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Virologe Martin Stürmer zur aktuellen Corona-Lage und Lockerungen

Virologe Martin Stürmer bei FFH - "Müssen Arbeit tun in diesem Sommer"

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Der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer schätzt im FFH-Gespräch die aktuelle Corona-Situation ein. 

Das war ein trauriger Corona-Rekord am 10. März 2022: Das RKI meldete mehr als 250.000 Neuinfektionen, so viele wie nie zuvor. Woran das liegt und ob die Lockerungen vielleicht zu früh kommen, erklärt der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer aus dem FFH-Expertenteam.

Warum sind die Zahlen so hoch?

Zum 20. März sollen viele Corona-Maßnahmen gelockert werden, aber im Hintergrund gibt es nach wie vor ein großes Infektionsgeschehen. Dass die Inzidenz aktuell so hoch ist, liegt auch an der neuen Omikron-Variante: "Omikron BA.2 ist deutlich effektiver in der Verbreitung, als die ursprüngliche Omikron-Variante. Ende Februar lag der Anteil dieser Variante bei 2/3 was in der Summe bedeutet, dass man sich über steigende Zahlen jetzt nicht wundern braucht", erklärt Dr. Stürmer. 

Warum steigt die Inzidenz wieder?

Ja, sich alle Kombinationen wahrscheinlich auf mehreren Parametern, dass die Inzidenz jetzt wieder steigen. Zum Einen haben wir natürlich gelockert unter entsprechend bei einem relativ hohen Infektions geschehen. Hintergrund gibt man natürlich da dem Virus wieder mehr Chancen, sich zu verbreiten. Und zu jetzt kommt der zweite Punkt dazu, am die unter Variante B A-zwei. Ja, so eine Omikron sub Variante ist noch mal deutlich effektiver in der Verbreitung als die ursprüngliche Omikron Variante. Und die breitet sich halt eben jetzt auch parallel aus, um sagen Wir haben unseren Analysen Ende Februar ein Anteil von zwei Dritteln gesehen. Und entsprechend muss man sich nicht wundern, dass dein in der Summe die zahlen einfach steigen

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Sind die Lockerungen am 20. März sinnvoll?

"In den Krankenhäusern ist die Lage derzeit stabil. Aber mit zu einem frühen Zeitpunkt der Lockerungen riskieren wir, dass sich die Zahlen verschlechtern. In 3 bis 4 Wochen ist es draußen wärmer und die Zahlen wären dann weiter nach unten gegangen. So hätte man entspannter lockern können, als das jetzt zwanghaft an einem vor Wochen bestimmten Datum zu tun", findet FFH-Experte Dr. Martin Stürmer. 

Dr. Stürmer zum Lockerungsdatum 20. März

Mein Problem ist, dass die gesamten Lockerungen jetzt eher Erben auf Kalenderdaten basieren und weniger auf dem realen Infektions geschehen. Natürlich am in den Krankenhäusern eine relativ konstant stabile Lage ohne Überlastung. Insofern kann man natürlich über Lockerungen nachdenken. Nur wir riskieren mit einem zu frühen Zeitpunkt eben, dass die Zahlen sich auch wieder verschlechtern. Und so. Dann wäre es mir ehrlich sehr recht gewesen. Wenn war das Ganze in nicht jetzt gemacht hätten, sondern in den drei vier Wochen. Weil dann ist es eben auch deutlich wärmer. Schon draußen die Zahlen wären, wenn wir weiter auf der Bremse geblieben wären, sicherlich noch weiter nach unten gegangen. Ich glaube nicht, dass sich B A-zwei, beide restriktiven Maßnahmen so stark hätte durchsetzen können. Und dementsprechend hat man entschieden da lockern können

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Gehen die Corona-Zahlen im Sommer zurück?

Dr. Martin Stürmer geht davon aus, dass der Sommer 2022 ähnlich wie die vergangenen beiden Sommer sein wird, was das Infektionsgeschehen angeht. Sprich: Es wird Ansteckungen geben, aber weitaus weniger als jetzt oder im Herbst. Er erklärt dazu im FFH-Gespräch: "In den letzten zwei Jahren war die Inzidenz im Sommer niedriger, weil wir uns hauptsächlich draußen und nicht in geschlossenen Räumen aufgehalten haben. Ich sehe es wie Drosten, der gesagt hat, dass es auch diesen Sommer weitere Ansteckungen geben wird. Ich rechte mit einem moderaten Infektionsgeschehen im Sommer, aber wir haben Arbeit zu tun und die sollten wir dringend machen, damit wir im Herbst nicht in der nächsten Covid-Welle stecken."

Dr. Stürmer zu Corona im Sommer 2022

Wir haben in den letzten zwei Jahren ja immer erleben dürfen, dass es tatsächlich im Sommer mit den Zahlen deutlich nach unten gegangen ist. Das liegt halt eben auch primär daran, dass wir uns viel draußen bewegen, dass also die Risiko Kontakt Konstellation Innenraum über längeren Zeitpunkt gar nicht mehr in der Form gegeben ist. Und insofern rechne ich auch dieses Jahr nicht unbedingt mit einer wirklichen Welle. Aber ich seh so wie Christian Drosten SL neulich gesagt hat, wir müssen damit rechnen, dass weiter Infektion stattfindende Somer jeden Sommer gesehen. Insofern wird es auch Ansteckungen geben. Und es liegt an uns, wie wir damit konsequent und richtig umgehen. Das war eben im Herbst und darf nicht mit einer neuen Welle, dass wir diese Welle eben ganz anders beherrschen können als die Wellen zuvor.

Jetzt im Sommer rechtlich mit einem relativ moderaten Infektions geschehen Aber. Wir haben Arbeit zu tun und die sollten wir dringend machen.

