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Erkältungswelle bei hessischen Kindern

Volle Praxen und Eltern-Stress - Erkältungswelle bei hessischen Kindern

Große Erkältungswelle bei den Kindern in diesem Jahr. Das berichten Kinderärzte, Kitas und Kassenärztliche Vereinigung auf FFH-Anfrage. Die Folge: Volle Praxen und mehr Stress für die Eltern.

Kaum Erkrankungen im letzten Jahr

Letztes Jahr im Lockdown haben sich kaum Kinder mit den üblichen Krankheiten infiziert. Jetzt wird das nachgeholt – und trifft gleich zwei Jahrgänge, sagt Barbara Mühlfeld, Sprecherin der Kinder- und Jugendärzte in Hessen. In den Praxen erlebe man einen riesigen Ansturm.

Im Video: Reporter Marcel Ruge zur Krankheitswelle

© HIT RADIO FFH

In einigen Kasseler Kitas sind bereits die Hälfte der Kinder krank. Auch Personal ist betroffen, sagt die evangelische Kirche. Das bedeutet für die betroffene Eltern: Betreuung organisieren oder sich frei nehmen – teils mit Verdiensteinbußen. Allerdings hat die Corona-Pandemie da auch Vorteile für Eltern. Sie haben nämlich derzeit deutlich mehr so genannte Kinderkrankentage als sonst. Laut Bundesfamilienministerium wurde die Zahl der Kinderkrankentage für das Jahr 2021 noch einmal ausgeweitet. Gesetzlich krankenversicherte Eltern können damit im Jahr 2021 je gesetzlich krankenversichertem Kind für 30 statt bisher 20 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen, Alleinerziehende für 60 statt bisher 40 Arbeitstage. Mehr Infos zum Thema gibt es hier.

Infekt: Das erste Mal

Viele Kleinkinder sind mit dem "Respiratorischen Synzytial-Virus" kurz RSV infiziert. Dies ist ein Atemwegsinfekt, der die Bronchien befällt und bei schlimmeren Verläufen auch Lungenentzündungen auslösen kann.

Im vergangenen Jahr blieb vielen Kindern eine solche Infektion erspart - bedingt durch Kontaktreduzierung, Abstandsregeln, regelmäßiges Lüften und Maskenpflicht. Eltern müssen aber nicht besorgt sein: das kindliche Immunsystem braucht die Infekte, um trainiert zu werden

Zum Nachhören: Das sagen Eltern und Verantwortliche

Umfrage unter Eltern der Kita Marshallstraße in Gießen

Ich hab meiner Mutter zu Hause, die betreut die kleine. Ansonsten wär das bei uns überhaupt gar nicht machbar, wenn die Kinder krank sind. Arbeit das führt dank überhaupt gar net. Gehen dieses Jahr alle zwei Wochen gefühlt krank? Ich, merkte sie hier im Kindergarten und ich es von den Kollegen mit. Das ist im Moment wieder mehr wert. Wenn in der Pflege tätig das Henges wichen schwierig Also. Wenn ich jetzt zu Hause Mladen würde,

Heike Schaaf, Sprecherin der ev. Kirche Kassel, über erkrankte Kinder

Es gibt Kitas, das sind bis zu fünfzig Prozent der Kinder erkrankte. Aber natürlich gibt 's ok Tarsos. Nur zwanzig Prozent sind die Eltern, wissen auch, worauf sie zu achten haben. Allgemein gilt, dass ein Kind Ein Tag symptomfrei seien, sollte es wieder in die Kita kommend

© HIT RADIO FFH

Das Robert Koch-Institut berichtet jedoch von einem starken Anstieg der Krankenhaus-Einweisungen wegen Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus bei Ein- bis Vierjährigen. Gefährlich kann ein RSV-Infekt insbesondere für Frühgeborene sowie vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr werden.

Weiterer Anstieg wahrscheinlich

Laut RKI wurden in den Jahren vor der Pandemie im Monat September rund 60 bis 70 Ein- bis Vierjährige pro Woche mit schweren Atemwegsinfekten in Kliniken eingewiesen. Aktuell sollen es jedoch doppelt so viele Patienten sein.

Das RKI rechnet mit einem weiteren Anstieg.

