an die Unfallstelle kommt, ist eine Rettungsgasse extrem wichtig. Es kommt aber immer wieder vor, dass sich andere Autofahrer durch die Rettungsgasse drängeln oder keinen Platz machen. Davids Erfindung, die „Emergency Lane Camera“ soll nun die Rückverfolgung der Drängler einfacher machen und den Rettungskräften die Fahrt erleichtern, indem sie die Daten über die Blockierer direkt sammelt und automatisch an die Behörden schickt. Mit seiner Erfindung gewann er schon den Landeswettbewerb Jugend forscht Hessen und steht nun im großen Bundesfinale. Nun will er seine Erfindung auch patentieren lassen.

Wie funktioniert die Kamera?

Die Kamera kann ganz einfach an der Windschutzscheibe befestigt werden.

Die Kamera kann wie ein Navigationsgerät mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe der Einsatzfahrzeuge angebracht werden. Wird nun das Martinshorn aktiviert, schaltet sich auch automatisch die Kamera ein und scannt die Straße vor dem Wagen. Ist der Weg blockiert, sammelt die Kamera Daten, wie Uhrzeit, Ort und Dauer der Blockierung. Diese sendet sie dann automatisch mit dem aufgenommenen Video direkt an die Behörden. Bisher konnten die Rettungssanitäter die Nummernschilder der Verkehrssünder nur selbst notieren und dann an die Behörden weiterleiten. Das würde in Zukunft nicht mehr nötig sein und sie könnten sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.

Das hessische Innenministerium ist interessiert

Beim hessischen Innenministerium hat die Kamera schon Aufsehen erregt. Es will nun mit David in Kontakt treten. Ob die Kameras jemals in Rettungsfahrzeugen zum Einsatz kommen, ist fraglich. Denn aktuell darf nur die Polizei Kameras im Auto haben. In Feuerwehrfahrzeugen und Rettungswägen ist das aus Datenschutzgründen verboten.  

Die anderen hessischen Teilnehmer im Bundesfinale

© Jugend-forscht.de

Jugend forscht findet bereits zum 56. Mal statt. 113 Projekte sind dieses Jahr im großen Bundesfinale mit dabei.

Doch Davids Erfindung ist nicht das einzige hessische Projekt beim Bundesfinale. Sechs weitere hessische Beiträge gehen ins Rennen um den Sieg. Wir stellen sie euch vor.

Raumanalyse per Ultraschall

Per Ultraschall einen Raum abmessen und darstellen: auf diese Idee sind Ferdinand Schäffter und Lukas Schnellbacher aus Michelstadt gekommen. Die Technik haben sie dabei von Fledermäusen abgeschaut und ein Ultraschall-Vermessungssystem für Räume entwickelt. Ein Lautsprecher sendet dabei ein Ultraschallsignal aus, dessen Echos dann wiederrum von Mikrofonen aufgenommen werden. Eine selbstentwickelte Software kann die Daten nun weiterverarbeiten und damit ein Abbild des Raumes erstellen.

Der Rückgang der Artenvielfalt in der Flora

Um den Rückgang der Artenvielfalt zu beobachten, muss man nicht unbedingt eine Dokumentation über ein fremdes Land schauen. Auch hier in Deutschland ist der Rückgang allgegenwärtig. Das hat auch der 20-jährige Jakob Nolte festgestellt. In seinem Projekt hat er über drei Sommer hinweg die Blumen rund um seinen Heimatort Laubach beobachtet und deren Anzahl notiert. Die Ergebnisse dieser Arbeit hat er dann mit historischen Aufzeichnungen in der Literatur verglichen. Seine Erkenntnis: Rund 80 Prozent aller Arten sind in den letzten 100 bis 200 Jahren seltener geworden oder ausgestorben. Es gibt viel weniger Orchideenarten und die Gänsefußgewächse sind komplett verschwunden.

Bewegungen geladener Teilchen in Magnetfeldern

Wenn geladene Teilchen durch ein Magnetfeld fliegen, ändern sie dabei ihre ursprüngliche Flugbahn. Das hat sich Luca Iffland aus Frankfurt in seinem Projekt genauer angeschaut. Der 19-Jährige verwendete dafür einen mathematischen Ansatz. Damit konnte er nicht nur eine Bewegungsgleichung für gleichmäßige und homogene Magnetfelder, sondern zum Teil auch für unregelmäßige Magnetfelder herleiten.

Die Natur als Vorbild für Kunststoff

Wie kann man einen umweltfreundlichen Kunsstoff herstellen? Das haben sich Florian Fox aus Staufenberg und Manuel Khazarian aus Bebra auch gefragt. Aus Glyzerinsäure, die in vielen Pflanzen enthalten ist, wollten sie einen umweltfreundlichen Kunststoff herstellen. Sie synthetisierten die Säure und verknüpften sie mit anderen Säuremolekülen zu langen Polymerketten. Letztendlich kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Eigenschaften der Kunststoffe, wie Festigkeit oder Oberflächenstruktur, von Reaktionsbedingungen und Säurepartner bestimmt werden.

Stabilisierungssysteme für Stratosphärenballons

Wenn ein Stratosphärenballon mehrere Kilometer über dem Erdboden schwebt, kann es vorkommen, dass dieser sich dreht oder schwankt. Das ist problematisch, da die Instrumente an Bord oft nur ungenaue Daten sammeln können. Um dem entgegegn zu wirken, haben Kalle Bracht aus Kassel und Leo Bechtstein aus Melsungen verschiedene Konzepte für Stabilisierungssysteme für Stratosphärenballons entwickelt. So zum Beispiel ein Motorbetriebenes Luftruder oder eine ausgefeilte Aufhängung.

Warnsystem für Schwelbrände

Ein ausgeklügeltes Warnsystem für gefährliche Schwelbrände haben Sören Bender aus Seeheim-Jugenheim und Konstantin Bachem aus Darmstadt entwickelt. Grob gesagt besteht das Messsystem aus einem Netz von Temperatursensoren, die in Kabelkanälen installiert werden können. Die Messwerte werden per Funk an einen zentralen Computer geschickt, an dem man sich die Werte auch anschauen kann. Sollte es irgendwo zu heiß werden, erklingt ein Warnsignal. Diese Technik könnte vor allem in Zügen oder Flugzeugen eingesetzt werden.

Bildungsministerin Anja Karliczek übergibt Preis

Das große Bundesfinale findet nun schon zum 56. Mal statt, dieses Jahr wird es aber vom Mittwoch, den 26. Mai bis zum Samstag, den 30. Mai, online abgehalten. Die über hundert Projekte sind in zehn Fachgebieten aufgeteilt. Die Siegerehrung findet am 30. Mai zwischen Elf und 13 Uhr statt. Gäste wie Bildungsministerin Anja Karliczek werden die Preise vergeben. Über diesen Link könnt ihr die Preisverleihung im Livestream anschauen.

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