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Kinotipp: Matrix - Resurrections

Kinotipp: Neo ballert wieder - Matrix - Resurrections

Fettes Déjà-vu zum Jahresende - 18 Jahre nach dem dritten Teil von „Matrix“ rasen wir wieder mit Neo durch eine Welt mit zwei Realitäten. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Stylishe Highspeed-Action mit starken Gefühlen, aber ermüdendem Dialog-Geschwurbel.

Zehn Euro kostet dein Kinoticket, sieben ist es wert.

Wir haben Neues aus der „Matrix“ nicht vermisst in der langen Zeit ohne Nachschub. Und doch waren wir hibbelig, als durchsickerte, dass da wirklich noch ein vierter Teil dieses Mindfuck-Giganten kommt.

„Resurrections“ schmeißt sich mit Wucht ins Getöse. Als hätten wir vergessen, wie geil es aussieht, wenn man in Zeitlupe die Wände langläuft, um Kugeln auszuweichen. Wie atemberaubend Stürze ins Bodenlose sind. Und dass es hinter Spiegeln immer extrem aufregend weitergeht.

Die Story ist natürlich eine harte Nuss. Keanu Reeves alias Mr. Anderson alias Neo muss herausfinden, was die Realität ist – und was ein mentales Konstrukt. Ach, nee! Wir taumeln ziemlich überfordert hinterher. Der Weg in die Matrix und wieder raus ist halt schlecht ausgeschildert. Etliche Flashbacks in die alten Filme sind wunderbar nostalgisch, aber helfen wenig. Und die Charaktere machen ausführlich und vergeblich einen auf Erklärbär.

Zwischen viel Text und Geballer aus allen Rohren schafft der Film eine wunderbare emotionale Tiefe. Vorsichtig nähern sich Neo und Trinity (zum Glück wieder Carrie-Anne Moss) einander an. Rührend ist das, etwas frech und stellenweise grandios selbstironisch.

Die Schauplätze sind ein einziger Rausch zwischen Idyll und Alptraum: Grandiose Natur folgt auf modernes Metropolis folgt auf dunkle Gebärfantasie, durch die riesige Metallinsekten schweben. Lana Wachowski hat zum vierten Mal Regie geführt, dieses Mal ohne ihre Schwester Lilly. Sie liefert 148 Minuten voller Bildereleganz und brillanter Action-Choreografie. Wir gehen aus dem Kino mit großen Augen, vielen Fragezeichen im Kopf - und ziemlich geplättet.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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