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So gewöhnt ihr euren Hund ans Alleinsein

Nach einem Jahr Home Office - So gewöhnt ihr euren Hund ans Alleinsein

Ständiges Bellen kann sowohl euch, als auch euren Nachbarn den letzten Nerv rauben.

Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Hunde müssen sich wieder daran gewöhnen, dass das Home-Office abnimmt und wir in die Büros zurückkehren. Für viele Haustiere ist das nicht leicht, doch der Hundecoach Chris Deschl hat ein paar Tipps und Tricks parat, mit denen ihr diese an die neuen Umstände gewöhnen könnt.

Plötzlich ganz allein daheim

Nach einer langen Zeit im Home-Office können viele Hessen wieder in ihre Büros zurückkehren. Das kann aber für eure Hunde ungewohnt sein. Über das letzte Jahr haben sie sich daran gewöhnt, dass immer jemand zuhause ist, immer jemand spielen und kraulen kann. Jetzt müssen sie mit der neue Situation zurechtkommen. Das ist aber teilweise gar nicht so einfach, da viele Vierbeiner anfangen, ununterbrochen zu bellen, sobald sie alleine gelassen werden. Der Hundecoach Chris Deschl hat Sabine Schneider im FFH-Interview Tipps gegeben, wie ihr euren Hund am besten an das Alleinsein gewöhnt.

Der Hund muss sich zurücknehmen

Damit ein Hund alleine bleiben kann, müsse dieser lernen, sich selbst zurückzunehmen und auch mal mit weniger Beschäftigung auszukommen, erklärt Deschl. Das könnt ihr auch ganz einfach daheim trainieren. Einfach mal die Türen hinter sich schließen, den Hund ein wenig allein lassen und dann wieder kommen. Dabei solltet ihr dann aber auf eine „große Begrüßungsorgie“ verzichten, wie es der Hundecoach nennt. Der Hund soll das Alleinsein als Normalität wahrnehmen und diese Normalität müsst ihr ihm vorleben.

Welpen sollte man noch nicht so lange alleine lassen, empfiehlt der Hundecoach. Wenn sie fünf Monate alt sind, könnt ihr mit dem Training beginnen.

Nicht zu früh und nicht zu spät mit dem Training anfangen

Dieser Lernprozess geht aber nicht von heute auf morgen. Die Dauer komme auf ganz verschiedene Faktoren an. Die Rasse, der Startzeitpunkt des Trainings und auch das Alter des Hundes spielen dabei eine Rolle.

Je früher ihr das selbstverständliche Alleinsein mit dem Hund übt, umso besser klappt es, meint der Hundecoach. Doch der Vierbeiner sollte nicht zu jung sein, warnt Deschl. Er selbst findet das Training im Welpenalter noch kritisch, wenn der Hund dann fünf oder sechs Monate alt ist, könnt ihr damit beginnen.

Zwei bis drei Stunden alleine sein, sollten dann kein Problem mehr sein. Je nach Training könnt ihr diesen Zeitraum auch noch verlängern, den Hunden mache das nicht viel aus, meint Deschl. „Hunde haben überhaupt kein Thema damit, die schlafen dann acht, neun Stunden.“ Zum Dauerzustand sollte das aber nicht werden, denn Hunde hätten auch wie wir Menschen ein Anrecht auf soziale Kontakte.

Verkettung von Problemen

Sollte das Training nichts gebracht haben und euer Hund immer noch bellen, sobald ihr die Haustür zumacht, kann das auch an anderen Faktoren liegen, sagt Deschl. Zum Beispiel sei es ein Symptom für eine mangelnde Frustrationstoleranz beim Hund.

Da hilft die richtige Erziehung. Eine Gegenmaßnahme sei, den Hund bei bestimmten Dingen etwas warten zu lassen. Egal ob auf sein Futter oder auf das Gassi gehen. Legt eurem Hund die Leine an, gönnt euch danach ganz entspannt einen leckeren Kaffee und geht dann erst Gassi. Das sei schon für viele Hunde sehr schwierig, meint Deschl. Aber er hat den passenden Vergleich gefunden: „Das ist wie mit dem Ü-Ei an der Kasse und dem Kind“, das es unbedingt haben will, aber nicht darf. Der Hund muss lernen, dass er sich zurücknehmen muss und sich nicht alles um ihn dreht.

So gewöhnt ihr euren Hund an das längere Alleinsein

Der Hundecoach Chris Deschl im FFH-Interview

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