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Marvin (20): Kinderwunsch trotz Hodenkrebs

Kinderwunsch trotz Hodenkrebs - Marvin sammelt für Spermienlagerung

© FFH

Im Interview mit Evren Gezer erzählt Krebs-Patient Marvin, dass er auf Spenden angewiesen ist, um irgendwann mal Papa werden zu können. 

Mit 20 denken junge Menschen meistens an Dinge wie die nächste Party, das Studium, den nächsten Urlaub oder die Ausbildung. Das Thema Kinder und Familie kommt da noch viel zu früh. Nicht für Marvin Pees aus Nieder-Roden. Er musste sich jetzt schon Gedanken darüber machen, denn er bekam im Oktober 2018 die Diagnose Hodenkrebs.

Seit vielen Jahren hat Marvin eine Freundin. Für beide steht fest, dass sie irgendwann mal Kinder haben wollen. Jetzt macht der 20-Jährige gerade eine Ausbildung zum Elektriker und hat im zweiten Lehrjahr ein Nettogehalt von ungefähr 480 Euro monatlich. Eine eigene Familie könnte er davon nicht ernähren. Das wäre aber auch alles gar nicht weiter schlimm und kein Thema, hätte Marvin nicht die Diagnose Hodenkrebs bekommen.

Im FFH-Interview erzählt er: "Der linke Hoden wurde mir abgenommen und danach brauchte ich eine Chemotherapie, bei der es sein kann, dass alle Spermien abgetötet werden und man keine Kinder mehr bekommen kann." Schon damals habe sein Arzt ihm empfohlen, zum Kinderwunschzentrum Offenbach zu gehen und seine Spermien einfrieren zu lassen.

Krankenkasse zahlt nicht

Das ist ein ziemlich teurer Spaß, denn: "Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nur für verheiratete Männer ab 25." Also musste der Azubi die 700 Euro für die Beratung und die Einlagerung selbst bezahlen. Damit aber nicht genug: Das erste halbe Jahr ist im Preis inbegriffen, ab dann kostet jedes weitere halbe Jahr Einlagerung 130 Euro.

Spendenkonto für Marvin

Geld, das Marvin momentan nicht hat. Deshalb hat er ein Spendenkonto (DE 4050 190000 600 353 0394) eingerichtet, von dem die Kinderwunschklinik halbjährlich die Einlagerungsgebühren abbuchen kann. Bis jetzt sind durch die Hilfe vieler Menschen schon 800 Euro zusammengekommen. Und Marvin hat einen Plan: "Es wäre schön, wenn ich mit den Spenden die Zeit bis zum Ende meiner Ausbildung in drei Jahren überbrücken könnte. Denn wenn ich erstmal normales Gehalt bekomme, kann ich das Geld für die Einlagerung auch selbst aufbringen."

Wir drücken dir die Daumen, Marvin und hoffen, dass dein Kinderwunsch in Zukunft in Erfüllung gehen kann!

Johanna Herdejost

Reporter:
Johanna Herdejost

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