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Neue Datenschutzverordnung: Das müsst ihr wissen

Das müsst ihr jetzt wissen - Was sollen diese Datenschutz-Abfragen?

Egal ob man sich bei Facebook einloggt, Google aufruft oder in die Mailbox guckt: Überall bekommt man aktuell seitenlange Texte präsentiert, die man bestätigen soll. Und dabei ist immer die Rede von der "neuen EU-Datenschutzverordnung". In aller Kürze: Das müsst ihr dazu wissen...

Was soll das Ganze?

Die aktuelle Datenschutz-Richtlinie der EU stammt von 1995 - damals war das Internet noch in den Kinderschuhen, es gab kein Facebook, Youtube oder Smartphones. Es wurde also höchste Zeit für ein Update. Außerdem war das Thema Datenschutz europaweit bisher sehr unterschiedlich geregelt. Die neue Verordnung soll den europäischen Datenschutz nun vereinheitlichen und fit für die Zukunft machen. In Kraft getreten ist die neue Reglung schon vor zwei Jahren, jetzt am 25. Mai endet die Übergangsfrist. Ab da müssen also alle Unternehmen, die in Europa Geschäfte machen, sich an die neuen Regeln halten. Darum stellen aktuell viele Unternehmen um und holen dabei auch die neu benötigten Zustimmungen ihrer Nutzer ein.

Welche neuen Rechte bekommen die Bürger?

Firmen macht die neue Verordnung viel Arbeit, für die Benutzer bessert sich aber einiges. So enthält die neue Verordnung ein verbindliches Auskunftsrecht. Unternehmen müssen auf Anfrage alle über einen Nutzer gespeicherten Daten vorzeigen. Wer also wissen will, was beispielsweise Amazon oder Google über einen gespeichert hat, hat nun einen echten Anspruch. Das ist auch der Grund, warum viele große Internet-Konzerne nun plötzlich eine "Download"-Funktion anbieten, über die man die eigenen Daten herunterladen kann.

Auch neu ist ein Lösch-Recht: Wer mit den gespeicherten Daten nicht einverstanden ist, kann verlangen dass alle Daten gelöscht werden, sofern keine triftigen Gründe dagegen sprechen. Wer Beispielsweise einen noch laufenden Vertrag hat, kann natürlich nicht verlangen dass seine Adress- oder Kontodaten gelöscht werden.

Das dritte große Nutzer-Recht ist eine bessere Aufklärung: Unternehmen müssen genau erklären, zu welchen Zweck sie welche Daten speichern. Diese neue Aufklärungspflicht ist auch der Grund, weshalb derzeit überall die seitenlangen Informationstexte angezeigt werden, die Nutzer bestätigen müssen.

Was passiert, wenn ich der Nutzung meiner Daten nicht zustimme?

Dann darf ein Unternehmen die persönlichen Daten nicht weiter verwenden. Das wird in den meisten Fällen zur Folge haben, dass ein Service nicht mehr angeboten werden kann. Wer eine Newsletter-Nutzung nicht bestätigt, wird diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr bekommen und wer beispielsweise die Datennutzung bei Facebook nicht bestätigt, der wird in Zukunft seinen Account nicht mehr nutzen können.

Für wen gilt das neue Recht?

Für alle EU-Bürger und alle Firmen, die in Europa Geschäfte machen wollen. Es müssen sich also auch Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind, an die neuen Standards halten, wenn sie ihre Leistungen in der EU anbieten wollen. Machen sie das nicht, drohen empfindliche Strafen von bis zu 4% des Jahresumsatzes. Die meisten großen Konzerne haben bereits reagiert und ihre Dienste entsprechend angepasst. Die neue Reglung hat aber auch dazu geführt, dass einzelne, kleinere Firmen ihre Dienste in der EU einfach nicht mehr anbieten und alle EU-Nutzer rausschmeißen.

Marc Adler

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Marc Adler

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