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Kinotipp: Grindelwalds Verbrechen

Kino: Grindelwalds Verbrechen - Phantastische Tierwesen, zweite Runde

Joanne K. Rowling liefert den zweiten Teil der Vorgeschichte von Harry Potter. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: hochkomplizierter Hokuspokus.

Sieh zu, dass Du pünktlich zum Filmbeginn im Kinosessel sitzt. Die erste Viertelstunde ist so düster,  Du findest nicht mehr zu Deinem Platz. Das Hellste ist über weite Strecken Johnny Depp, der als Dunkler Zauberer leuchtend bleich geschminkt ist.

Der erste Teil der „Phantastischen Tierwesen“ war geradlinig, leichtfüßig und charmant. Daran hatte seine Hauptfigur Newt Scamander  großen Anteil, der junge Zoologe, dessen Standardwerk über magische Tiere später auf Harry Potters Leseliste in Hogwarts stehen wird. Jetzt jagt uns Joanne K. Rowling durch ein Abenteuer, das Scamander seltsam an den Rand drängt und uns mit vielen Nebensträngen überfordert. 

Ganz großartig sind die  Tierwesen selbst – ein munterer Zoo niedlicher und weniger niedlicher Viecher, deren Star wieder der Niffler ist: ein Mischwesen aus Maulwurf und Schnabeltier. Neben Eddie Redmayne als Newt und Jude Law als junger Albus Dumbledore ist es der größte Sympathieträger des Films. In unserer realen Welt hat es in der Plüschversion das Zeug zum Verkaufsschlager.

Optisch ist dieser Teil 2 erstklassig. Seine Sets stecken voller Liebe zum Detail, die computergenerierten Bilder sind grandios. Diese Bilderwucht entwickelt allerdings gerade Richtung Filmende zusammen mit der komplizierten Story eine betäubende Wirkung. Angesichts der Möglichkeiten auch schon fast ein Verbrechen. 

Zehn Euro kostet unser Kinoticket, sechs ist es wert.

Trailer: Grindelwalds Verbrechen

Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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