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Kino-Tipp: Der neue Schweiger

Kino-Tipp: Der neue Schweiger - Die Rettung der uns bekannten Welt

Wieder ein Schweiger-Film, der sich um Krankheit dreht: Nach „Honig im Kopf“ (Alzheimer) und „Gott, Du kannst ein Arsch sein“ (Krebs“) rückt sein neues Drama eine bipolare Störung in den Mittelpunkt. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Schweiger bleibt sich treu. Eine bewegende Geschichte mit Action und Spuren von Klamauk.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, acht ist es wert.

Der 18-jährige Paul ist bipolar. Sein Gehirn löst radikale Stimmungswechsel aus – depressive Phasen genauso wie spontane Ausraster. Sein alleinerziehender Vater (Schweiger) sieht keinen anderen Weg als Paul in ein Therapiezentrum für psychisch kranke Jugendliche einweisen zu lassen.

Anders inszeniert könnte die Geschichte bei arte laufen. Oder im Programmkino. Aber Schweiger zielt als Filmemacher auf ein breites Publikum – und das macht er souverän. Ohne sein ernstes Thema zu verraten, lotet er aus, wie unterhaltsam es werden kann: Paul darf mit seiner Parkour-Gang durch eine Industrie-Ruine turnen, sich mit der Polizei eine Verfolgungsjagd im Maisfeld liefern und seinem stocksteifen Lehrer ein Kaugummi auf die Brille spucken. Pralles, buntes Leben trifft auf Tränen und Verzweiflung.

Star Schweiger arbeitet hier wieder multifunktional. Er ist Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Darsteller. Sein Cast, darunter bekannte Gesichter wie Herbert Knaup, Emily Cox und Bettina Lamprecht, schafft mühelos den Spagat zwischen Dramatischem und der launigen Leichtigkeit, die den Film gefälliger machen soll. Und weil offenbar das Gesetz gilt „Kein Schweiger-Film ohne Schweiger-Tochter“, spielt Emma S. eine Nebenrolle.

„Die Rettung der uns bekannten Welt“ hat alle Zutaten des Schweigerschen Erfolgsrezepts. Wer das mag, wird gut bedient, aber wenig überrascht.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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