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Hessens ungewöhnlichste Treppen

Hessens ungewöhnliche Treppen - Lang, steil, beschwerlich - und poetisch?

Treppen laufen kann ganz schön mühselig sein. Stufe für Stufe und Schritt für Schritt, da kommt man schnell ins Schwitzen. Aber wir wissen ja: Bewegung ist gesund und tut gut. Da das Erklimmen von normalen Treppen aber ziemlich langweilig ist, haben wir euch einige ungewöhnliche Treppen im FFH-Land herausgesucht, die einen Besuch und Aufstieg wert sind.

Südliches FFH-Land

© picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Franz Maier, aktueller Weltrekordinhaber im Treppensteigen, geht während des Weltrekordversuchs die Treppe am Geländer an der kleinen Himmelsleiter in Heidelberg hoch.

Heidelberger Himmelsleiter

Die mit Abstand größte und bekannteste Treppe in der Gegend ist die „Himmelsleiter“ auf den Königstuhl bei Heidelberg. Etwa 1600 Stufe führen von ganz unten in der Altstadt bis ganz nach oben auf den Königsstuhl, einen der beiden Heidelberger Hausberge. Eigentlich beginnt die Himmelsleiter erst etwas oberhalb des Schlosses, man kann die ersten 400 Stufen auch gemütlich mit der Bergbahn umfahren. Vom Schloss sind es dann noch 1200 Stufen auf denen man über 270 Höhenmeter bewältigt. Oben angekommen bietet sich ein toller Ausblick auf die Gegend rund um Heidelberg. Dieser Aussichtspunkt hat sich herumgesprochen, das Ausflugsziel wird immer beliebter.

Mittelhessen

© picture alliance / dpa | Uwe Zucchi

Die Treppe in Marburg mit dem Spruch der Brüder Grimm. 

Brüder-Grimm-Treppe

Poetische Treppen gibt es in Mittelhessen zu sehen und zu erklimmen. Die eine befindet sich in der hessischen Treppenhauptstadt Marburg. Hier könnt ihr einen passenden Spruch der Brüder Grimm lesen, in dem die schöne Lage und die Aussicht vom Schloss gelobt wird: „Ich glaube, es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern“, steht dort zum Beispiel geschrieben. Marburg hat es den beiden Märchen-Brüdern ja bekanntlich ziemlich angetan.

Treppe mit einem Gedicht von Hermann Hesse

Die andere Treppe ist in Biedenkopf zu finden. Poetisch geht es auch hier zu. Hier könnt ihr Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ lesen, während ihr die Treppen empor steigt. „Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten“, lauten zwei Verse aus dem Gedicht.

Nordhessen

© picture alliance/dpa | Uwe Zucchi

Die Treppenstraße in Kassel ist ein Wahrzeichen der Stadt. Sie kam sogar schon in verschiedenen Filmen vor.

Treppenstraße

Die erste Fußgängerzone Deutschlands ist eine Treppe und dazu noch eine hessische. In Kassel befindet sich die 300 Meter lange Treppenstraße. Das „Besondere“ ist, dass die Treppenstufen sehr niedrig sind. Weil man immer kleine Schritte machen muss, sieht das dann auch immer total komisch aus, wenn man hoch oder runter geht. Meistens reicht aber auch einfach ein großer Schritt, um zwei Stufen auf einmal zu nehmen. Wenn euch auf den 104 Stufen die Puste ausgehen sollte, könnt ihr euch auch ganz gemütlich in eines der Cafés am Rand setzen und euch etwas ausruhen.

Treppen am Herkules

Außerdem sind in Kassel die Treppen am Herkules spektakulär. Hier könnt ihr an den Kaskaden entlang gehen und die Wasserspiele aus nächster Nähe anschauen. Jeweils rechts und links der Wasserstufen könnt ihr das Wasser auf etwa 540 Stufen begleiten. Ganz oben wartet die Statue des Herkules und eine spektakuläre Aussicht über Kassel. Dafür müsst ihr aber noch ein paar mehr Stufen steigen, insgesamt dann 885.

© Stadtverwaltung Fritzlar

Diesen Weg kennen viele Fritzlarer Schulkinder nur zu gut. Jeden Tag müssen sie sich nach der Schule hier hoch quälen.

Fritzlarer Ziegentreppchen

Das Ziegentreppchen in Fritzlar: Eigentlich ein Berg, der von vielen langen Stufen gespickt ist. Viele Kinder müssen ihn erklimmen, um nach der Schule nach Hause zu kommen, so auch FFH-Reporter Lukas Schäfer: „Die ist einfach nur der Horror, weil es so steil hoch geht und die Stufen sehr langgezogen sind.“ In Fritzlar kenne diese berüchtigten Stufen jeder, meint er.

Frankfurt und Rhein-Main

© picture alliance/dpa | Arne Dedert

Christian Riedl erreicht als Sieger des letzten SKY-RUNs 2018 das 61. Stockwerk.

SKY-RUN

Beim SKY-RUN wird Treppenlaufen zum Sport. Im Frankfurter Messeturm erklimmen Sportbegeistere ganze 1344 Stufen und legen dabei 222 Höhenmeter zurück. Normalerweise findet das Ereignis jedes Jahr statt, doch seit 2018 ist Pause. Umbauarbeiten und die Pandemie verhinderten den Lauf die letzten Jahre. Bis zu 1150 Läufer gingen früher an den Start. Ob der SKY-RUN in diesem Jahr zurückkehrt, ist noch nicht bekannt. Hobby-Treppensteiger dürfen aber nicht in den Messeturm, für sie ist er außerhalb des Events tabu und geschlossen.

Kaiserdom

Als Alternative gibt es da in Frankfurt noch den Kaiserdom. Der ist zwar nicht ganz so hoch, aber auch ziemlich beschwerlich zu besteigen. Auf 328 Stufen legt ihr 66 Höhenmeter zurück. Die Aussicht von oben ist den Aufwand aber allemal wert.

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