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Kinotipp: "100 Dinge" - nackig durch Berlin

Nackig durch Berlin... - Kinotipp: "100 Dinge"

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz kämpfen gegen ihre Konsumsucht.  FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Ziemlich witzig.

Paul und Toni sind zwei smarte Jungs. Sie stehen kurz davor, ihre selbstentwickelte App für etliche Millionen an so eine Art Zuckerberg-Type zu verticken. Das Ding analysiert perfekt das Kaufverhalten seiner Nutzer. Die beiden hippen Buddies selbst stürzen sich eine krasse Wette: 100 Tage verzichten sie auf ihren kompletten Besitz und holen sich pro Tag nur ein weiteres Ding zurück. Dieser Verzicht schließt Klamotten ein – ein super Vorwand, um die beiden Hauptdarsteller nacktärschig durch Berlin flitzen zu lassen.

Die erste Hälfte von „100 Dinge“ ist Komödie pur. Bei Schweighöfer und Fitz stimmt die Chemie perfekt. Selbstironisch sind sie und charmant und frech. Dann neigt sich die Story Richtung Drama und wird zäher und weniger unterhaltsam. Gerade hier zahlt sich der ausgezeichnete Cast aus – vor allem die große Katharina Thalbach als Oma Konaske. Bei der war im Krieg natürlich auch nix mit Konsum und heute glänzt sie mit kluger Schusseligkeit und einer Stimme wie  Volker Bouffier.

Das alles macht Spaß. Mahnungen Richtung Konsumterror fallen angenehm moderat aus und konsequenterweise ist "100 Dinge" - anders als andere deutsche Komödien - kein Schleichwerbungsinferno. Und ja: Das nackte Duo kann sich sehen lassen.

10 Euro kostet unser Kinoticket, acht ist es wert.   

Trailer: 100 Dinge

Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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