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Ablageort gewählt: DHL klingelt künftig nicht mehr

Wenn Ablageort gewählt ist - DHL klingelt ab 12. Juli nicht mehr

Es soll weniger störend für den Kunden sein und spart vor allem viel Zeit bei den Zustellern. DHL ändert seine Versand-Regeln: Wenn ein Ablageort vereinbart ist, werden Pakete künftig hinterlassen, ohne zu klingeln. Wer keinen Ablageort angegeben hat, für den ändert sich nichts.

Es ist schon fast sprichwörtlich: Der Paketbote, der nicht klingelt, obwohl man den ganzen Tag daheim war. Paketversender DHL macht diese Art der Zustellung jetzt zur offiziellen Firmenpolitik, zumindest sofern man einen "Ablageort" vereinbart hat. Solch ein Ort war ursprünglich als Alternative, wenn der Empfänger nicht angetroffen werden kann, gedacht. Im DHL-Kundenkonto konnte für diesen Fall eine Anweisung hinterlegt werden, wo das Paket abgestellt werden soll. Beispielsweise "neben der Garage" oder "hinter den Mülltonnen".

Ab 12. Juli dreht DHL das Konzept nun um, und stellt Pakete grundsätzlich am ausgewählten Ablageort zu, ohne vorher zu schauen, ob der Empfänger daheim ist. Per Mail und über die App wird der Empfänger dann benachrichtigt, dass er sein Paket am ausgemachten Ort einsammeln kann.

Keine Störung für den Kunden, weniger Arbeit für den Zusteller

DHL begründet dies mit Kontaktvermeidung in der Corona-Zeit und dass viele Kunden sich durch das Klingeln gestört fühlen würden. Aber natürlich spart ein solches Vorgehen dem Zusteller auch viel Zeit. Wer einen Ablageort vereinbart hat und diese neue Art der Zustellung nicht möchte, der muss aktiv widersprechen. Dafür bietet der Versandienstleister im Kundenkonto unter "Pakete empfangen - Ablageort" eine neue Option namens "Vor der Zustellung soll der Zusteller klingeln" an, die standardmäßig ausgeschaltet ist. Wer dort ein Häkchen setzt, bei dem soll der Zusteller dann wie bisher zuerst versuchen das Paket an der Tür zuzustellen, verspricht DHL. Wer kein Kundenkonto hat, der kann den Klingelwunsch auch über das Kontaktformular einrichten lassen.

Wer sein Paket an einen "Wunschnachbarn" oder die "Packstation" liefern lässt, für den ändert sich nichts.

Vorsicht bei Ablageverträgen

Die aktuelle Änderung wirft auch noch einmal ein Licht auf ein generelles Problem von derartigen Ablageorten. Denn wer einem Paketdienst die Erlaubnis zur Abstellung gibt, der übernimmt auch das Risiko, falls das Paket danach geklaut wird. In dem Moment, indem der Bote das Paket an dem vereinbarten Ort ablegt, gilt es als "zugestellt". Was danach passiert, dafür übernehmen die Paketdienstleister keine Haftung. Entdeckt also zufällig jemand das Paket mit der teuren Bestellung und nimmt es mit, so bleibt der Kunde wahrscheinlich auf den Kosten sitzen und hat keinen Anspruch auf Ersatz von DHL oder vom Händler. Daher sollte sich jeder gut überlegen, ob er dieses Risiko eingehen will, und einen Ablageort vereinbart.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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