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Kinotipp: Fast & Furious 9

Kinotipp: Fast & Furious 9 - Irrwitziges Autoschrotten im XXL-Format

Willkommen zum Fortgeschrittenen-Kurs in Autoschrotten. Thema: Wie kann man teure Fahrzeuge noch kreativer demolieren? FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Für die Fans ein bildschöner Blechschaden – für alle anderen ein schlimmer Crash.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, sieben ist es wert.

Einverstanden, dass wir nicht über die Story reden? Die hat schließlich bei „Fast & Furious“ noch nie eine Rolle gespielt. Die Bleifuß-Bande um Vin Diesel kämpft wieder gegen Finsterlinge. Und nur eins zählt: Wie aberwitzig wird‘s dieses Mal? Schwerkraft ist ja nur was für Amateure: Die Helden rasen eine gekappte Hängebrücke hoch, heben mit einem Raketenauto ab und vollführen in den Gassen von Edinburgh ein grandioses PS-Ballett mit magnetischen Sportwagen. Alles absurd, laut und „larger than life“. Die Dschungel-Verfolgungsjagd im ersten Drittel würden sich andere Filme als finalen Höhepunkt aufsparen.

"No-Brainer"

Hochklasse-Schauspieler wie Charlize Theron, Helen Mirren oder Kurt Russell scheuen sich nicht, die Endlos-Karambolage mit ihren Gesichtern zu adeln – obwohl sie weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Sie erreichen ein Riesenpublikum und nehmen dafür ihre eindimensionalen Charaktere und die grobgeschnitzten Dialoge in Kauf.

Im Amerikanischen gibt’s einen großartigen Begriff für solche Blockbuster: „No-Brainer“ – einfach Gehirn ausschalten und sich zudröhnen lassen. Dann, und nur dann, macht „Fast & Furious 9“ Spaß.  

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