Zum Nachhören: Kinderärztin gibt Einschätzung

Kinderärztin Barbara Mühlfeld gibt Antworten

Im Gespräch mit FFH-Moderator Tobias Radloff

Gerade sind besonders viele krank. Im Woran liegt das, was wir im erleben im Moment ist eigentlich nichts anderes als das, was wir in normalen Jahren auch erleben. Nämlich dann aber in der Regel von Anfang Dezember bis etwa Mitte März. Nämlich eine Infekt Häufung im Rahmen der kalten Jahreszeit. Dieses Jahr ist es allerdings so, dass vier, nachdem Lockdown, in dem wenige Kinder krank waren, schon im Juni Juli zum Teil größere Infekt Wellen hatten. Und jetzt seit September eigentlich aus der großen Infekt Welle gar nicht mehr herauskommen. Kinder holen das nach, was Sie im letzten Winter nicht durchgemacht haben, weil sie im Lockdown neben wenig Kontakte hatten. Und werden jetzt eben mit normalen, relativ banalen, aber doch sehr lästigen Infekten sehr krank. Ich. Verstehe. Das heißt, es wird grad fleißig nachgeholt. Was die große, das große Spektrum an Krankheiten, da draußen so alles zu bieten hat. Mehr oder weniger so ist es aber dennoch. M was raten Sie denn den Eltern, die ein gesundes Kind und jetzt auf einmal plötzlich hohes Fieber haben, muss man sich dann gleich sofort richtig Sorgen machen? Nein, hohes Fieber es erst mal nur ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem des Kindes mit einem Infekt auseinandersetzt. Und deswegen ist es per seh kein Alarmzeichen Natürlich, muss man darauf achten, dass das Kind viel Ruhe hat, das Kind gut trinkt. Wenn es dem Kind sehr schlecht geht, kann man auch sogenannte Fiebermittel oder eben auch Schmerzmittel einsetzen. Wobei man damit sehr vorsichtig sein sollte, weil sie einerseits Nebenwirkung haben und zum anderen natürlich auch die Immunabwehr oder den dem positiven Effekt des Fiebers Sanya auch wieder reduzieren. Ah, es gibt 'n paar Alarmzeichen. Immer dann, wenn er Eltern sehr unsicher sind, dann müssen Sie sich Natürlich Rat und Hilfe suchen. Vielleicht auch mal bei der Verwandtschaft. Aber sonst eben beim Kinderarzt unnatürlich müssen Sie sofort zum Kinderarzt. Wenn die Kinder sehr klein sind. Also unter sechs Monaten sollte man doch relativ zeitnah jemanden aus Okay Auf suchen. Oder auch wenn unklarer Ausschläge dabei sind. Wenn Kinder völlig apathisch werden, wenn sie nicht mehr richtig gut trinken können, wenn die Schleimhäute austrocknen, wenn starke Kopfschmerzen da sind, die sich auch mit den Schmerzmitteln eigentlich nicht mehr beheben lassen. Auch dann sollte man unbedingt eine Ärztin zu Rate ziehen, im wo wir grundsätzlich überfordert sind. Der Summe nicht nur bei den kleinen Kindern. Kroner versus normale Erkältung. Was ist deutsch? Ihre Erfahrungen? Wie unterscheidet man da am besten? Also klinisch kann man das nicht unterscheiden. Das können Sie eigentlich tatsächlich nur durch einen Test. Na klar, stellen. Da sind die Schnelltests am Beginn der Erkrankung auch geeignet, um zumindest schon mal einen Hinweis zu geben. Und wenn sie es aber sehr genau wissen müssen, auch im Bezug auf Kindergarten oder Schule, wo das meistens dann, nicht mehr ausreicht. Wenn Symptome da sind, dann muss man den PC Artist machen. Ein Thema für viele Eltern ist gerade das sogenannte, es Virus Was ist das genau er es Irre Virus steht für Rhino sind Tizian Virus HSV, das es ein Buch, einer der vielen Viren, die bei Kindern und auch Erwachsenen grippeähnliche Symptome auslösen können. Es gibt da noch eine ganze Reihe anderer und der er es Virus befällt vorwiegend die die Schleimhäute der Atemwege und ist besonders es gefährlich oder Sama mal kann besonders große Probleme machen. Bei sehr kleinen Kindern, also jungen Kindern von in den ersten drei Monaten und kann auch bei ehemaligen Frühgeborenen, deren Atemwege noch nicht so reif sind und noch nicht so Äh gut sind, was die Immunabwehr angeht. Ebenda richtig schwerwiegende Probleme machen. Wenn ich das auch richtig raus höre, ist das auch sehr ansteckend. Rüttelt er es? Virus ist sehr ansteckend. Wir alle. Also wir Erwachsenen, haben alle schon mal irgendwann einen Arm uns schon mal irgendwann mit diesem Virus in der Regel auseinander gesetzt. Wo stecken sich die Kinder denn da am ehesten an? Gibt da Quoten, gibst du Erfahrungswerte Kinder, stecken sich vor allen Dingen untereinander an. Beziehungsweise kleinere Kinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen, stecken sich dann meistens bei ihren Geschwisterkindern an. Bei den Erwachsenen steckt man sich seltener an. Weil wie gesagt die Erwachsenen nicht so sehr betroffen sind. Weil ihr Immunsystem, den er es Virus, schon kennt, soll jetzt schon die ersten Mamas und Papas sorgen. Ohne seinen kleinen Miklas gäbe man mit mehr Ende Kindergarten. Weil dann würden sich da ja an Stücken. Aber im im Mehl Scherz beiseite Wie, kann man sein Kind da am besten gegen schützen. Ich denke, man braucht das Kind nicht gegen es wären zu schützen. Also eher das Wichtige ist ja, dass das Immunsystem im Laufe des Lebens verschiedene Infektionen durch macht. Das Immunsystem wird mit diesem Virus in der Regel sehr, sehr gut fertig und entwickelt auf diese Art und Weise dann auch ein Gedächtnis, sodass bei einem erneuten Kontakt mit dem Virus der Körper schon ähnlich schon weiß wir dieses Virus zu bekämpfen hat. Und deswegen der Mensch dann nicht mehr krank wird oder nicht mehr so krank wird. Je nachdem, wie sich das Virus in der Zwischenzeit verändert hat. Also Deswegen ist es eigentlich nicht sinnvoll, die normale Kinder, also normale gesunde Kinder gegen dieses Virus zu schützen für sehr kleine, ehemalige Frühgeborene oder Kinder mit schwerwiegendsten Problemen im ersten Lebensjahr. Also schwer herzkranken, Kindern und so weiter oder Kinder mit angeborenen Immunschwäche gibt es eine Art von passiver Immunisierung. Also eine passive Impfung. Da muss man einmal im Monat eine Spritze, eine Injektion machen. Das machen wir aber nur bei den Kindern, die hochgradig R in Lebensgefahr wären. Wenn sie diesen Virus bekämen. Und allen anderen empfiehlt man sozusagen auf der Infektions eben nur einmal das kalte Wasser zu schwimmen. Joe kann man das nennen Ja und leichten bisschen kalte Luft dabei also viel frische Luft, viel Bewegung. Auch an der frischen Luft es sicherlich eine sehr gute Maßnahme, unter anderem um das Immunsystem zu stärken, um es eben dann auch, damit es eben mit solchen Situationen auch leichter fertig wird. Wir halten fest Der Herbst und der Winter es jetzt vor allem Post Corona. Technisch gesehen nicht einfach für unsere kleine Knirpse hier bei uns in Hessen. Das Krankheitsbild ist weiterhin sehr, sehr groß. Vieles muss nachgeholt werden. Aber unsere Kinderärztin Frau Mühlfeld ist offensichtlich optimistisch. Das kann man sich ja so sagen. Gesunde Kinder werden dadurch nicht schwer erkranken. Dankeschön Trommelfell ja, sehr gerne.

