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Kinotipp: Bohemian Rhapsody

Kinotipp: Bohemian Rhapsody - Freddie Mercury kommt auf die Leinwand

Die Fans sind heiß und die Erwartungen riesig. Endlich gibt’s die Queen-Story als Film. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Starker Musikfilm mit leichten Schwächen.

Ein Film über Queen muss vor allem ein Film über Freddie Mercury sein. Den begnadeten Entertainer, das Genie, den Größenwahnsinnigen. Freddie tänzelt  backstage dem Queen-Auftritt beim Live-Aid-Konzert in Londoner Wembley-Stadion entgegen. Damit startet dieses bildgewaltige Biopic, um dann zu den Anfängen zurückzuspringen: Farrokh Bulsara drängt sich als Sänger in eine Provinzband und mit ihm geht das Projekt schnell durch die Decke. Aus Farrokh wird Freddie Mercury, der Rock-Gott.

Auch wenn Hardcore-Fans dem Film biografische Ungenauigkeiten vorwerfen, er ist in jeder Sekunde mitreißend. Vor allem natürlich, wenn Queen riesige Arenen zum Kochen bringt. Aber richtig nahe bringt uns   „Bohemian Rhapsody“ die Band hinter den Kulissen: Da experimentieren die vier Jungs im Studio mit Sounds, schrauben den „Galileo“-Part in „Bohemian Rhapsody“  in unglaubliche Tonhöhen – und schmeißen ihrem Plattenboss die Brocken vor die Füße, weil er behauptet, der Sechs- Minuten-Song sei im Radio unspielbar.

Der Cast ist perfekt: Die Darsteller gleichen den Originalen bis aufs Haar. Und Rami Malek (aus dem Serienthriller „Mr. Robot“) schafft es, Freddie Mercury auferstehen zu lassen, stellenweise etwas überzeichnet und mit zu deutlichem Überbiss. Der Gesang, hat Malek verraten, ist eine Mischung verschiedener Stimmen.

Handwerklich  hapert’s etwas. Beim Galopp durch die Erfolgsgeschichte von Queen entsteht kein schöner Erzählfluss. Und der Massentauglichkeit opfert der Film tiefere Einblick in Freddies Sex- und Drogeneskapaden.  

Mit dem gigantischen Auftritt beim Live-Aid-Konzert endet der Film auch. Da weiß Freddie Mercury schon, dass er an AIDS leidet. Er entlässt uns mit Tränen im Augenwinkel und unsterblichen Songs im Ohr.

Zehn Euro kostet unser Kinoticket, acht ist es wert.

Trailer: Bohemian Rhapsody

Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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