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Neuer Bußgeld-Katalog gilt ab dem 9. November

Neuer Bußgeld-Katalog - Rasen wird teuer, Punkte für Falschparker

Für viele Vergehen im Straßenverkehr steigen die Bußgelder. Besonders schnelles Fahren und Taten die andere gefährden werden deutlich teurer. Rücksichtsloses Parken kann zukünftig einen Punkt in Flensburg bringen.

Tanken, wohnen, einkaufen, Bahn fahren haben eines gemeinsam: Es wird mit schöner Regelmäßigkeit immer teurer. So gesehen haben es Verkehrssünder direkt gut: Die Strafen fürs Rasen oder falsch Parken sind seit Jahren preisstabil. Seit 2014 wurden sie nicht mehr angepasst - bis jetzt. Ab diesem Dienstag gilt der neue Bußgeldkatalog und der bringt deutliche Erhöhungen der Strafen mit sich.

Doppelt so hohe Strafen für Raser

Wer zu schnell fährt, zahlt in einigen Fällen doppelt so viel wie bisher. Innerorts kostet es beispielsweise in Zukunft 70 statt bisher 35 Euro, wenn man zwischen 16 und 20 km/h zu schnell unterwegs ist und erwischt wird. Wer richtig rast und zwischen 50 und 60 km/h zu schnell ist zahlt zukünftig 560 Euro statt bisher 280 Euro. Außerdem gibt es zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot wie bisher auch. An den Reglungen für Punkte und Fahrverbot bei Rasern hat sich nichts geändert.

  Innerorts Außerorts
  Alt Neu Alt Neu
0-10 km/h 15 30 10 20
11-15 km/h 25 50 20 40
16-20 km/h 35 70 30 60
21-25 km/h 80 115 70 100
26-30 km/h 100 180 80 150
31-40 km/h 160 260 120 200
41-50 km/h 200 400 160 320
51-60 km/h 280 560 240 480
61-70 km/h 480 700 440 600
mehr als 70 km/h 680 800 600 700

Vergleich alte und neue Bußgelder in Euro (ohne Gewähr)

Punkte auch für falsches Parken

Neu ist, dass es zukünftig auch einen Punkt für Parkverstöße geben kann. Wer Geh- oder Fahrradwege zuparkt oder sein Auto in zweiter Reihe abstellt und dabei andere behindert oder gefährdet bekommt zukünftig einen Punkt in Flensburg. Viel teurer wird es auch, wenn man Feuerwehrzufahrten zuparkt und damit einen Einsatz behindert. Statt bisher 35 Euro werden nun 100 Euro und ein Punkt fällig.

Neu sind auch 55 Euro Bußgeld für Fahrer, die ihr Auto unberechtigt auf einem Carsharing oder E-Auto Parkplatz parken.

© dpa

Mehr Schutz für die Rettungsgasse

Wer keine Rettungsgasse bildet muss zukünftig mit einem Monat Fahrverbot rechnen. Das sehen die neuen Regeln, zusätzlich zu den 200 Euro und zwei Punkten die es bisher ohnehin schon gibt, vor. Wer durch die Rettungsgasse fährt muss zwischen 240 und 320 Euro zahlen - zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot gibt es natürlich auch in diesem Fall.

Vorsicht beim Abbiegen

Auch mehr Rücksicht auf Fußgänger soll mit dem neuen Strafenkatalog erreicht werden. Wer unaufmerksam oder rücksichtlos abbiegt und dabei Fußgänger gefährdet zahlt 140 Euro, bekommt einen Punkt und ein Monat Fahrverbot.

Wegen Formfehlers mit einem Jahr Verspätung

Dem neuen Bußgeldkatalog vorausgegangen waren lange Verhandlungen zwischen Bund und Ländern. Wegen eines Formfehlers waren verschärfte Bußgeldregeln in der neuen Straßenverkehrsordnung im vergangenen Jahr außer Vollzug gesetzt worden. Daraufhin entzündete sich ein politischer Streit vor allem um eigentlich geplante härtere Fahrverbotsregeln bei zu schnellem Fahren - die nun aber nicht kommen. Stattdessen einigten sich Bund und Länder darauf, Bußgelder zu erhöhen. Der Bundesrat hatte den Verschärfungen am 8.Oktober einstimmig zugestimmt.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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