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FFH-Kinotipp: Boss Baby 2

Der FFH-Kinotipp - Boss Baby – Schluss mit Kindergarten

Eine halbe Milliarde Dollar hat „The Boss Baby“ vor vier Jahren eingespielt. Damit war eine Fortsetzung praktisch Pflicht. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: „Boss Baby 2“ ist knallbunt, frech – und viel zu überdreht.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, sechs ist es wert.

Kleinkinder tragen Maßanzüge, reden wie Erwachsene und leiten Konzerne – wem das bei Teil 1 nicht zu gaga vorgekommen ist, der kommt auch mit dem Sequel klar.

Ted, das Boss Baby von damals, hat‘s inzwischen zum megareichen Geschäftsmann gebracht. Sein Bruder Tim ist nun selbst Vater zweier kleiner Töchter. Beide Männer müssen sich ins Krabbelalter zurückkatapultieren, um zu verhindern, dass ein durchgeknallter Wissenschaftler massenhaft superböse Babys züchtet. Die Story ist wieder so wahnwitzig wie der ganze Film.

So etwas passiert, wenn du zehntausend Ideen hast, alle in einen großen Mixer schmeißt und gut 100 Minuten Trickfilm daraus machst: Alle Inhaltsstoffe sind super – aber die Mischung trifft dich wie ein Zuckerschock. Die Gags, die Bilder und das Tempo sind eine Herausforderung für Auge und Hirn – egal welchen Alters. Schöne Details wie ein aufblitzender Tropfen Babysabber oder Songschnipsel wie „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“ gehen fast unter. Das größte Kunststück des Films ist es, in all dem Chaos tatsächlich Herzenswärme aufflackern zu lassen.

Im Kinosessel bleiben uns zwei Möglichkeiten: den wilden Wahnsinn einfach zu genießen. Oder reizüberflutet aus dem Saal zu rennen.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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