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Der FFH-Kinotipp: Dune

Der FFH-Kinotipp - Dune - größer kann Kino nicht sein

Größer als dieser Science-Fiction-Bombast kann Kino nicht sein. Grandiose Stars, eine Bilderwucht ohnegleichen und ein schier unglaubliches Sound-Erlebnis machen Dune zu einer Sensation. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt:

Zehn Euro kostet dein Kinoticket – zehn ist es wert.

Die komplexe Story ist ein Stoff, an dem ein Film grausam scheitern kann. Mitte der 80er ist das passiert. Jetzt hat Regisseur Denis Villeneuve („Arrival“, „Blade Runner 2049“) daraus ein Meisterwerk gemacht.

Dune

In ferner Zukunft muss eine Herrscherfamilie mit ihrem jugendlichen Sohn Paul auf den gefährlichsten Planeten des Universums reisen. Nur dort gibt es den wertvollen Rohstoff „Spice“, der der Menschheit zum Überleben verhelfen soll. Doch ihre neue Heimat ist die Hölle: ein glühendheißer Wüstenplanet, bevölkert mit finsteren Stämmen und gewaltigen, 400 Meter langen Sandwürmern.

„Dune“ wirkt wie ein antikes Drama im Jahr 10191 – voller Intrigen, Verrat und Schlachten. Die ersten 20 Filmminuten brauchen wir, um die Zusammenhänge zu verstehen: Wer ist wer? Wohin geht die Reise und warum? Und wir lassen uns ein auf die Starpower. Jede Rolle ist perfekt besetzt: Shootingstar Timothée Chalamet („Interstellar“) ist der jugendliche Held Paul, gequält von Visionen und Zweifeln. Rebecca Ferguson („Mission: Impossible“) muss als seine Mutter eine Löwin sein, während sie innerlich an der Bestimmung ihres Sohnes zu zerbrechen droht. Auch Javier Bardem, Josh Brolin, Zendaya und Stellan Skarsgard gehören zum äußerst souveränen Cast.

Jedes körnige Bild dieses Films ist wie ein XXL-Gemälde. Die Wüste wogt wie ein Meer, wenn ein Sandwurm rasend schnell durch die Dünen pflügt. Der Soundtrack von Großmeister Hans Zimmer beeindruckt mit seiner brachialen Energie. Und Regisseur Villeneuve macht gar nicht erst den Versuch, die düstere Macht seines Werks durch leichte oder gar komische Momente zu entschärfen. Nur kurz vor Schluss darf ein Wüstenmäuschen mit schwitzenden Ohren durchs Bild huschen.

155 Filmminuten reichen nicht, um die Geschichte auszuerzählen. Genieße „Dune – Part One“ – und freu dich auf einen hoffentlich genauso grandiosen zweiten Teil irgendwann. Ich hatte das Gefühl, mir nach dem Kino den Sand von der Kleidung klopfen zu müssen.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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