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Anti-Erstickungsgerät für Kinder

Wie notwendig ist das? - Anti-Erstickungsgerät für Kinder

© dpa

Eine spezielle Vacuum-Pumpe als Rettung falls sich ihre Kinder einmal gefährlich verschlucken: Ein solches Produkt hat sich FFH-Hörerin Elena aus Steinau bei FFH Wünsch dir was gewünscht. Das Versprechen der Hersteller: Sollte sich ein Objekt in den Hals verirren, kann das Gerät im Notfall vor dem Erstickungstot bewahren. Also ein Gerät, dass jeder daheim haben sollte? Ein Arzt sieht das eher kritisch.

Kleine Objekte wie Spielzeuge, Münzen oder Knöpfen sind für Kinder besonders interessant und natürlich stecken sich viele Kinder auch gerne Dinge in den Mund. Die Horrorvorstellung für viele Eltern: Was, wenn sich mein Kind verschluckt und daran erstickt? Auch für FFH-Hörerin Elena aus Steinau an der Straße, die als Kindertagespflegerin tätig und selbst dreifache Mutter ist, ist dies ein Horrorszenario. Für den Erstickungs-Notfall wünschte sie sich darum einen Erste-Hilfe-Kasten mit zwei "LifeVacs*" - einem Anti-Erstickungsgerät, dass mittels Vakuumkraft ein Objekt aus der Luftröhre eines Erstickenden entfernen könne soll. Laut Hersteller, könne LifeVac binnen weniger Sekunden Leben retten. Wir haben das Gerät Dr. Lothar Schrod, Chefarzt der Kinder und Jugendmedizin am Klinikum Höchst in Frankfurt, gezeigt und ihn nach seiner Einschätzung gefragt.

© Produktfoto LifeVac

Die an eine Maske angeschlossene Saugpumpe, soll verschluckte Gegenstände entfernen.

"Lieber in einen Wiederbelebungskurs investieren, als nur auf ein solches Gerät zu vertrauen"

Er sagt uns im FFH-Interview: "Man sollte, gerade als Tagesmutter oder Erzieherin, mit den Basismaßnahmen der Reanimation vertraut sein". Diese Maßnahmen, wie Oberkörpertieflagerung, Schläge auf den Rücken oder Brustkorb-Kompression, müssten zuerst zum Einsatz kommen: "Das ist wesentlich wichtiger, als dieses Gerät zur Hand zu haben." Darum sei es besser, wenn man in einen Wiederbelebungskurs für Kinder investiert, statt nur auf ein solches Gerät zu vertrauen. 

Generell sieht Dr. Schrod ein Problem darin, sich zu sehr auf solche Geräte zu verlassen: "Es gibt auch viele andere Devices, die auf den Markt gebracht werden und wo man ein bisschen mit der Angst der Bevölkerung arbeitet. Es wird wahrscheinlich nicht viel Schaden anrichten, nur darf man nicht darauf vertrauen, dass das die wesentliche Maßnahme ist. Die anderen Maßnahmen sollten nicht vergessen werden!"

"Die anderen Maßnahmen können und sollten früher zur Anwendung kommen..."

Dr. Lothar Schrod im FFH-Gespräch

Man sollte mit deinen Basis Maßnahmen der Reanimation vertraut. Sein. Dazu gehört eines sich um Kinder handelt, die in Oberkörper Tieflage zu bringen. Schläge auf den Rücken zu geben oder auf den Brustkorb, kurz ruckartig zusammen zu pressen bei Säuglingen.

Und die sind sehr effizient. Und die kann man auch durchführen, wenn das Kind noch bei Bewusstsein ist. Während dieses Lifehack gerät der Affe, da es beim bewusstlosen eine Art zog, Glocken Effekt auszulösen, also die anderen Maßnahmen, können und sollten früher zur Anwendung kommen, sodass es besser ist, wenn man in einen Wiederbelebung Scores auch zum Beispiel für Kinder investiert. Statt nur auf ein solches Gerät zu vertrauen

© HIT RADIO FFH

Erste-Hilfe-Kurs für Eltern: Die klassischen Maßnahmen sollten laut Dr. Schrod auf jeden Fall zuerst angewendet werden

Solange diese Grundlagen nicht vernachlässigt werden, spräche allerdings nichts dagegen, zusätzlich in ein solches Gerät zu investieren - die Wirksamkeit sei aber bisher noch nicht ausreichend durch Studien belegt, um eine Aufnahme in die medizinischen Leitlinien zu rechtfertigen: "Die Untersuchungen, die man gemacht hat, waren vorwiegend an Puppen oder an wenigen Leichen".

Ein solches Gerät wird wahrscheinlich nie zum Einsatz kommen

Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin ist sich sicher, dass das Anti-Erstickungsgerät mit großer Wahrscheinlichkeit nie zum Einsatz kommen werde. In Deutschland gebe es etwa 3,5 Millionen Kindern im Alter von 0-5 Jahren und darunter lediglich 17 Fällen an den ein Kind an einem Fremdkörper erstickt sei. Ein solcher Notfall sei also extrem unwahrscheinlich. Und dann müsste man in dieser extrem seltenen Situation auch noch das Gerät direkt zur Hand haben.

Ersticken ist ein sehr, sehr seltenes Ereignis...

Dr. Lothar Schrod im FFH-Gespräch

Es ist ein sehr seltenes Ereignis, ahnt, dass sie da genau ein solches Lifehack gerät griffbereit haben in einer solchen Situation. Das ist schon fast wieder einen Jackpot Lottogewinn. So von der Häufigkeit.

Also man darf nicht damit verbinden, das ein häufiges Ereignis wäre, ahnt Mandal sozusagen die wesentliche lebensrettende Maßnahme zur Verfügung

© HIT RADIO FFH

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