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Hohe Energiepreise: Strom, Gas, Öl oder Benzin

Wann sinken die Kosten wieder? - Hohe Energiepreise: Strom, Gas, Öl, Sprit

© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Willnow

Die Fahrt zur Tankstelle fällt uns immer schwerer, denn es fühlt sich an, als ob die Benzinpreise nicht aufhören zu steigen. Doch abgesehen vom Benzin sind auch die Preise für Strom, Gas und Öl enorm gestiegen. Die Energiepreise schießen gerade durch die Decke und zum Jahresende stellt sich jeder die Frage, ob man seinen Energie-Anbieter doch besser wechseln sollte. Warum die Energiepreise überhaupt so in die Höhe steigen und wann das wieder ein Ende hat, haben wir für euch im FFH-Interview mit Energie-Expertin Ines Rutschmann von Finanztip geklärt.

Heizöl

Die Preise für Rohöl sind seit Jahresbeginn 2021 stark angestiegen und im September sogar erneut angehoben worden. 2014 waren die Ölpreise zuletzt so hoch wie heute, denn die Nachfrage nach Rohöl ist höher als das Angebot. "Wer also wartet, geht stärker ins Risiko",  sagt Ines Rutschmann zu FFH. Die Lieferzeit von Heizöl kann bis zu 6 Wochen dauern, daher sollte er Verbraucher schauen, ob er mit seinen Vorräten über den Winter kommen könnte, denn voraussichtlich sinken die Preise im Frühjahr 2022 wieder.

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Heizöl: Tipps und Einschätzung der Expertin

Benzin

Durch den hohen Anstieg der Rohölkosten sind auch die Preise von Benzin und Diesel angestiegen, denn die Preise der Kraftstoffe hängen hauptsächlich von den Rohölkosten ab. Laut Expertin ist es schwer absehbar, wie sich die Preise zukünftig ändern. Rutschman sagt „ob die Preise auch wieder runtergehen, hängt davon ab, wie sich die Förderländer verhalten."

Im Moment sehe es allerdings nicht danach aus, dass die Preise sinken werden. Vielen Kraftstoff-Verbrauchern kommt der Preisanstieg so hoch wie noch nie vor. Das stimmt allerdings nicht, denn 2014 waren die Preise genauso hoch wie aktuell. „Wir hatten es lange nicht und die Leute haben sich einfach daran gewöhnt, dass es die ganze Zeit so günstig war“, erklärt die Expertin.

Expertin über Benzin-Preise

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Gas

Vorab lässt sich sagen, dass die Preiskurve der Gasentwicklung noch nicht vollständig abzusehen ist. Coronabedingt sind die Beschaffungskosten von Gas um 50 Prozent gestiegen und das hat baldigen Einfluss auf den Endkunden. Laut Energie-Redakteurin Ines Rutschmann von Finanztip wird sich die preisliche Auswirkung Mitte November bemerkbar machen, denn dann werden viele Gas-Anbieter ihre Kosten erhöhen. Diese sind nämlich dazu verpflichtet, den Endkunden mindestens 6 Wochen vorher über die Preissteigerung zu informieren.

Die Gaspreise waren zuletzt vor über 30 Jahren so teuer wie heute. Die Expertin rät, den Gasvertrag erst mal nicht zu wechseln, da die Gaspreise mit Ende nächsten Jahres höchstwahrscheinlich wieder sinken werden. Wenn euer Vertrag jedoch sowieso zum Jahresende ausläuft, empfiehlt die Expertin den Anbieter zu wechseln.

Expertin über Gas-Preise

Gas: Tipps und Einschätzung der Expertin

Strom

„2021 hatten wie die bis dato höchsten Strompreise in Deutschland“, erklärt Ines Rutschmann. Das liege an den erhöhten Einkaufskosten von Stromlieferanten. Rutschman denkt allerdings auch, dass das Maximum der Preise somit erreicht worden sei.

Deshalb sollten Verbraucher bis Ende Oktober oder November warten, denn im Oktober werde die neue Höhe der Strompreise angegeben und eventuell würden dann günstigere Neukundenverträge angeboten. Grund für die mögliche Preissenkung sei die EEG-Umlage, welche bald wieder sinken könnte. EEG-Umlage ist sozusagen das, was wir alle für den Ausbau von erneuerbaren Energien zahlen müssen.

Expertin über Strom-Preise

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