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Muss es im Sommer Corona-Maßnahmen geben?

Wenn im Sommer erfahrungsgemäß die Corona-Zahlen sinken, werden auch diverse Schutzmaßnahmen im jetzigen Umfang nicht mehr nötig sein. Wichtig wird es aus seiner Sicht aber nach wie vor sein, umfassend zu testen.

Virologe Dr. Stürmer erklärt dazu bei FFH: "Die meisten Maßnahmen sind im Sommer nicht notwendig. Masketragen wird an manchen Orten noch sinnvoll sein und wir sollten nicht aufhören zu testen. Wir müssen wissen, welche Varianten im Sommer aktiv sind und sich verbreiten. Ob man symptomatisch testet oder bestimmte Bevölkerungsgruppen testet, ist Überlegungssache. Und man muss planen, mit welcher Impfstrategie man im Herbst an die Bevölkerung herantritt, damit der kommende Herbst und Winter deutlich entspannter sein wird. Wir brauchen eine größere Immunität und vor allem eine an die zirkulierenden Varianten angepasste Immunität."

Dr. Stürmer zu Corona-Maßnahmen im Sommer

Also grundsätzlich denk ich, dass die meisten Maßnahmen tatsächlich im Sommer nicht notwendig sind. In bestimmten Situationen wird Masken tragen, möglicherweise im auch noch mal sinnvoll bleiben. Grad wenn 's doch um welche Risiken Konstellation im Innenraum betrifft. Wir sollten auf keinen Fall ist testen aus den Augen verlieren.

Wir brauchen eine gute Test Strategie, wie wir es herausfinden, was an Infektionen im Sommer stattfindet. Und vor allem mit welchen Varianten. Da gibt 's verschiedene Optionen Obmann jetz repräsentative Bevölkerungsgruppen auswählt zum Testen. Ob man symptomatisch testet aus immer bei Symptomen nochmal nachschaut. Da gibt 's ja verschiedene Möglichkeiten, die man sich überlegen sollte und müsste. Und anhand eben dieser Varianten, die dort auftauchen, man einen Plan,

um vorbereiten, wie man im Herbste letztendlich mit ner im Strategie wieder an die Menschen ran gehen wird. Damit wir eben rechtzeitig eine ausreichende Immunität und ihm an die zirkulieren Varianten angepasste Immunität in der Bevölkerung generieren. Damit ihm dieser Herbst und Winter deutlich entspannter sein wird.

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Ist der jetzige Umgang mit Corona zu leichtsinnig?

Dr. Martin Stürmer hätte es besser gefunden, wenn die Regierung mit den Lockerungen noch drei oder vier Wochen länger gewartet hätte. Denn er sagt: "Wir werden SARS-CoV-2 nie wieder loswerden. Der jetzige Umgang ist meiner Meinung nach etwas zu locker, weil wir mit der pandemischen Situation noch nicht durch sind, zumal die Pandemie ja andere Länder der Welt auch noch stärker beherrscht. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft deutlich entspannter mit dem Virus leben werden."

Ist der Umgang mit Covid aktuell zu leichtsinnig?

Wir müssen davon ausgehen, dass wir auf zwei Nie wieder loswerden. Und des heißt will werden wir uns über kurz oder lang mit diesem Virus arrangieren? Zangen Omikron ist ein Schritt dorthin.

Wie war eine Koinzidenz haben werden? Das werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich gar nicht mehr über saß Kauf. Zwei Reden werden müssen runter. Wichtig ist diesen Weg jetzt dorthin zu begleiten, sofern es der jetzige Umgang Meiner Meinung nach etwas zu locker, weil ich bin der Meinung, dass wir noch nicht ganz durch sind, wird der ganzen Pandemien Situation. Vor allem weil sie ihm auch weltweit noch ganz anders aussieht. Aber wir sind auf dem Weg dorthin. Und ich denke, dass über kurz oder lang er tatsächlich er deutlich entspannter mit dem Virus leben werden.

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Wie geht es mit Long Covid weiter?

"Long Covid können wir noch gar nicht abschließend bewerten, weil uns das Virus dafür noch zu kurz begleitet", sagt Dr. Martin Stürmer im FFH-Gespräch. "Die Maßnahmen dürfen deshalb nicht zu früh fallen, weil wir noch nicht genau wissen, was mit den Menschen passiert, die sich infizieren. Wir haben noch nicht genug Daten, die belegen würden, dass wir mit Omikron oder anderen Varianten entspannter sein können. Dazu braucht es Zeit um zu sehen, ob Long Covid bei abgeschwächten Varianten des eigentlichen Virus irgendwann keine Rolle mehr spielt."

Bleibt das Long Covid-Risiko?

Lockrufe ist natürlich ein ganz großes Problem, was, was uns Sesam in der kurzen Zeit, die mir das Virus kann. Ja noch gar nicht, dass wir noch gar nicht abschließend bewerten können. Und das ist selbst ein ganz wichtiger Punkt. Das war natürlich nicht zu früh am so zack alle Maßnahmen fallen lassen darf, ohne zu wissen, was letztendlich er dann mit den Menschen passiert, die sich denn doch infizieren. Und es gibt halt im noch nicht wirklich abschließend genug Daten, die mir da Gutes für geben, dass wir mit Omikron oder B Azwei, vor allem, da er deutlich entspannter sein kann. Das muss man natürlich über die nächsten Monate und Jahre auch be Obacht. Wie entwickeln sich die neuen Varianten?

Besteht die Möglichkeit, dass eben die nächsten Varianten noch milder sein und das auch Loco wird irgendwann keine Rolle mehr? Spielt

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