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Kinotipp "The 355" - Leider laut und lästig

Leider laut und lästig - Kinokritik: The 355

Eine Handvoll Star-Schauspielerinnen im Kugelhagel – es thrillert heftig in „The 355“. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: leider laut und lästig.

Zehn Euro kostet das Kinoticket – vier ist es wert.

Fünf Agentinnen von fünf Geheimdiensten müssen sich zusammenraufen, um die Welt zu retten. Sie sind hinter einem handygroßen Technikdingsbums her, mit dem sich die ganze Welt ins Chaos stürzen lässt. Genau das haben finstere Kerle mit finsteren Mienen vor, und sie geben Kostproben.

355 war der Codename einer legendären amerikanischen Agentin im 18. Jahrhundert, deren Name bis heute unbekannt ist. Ihr verdankt der Film seinen Titel. Die dünne Story ist aber nur ein Vorwand für stumpfes Geballer und markige Sprüche. Schnell gehen dem Streifen die Ideen aus. Und wo ihm Selbstironie gutgetan hätte, nimmt er sich viel zu ernst.

Dabei hat der Cast riesiges Potential: Jessica Chastain, Penelope Cruz, Lupita Nyong’o (immerhin allesamt Oscar-Preisträgerinnen), der chinesische Megastar Fan Bingbing und Diane Kruger als BND-Agentin Marie Schmidt. Doch ihre Figuren haben keinen Tiefgang und schlicht nichts zu erzählen.

Besonders ärgerlich: Das Quintett will uns diesen zweistündigen Kugelhagel rund um den Globus als feministischen Thriller verkaufen. Sorry, aber dass Frauen sich verschwistern und reihenweise Verbrecher abräumen, ist nicht die Definition von Feminismus. Ich habe mich bei dem ganzen Lärm einfach nur sehr gelangweilt.

Volker Willner

Reporter
Volker Willner

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