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Kinotipp: Mortal Engines - Krieg der Städte

Kinotipp - Mortal Engines - Krieg der Städte

Aus der Schmiede von "Hobbit"-Macher Peter Jackson kommt neuer Bombast. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Hat fette Bilder, aber dröhnt dich zu.

Wie viele "X" kann man noch vor "XXL" setzen? "Mortal Engines" ist optisch der pure Größenwahn. Die normale Zivilisation auf der Erde ist am Ende. Die Menschheit rumpelt in gigantischen Städten auf Rädern übers karge Land. Auch London ist eine gewaltige Metropole, die wie ein riesiges Raubtier kleinere Städte überrollt und sich einverleibt. Sand in diesem riesigen Getriebe sind die flüchtige Hester und der unscheinbare Tom.

Die Bilder könnten nicht wuchtiger sein. Die Kamera saust durchs rasende London, windet sich durch Maschinenräume und Straßen, schraubt sich viele Stockwerke hoch bis zur Kathedrale ganz oben. Von hier siehst du, wie klein alles andere ist - auch das Dorf auf Rädern in wilder Flucht vor der gefräßigen Mega-Stadt. Nach kurzer Jagd ist der Ort zwangseingemeindet und geplündert. Und wir lernen die beiden Protagonisten kennen, für die die nächsten zwei Stunden genauso anstrengend sind wie für uns. Sie hetzen, ständig bedroht, durch enorme Kulissen. Wir denken: "Puh, wie lange dauert's noch, bis unsere Sehnerven durchglühen!?"

"Mortal Engines" kommt ohne Stars aus: Die Isländerin Hera Hilmar spielt Hester, die Ire Robert Sheehan ist Tom. Beide haben sofort unsere Sympathie. Und die Story liefert  alles, was eine Saga braucht: die gebeutelten Helden, die Verbündeten, den Bösen und den ganz Bösen. Außerdem Furcht, Hass und Liebe. Aber der Bilder-Bombast betäubt und stiehlt den Blick für die wenigen leisen Tönen. Als Zuschauer fühlst du dich mitgeschleift und gelegentlich auch unter die Räder gekommen. 

10 Euro kostet unser Kinoticket, 6 ist es wert.

Trailer: Mortal Engines

© youtube.com/universalpictures
Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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