Nachrichten > Top-Meldungen, Magazin >

Führerschein: Darum fallen immer mehr durch

Führerschein: 39% fallen durch - Darum schaffen immer weniger die Prüfung

Immer weniger Fahrschüler schaffen die Führerschein-Prüfung. Nach neusten Zahlen des Kraftfahrtbundesamt lag die Zahl der Durchfaller in der Theorie bei 39 Prozent. Die praktische Prüfung schafft jeder dritte nicht. Wir haben einen Fahrlehrer nach den Gründen gefragt.

Warum fallen immer mehr Fahrschüler durch die Prüfung? Laut den neusten Daten sind die Durchfall-Quoten sowohl in der Theorie als auch in der Praxis in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Woran das liegt, darüber rätseln die Experten:  Forscher der Bundesanstalt für Straßenwesen wollen sich auf die Suche nach einer Erklärung machen. Mögliche Gründe gibt es viele: Eine immer komplexere Situation auf den Straßen, Kinder die bei Autofahrten mit den Eltern mit Tablet beschäftigt sind und darum nicht beobachten was Mama oder Papa im Auto so treiben, gestiegener Freizeitstress und generell geringeres Interesse am Führerschein.

Das sagt der Fahrlehrer

Wir haben mit Stefan Kuckuck aus Bad Sooden Allendorf gesprochen – er ist seit über 25 Jahren Fahrlehrer und hat uns erzählt, was aus seiner Sicht zu den höheren Durchfall-Quoten führt.

In der Theorie sieht Stefan Kuckuck einen Grund in der viel größeren Anzahl an Fragen: „Früher wurden die Fragebogen vielleicht alle drei Jahre mal aktualisiert. Heute ist das so, wir haben knapp 1100 Prüfungsfragen nur für die Klasse B. [] Dieses sture Auswendiglernen wie es früher war: Rechts das gelbe, links das grüne Auto da wusste ich schon wie die Frage anzukreuzen war – das ist heute nicht mehr möglich, weil wir heute auch Varianten bei den Prüfungsfragen haben“.

Elterntaxis ein möglicher Grund

Für die schlechteren Quoten in der Praxis sieht Stefan Kuckuck gleich mehrere Erklärungen. Zum einen habe der Verkehr wesentlich zugenommen, was die Anforderungen in der Prüfung natürlich erhöhe. Außerdem nähmen Kinder und Jugendliche auch viel weniger am Straßenverkehr teil, hat Kuckuck bemerkt. Stichwort ‚Elterntaxis‘: „Ich beobachte das ja immer, wenn ich meine Fahrschüler an einer Schule abhole. Es geht kaum noch ein Fahrschüler zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad. Da ist einfach nicht mehr diese Verkehrsteilnahme da, die früher bei uns da war.“

Übrigens: Was die Fahrprüfungen angeht, sind wir Hessen Spitze. Laut Kraftfahrt-Bundesamt hatten wir im Jahr 2017 deutschlandweit die besten Ergebnisse sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Marc Adler

Reporter:
Marc Adler

nach oben