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Kinotipp: Hard Powder

Kinotipp: Hard Powder - Rächer im Schnee: Liam Neeson

Und wieder Liam Neeson als wortkarger Rächer. Warum? - Weil er’s kann, sagt FFH-Kinomann Volker Willner: 10 Euro kostet das Ticket, acht ist es wert.

Liam Neeson wühlt sich als Schneepflugfahrer durch die tief verschneiten Rocky Mountains. Reden ist nicht sein Ding, Einfühlsamkeit auch nicht. Als sein Sohn auf einer quietschenden Bahre im Leichenschauhaus vor ihm liegt und sich die Gesichtszüge des Stars final verhärten, startet der Rachefeldzug, dessentwegen wir in Liam-Neeson-Filme gehen. Drogendealer haben den jungen Mann gekillt, und  jetzt fräst sich sein Vater, der Schneeräumer, eiskalt durch die Hierarchie des Clans bis ganz nach oben.

Was "Hard Powder" zum Vergnügen macht, ist sein knockentrockener Unterton und sein leichtfüßiger Soundtrack. Dazu passt, dass "Hard Powder" nicht hetzt. Hier wird in fast absurd gemächlichem Tempo gemetzelt. Wenn’s zu brutal wird, mildern komische Elemente verlässlich das Entsetzen. Geht jemand drauf, bekommt er prompt seine Todesanzeige eingeblendet. Einmal stehen darin gleich zwölf Namen, weil der Schneepflugmann unbewusst zwei Drogen-Clans gegeneinander ausspielt.

Ohne Stereotype kommt die Story leider nicht aus: der cholerische  Drogenbaron, der sein kleines Kind an die Härten des Lebens gewöhnen will. Oder die Ehefrau, die es mit dem zunehmend verschlossenen Schneepflugfahrer nicht mehr aushält (und ihn allein zurücklässt in seinem Luxus-Blockhaus auf einem verschneiten Berg). Trotzdem: „Hard Powder“ ist ein unterhaltsamer Winterthriller für einen Winterabend im Kino.

Hard Powder - Der Trailer

Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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