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UNESCO-Welterbe: An sieben Orten in Hessen

Ausflugsziel: UNESCO-Welterbe - Mathildenhöhe, Limes, und Mittelrheintal

Die Pyramiden von Gizeh, der Yellowstone Nationalpark und die Mathildenhöhe in Darmstadt haben nun eine Sache gemeinsam: Sie sind UNESCO-Welterbe. Denn am Samstag wurde darüber beraten, ob das Darmstädter Wahrzeichen diesen Titel bekommt. Das Ergebis steht fest und jetzt haben wir sieben Welterbestättentitel. Und ein Besuch bei diesen lohnt sich - so viel sei gesagt.

Jetzt auch Welterbe: Die Mathildenhöhe

Endlich ist die Mathildenhöhe in Darmstadt Weltkulturerbe und einen Besuch ist sie definitiv wert. Denn wer kulturell und architektonisch etwas erleben möchte, ist hier gut aufgehoben. Ihr könnt euch die Meisterhäuser der Künstlerkolonie genauer anschauen, die Pracht der russischen Kapelle bewundern oder einfach durch den Park Rosenhöhe schlendern. All das überragt nur der Hochzeitsturm mit seiner charakteristischen Form. Auf einer Höhe von 48 Metern habt ihr von dort oben ganz Darmstadt im Blick.

Seit Samstag steht es fest: Die Mathildenhöhe ist Welterbestätte! 

Der Bergpark Wilhelmshöhe

Die tosende Wassermassen, die die Kaskaden herunterfließen, die Geysire, die Wasserfontänen in die Luft schießen und der tolle Ausblick über Kassel machen dieses Weltkulturerbe zu einem beliebten Ausflugsziel. Die beste Aussicht hat aber wohl die Kupferstatue des griechischen Halbgottes Herkules, die auf dem Karlsberg über allem thront. Natürlich geht es gerade um den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. Der erstreckt sich vom Schloss Wilhelmshöhe ganz unten, bis zum Herkules ganz nach oben auf dem Karlsberg. Errichtet wurde der Park in Kassel schon ab dem Jahr 1696, seit 2013 ist er Weltkulturerbe.

Bekannt ist der Bergpark auch für seine wunderschöne Gartenkunst oder die Löwenburg.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee

© picture alliance / dpa | Uwe Zucchi

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist vor allem bekannt für seine Jahrhunderte alten Buchen.

Durch Jahrhunderte alte Buchenwälder spazieren oder gar über den Baumwipfel wandern, könnt ihr im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Nach einer ausgiebigen Wanderungen durch den idyllischen Wald, könnt ihr euch direkt im Edersee abkühlen. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist wohl der Traum eines jeden Wanderfans. Er liegt südwestlich von Kassel und ist Teil des transnationalen Weltnaturerbes Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. In Deutschland gehören, neben dem Wald am Edersee, noch vier weitere Waldgebiete dazu. Der Nationalpark am Edersee erstreckt sich über gut 15 Quadratkilometer, dort könnt ihr auch auf dem TreeTopWalk durch die Baumkronen der, teilweise Jahrhunderte alten, Buchen wandern.

Die Grube Messel

© picture alliance/dpa | Boris Roessler

In der Grube Messel wurden bisher viele Fossilien von urzeitlichen Tieren gefunden.

Selbst einmal wie ein Archäologe eine Ausgrabungsstätte erkunden und versteinerte Skelette bewundern, ist für viele ein Traum. In der Grube Messel in Südhessen wurden schon vielen und vor allem guterhaltenen Fossilienfunde gemacht. In dem ehemaligem Ölschiefersteinbruch können sich Besucher heute noch Relikte aus einer längst vergangenen Zeit hautnah anschauen. 

 Vor über 50 Millionen Jahren tummelten sich damals in dem See Krokodile, Schildkröten und Fische. Im versteinerten Schlamm des Sees sind die Überreste besonders gut erhalten. Aber auch Fossilien von Minipferden, die zu den ersten Säugetieren gehörten, wurden hier ausgegraben. Sie zählen zu den bedeutendsten Funden. 1995 wurde die Grube Messel in die Weltnaturerbe-Liste aufgenommen

Der Obergermanisch-Raetische Limes

© picture alliance / dpa | Arne Dedert

Auch die Saalburg bei Bad Homburg gehört zum Limes und ist somit Weltkulturerbe.

Wie die Römer auf Patrouille gehen, die Grenze des römischen Reiches bewachen und mal selbst am eigenen Leib erfahren, wie die Römer vor gut 2000 Jahren gelebt haben: Möglich ist das in der Saalburg. Das rekonstruierte Römerkastell ist Teil des Limes und ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Schulklassen. Der Limes wurde im Jahr 120 nach Christus errichtet und bildete auf einer Länge von 550 Kilometer eine Grenze zwischen dem Reich der Römer und den Gebieten der Germanen. Heute ist nicht mehr allzu viel von der Grenzbefestigung übrig. Dennoch wurde der Obergermanisch-Raetische Limes 2005 zum Weltkulturerbe erklärt. In Hessen verläuft der Limes von Grebenroth bis nach Seligenstadt.

Das Kloster in Lorsch

© picture alliance / dpa | Oliver Berg

Die Torhalle des Klosters in Lorsch wurde schon vor über 1300 Jahren erbaut.

Eine Zeitreise ins Mittelalter könnt ihr im Freilichtlabor Lauresham machen. Zwischen rekonstruierten Ställen, Wohn- und Bauernhäusern erlebt ihr hier, wie das Leben im Mittelalter aussah. Außerdem könnt ihr euch dort anschauen, wie versucht wird, eine neue Rinderrasse zu züchten. Diese soll dem ausgestorbenen Auerochsen möglichst nahe kommen. Das Freilichtlabor gehört zu dem Kloster Lorsch, das UNESCO Welterbe ist. 

Dazu gehört außerdem ein sehr gut erhaltenes Relikt aus dem Mittelalter, die karolingische Torhalle. Sie wurde im Jahr 774 errichtet und zeugt immer noch von der damaligen Pracht des Klosters. Im Gegensatz zu heute war das Kloster damals enorm wichtig, Mönche fertigten hier sehr wertvolle Handschriften an, unter anderem das Lorscher Arzneibuch aus dem Jahr 785, das bis heute das älteste Medizinbuch in Deutschland ist. 

Das obere Mittelrheintal

© picture-alliance/ dpa | Thomas Frey

Der Loreleyfelsen ist zwar in der Rheinland-Pfalz, gehört aber zum Weltkulturerbe des Mittelrheintals, das auch zum kleinen Teil in Hessen liegt.

Für Leute, die das Mittelrheintal besuchen ist eine Weinwanderung Pflicht. Genüsslich durch die wunderschönen Weinberge direkt am Rhein spazieren, dabei Sonne und einen guten Tropfen genießen: Was gibt es Herrlicheres? Für seine schöne Landschaft, die Talhänge und seine Weinkultur ist das Tal bekannt. Die vielen Burgen, Schlösser und Kloster verleihen dem Ganzen noch ein besonderes Ambiente

Obwohl das 60 Kilometer lange obere Mittelrheintal zum größten Teil in der Rheinland-Pfalz liegt, ist das Weltkulturerbe auch ein Teil von Hessen. Der südöstliche Zipfel ragt nämlich noch ins FFH-Land hinein. Schon seit dem Jahr 2002 ist das Tal Weltkulturerbe.

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