Kinderärztin Barbara Mühlfeld über Ansturm auf Praxen

Wir erleben einen riesigen Ansturm. Wir haben sehr viele Eltern, die um Termine nachreichen. Oder die gleich mit den Kindern, als sich in den Praxen vorstellen, die sich Sorgen machen. Es kommt dazu, dass eben die Sensibilität gegenüber Viruserkrankung generell sehr gestiegen ist. Und das zweite Phänomen, das wir da erleben, ist das eben auch die Eltern das nicht kennen, wenn ein Kind Ebene normale hoch fieberhafte Erkältung durch macht. Das hatten Sie im letzten Winter kaum

Kinderärztin Barbara Mühlfeld überrascht über Infektwelle

Durch diesen Lockdown waren sehr viele Kinder wenig infiziert. Und dadurch kommt es jetzt eben ist es jetzt sehr früh. Also schon im Juni Juli hat eine Infekt Welle begonnen, die sich jetzt fortsetzt. Und dass es ein Phänomen, das wir eigentlich nicht so kennen, das eben schon eine solche Infekt Sprechstunde oder einen Infekt wähle, eine echte Infekt Häufigkeit schon im September einsetzt. In dem Ausmaß, wie das jetzt erleben

Kinderärztin Barbara Mühlfeld über Beratungen für Eltern

Je jünger Das Kind ist und hier unerfahrener die Eltern sind, desto mehr Beratung brauchen Sie, das es schon immer so gewesen. Und das denke ich, ist jetzt natürlich jetzt auch nicht anders. Aber ich denke, Eltern sollten sich klarmachen, dass eben auch sehr hohes Fieber nicht automatisch bedeutet, dass Kinder sehr, sehr schwer erkrankt sind, sondern dass das eine, wenn man so will, er natürliche Reaktion des Immunsystems is, um eben er sich mit dem Virus auseinander zu setzen.

Kinderärztin Barbara Mühlfeld schaut mit Sorge auf den Winter

Im Grunde genommen business as usual in im Winter. Nur eben sehr viel früher als sonst. Und es lässt auch befürchten, dass sich diese Situation im Winter jetzt nicht gerade verbessern wird. Und deswegen blicken wir mit einer gewissen Sorge auf die kommenden Wintermonate. Weil man dann irgendwann auch kräftemäßig an den Rand seiner fähig keinen kommt.

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