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Kinotipp: Tom & Jerry

Kinotipp: Tom & Jerry - Braver Familienspaß mit wenig Tom & Jerry

Kater Tom und Maus Jerry sind seit Jahrzehnten Zeichentrick-Stars. Jetzt jagen sich die beiden Chaoten durch die reale Welt. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt:  Ein zu braver Familienspaß mit überraschend wenig Tom und Jerry.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, sechs ist es wert.

Irgendwie sind Tom und Jerry nur Gäste in ihrem eigenen Film. Hauptfigur ist ein echter Mensch im echten New York. Millenial-Girl Kayla (Chloe Grace Moretz) ergaunert sich einen Job als Eventmanagerin in einem Luxushotel. Dort soll das clevere Mädel die Promi-Hochzeit des Jahres organisieren. Allerdings hat sich Jerry dort eingenistet. Und so verbündet sich Kayla mit Tom, um die Maus loszuwerden. Klar, dass das nicht ohne größere Sachschäden abgeht.

Wer mit Tom & Jerry aufgewachsen ist – und wer ist das nicht – hat seinen Spaß an den kleinen und großen Fiesheiten zwischen den beiden.  Die Zwei sehen zum Glück aus, wie wir sie kennen. Nicht wie krampfhaft computergenerierte lebensechte Viecher.  Natürlich kriegt der Kater die üblichen Abreibungen:  Da saust ein Rolltor auf ihn runter, bei etlichen Stromschlägen scheint sein Skelett durch und natürlich haut’s ihm seinen Schädel zwischen die Schultern.  Aber den Zwist der beiden Titelhelden gibt’s nur in homöopathischer Dosis. Viel zu viel dreht sich der Film um die menschlichen Figuren.  Da bleiben Anarchie und Witz zurück hinter Geplänkel und Geziere. Immerhin hält Chloe Grace Moretz die 141 Filmminuten mit Charme und Leichtigkeit zusammen, untermalt von einem hiphop-funkigen Soundtrack.

Für Kinder springt bei „Tom & Jerry“ eine fröhliche Nachmittagsvorstellung raus, Erwachsene hätten sicherlich mehr erwartet.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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