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Kasseler will Bewegung für Plastikverzicht starten

Kasseler hat eine Vision - Stadt soll plastikfrei(er) werden

© dpa

Komplett plastikfrei zu leben ist kaum möglich. Manfred Menze geht es darum, eine Bewegung zu starten und für mehr Umweltbewusstsein zu sensibilisieren. 

Was für eine gewaltige Zahl: Viereinhalb Millionen Tonnen Plastikmüll haben wir Deutschen letztes Jahr produziert. Der ist extrem schädlich. Und es dauert mehrere hundert Jahre, bis der Abfall komplett abgebaut ist. Deshalb gibt es Leute wie Manfred Menze. Der Kasseler hat sich ein Ziel gesetzt: Seine Stadt soll plastikfrei werden - und er will andere motivieren, ihn dabei zu unterstützen.

Dafür hat der EDV-Fachmann Manfrend Menze im Internet einen Aufruf gestartet - unterschrieben haben auf www.kasselplastikfrei.de mittlerweile rund 1.400 Menschen. Außerdem hat er ein Zertifikat entwickelt und das schon an drei Kneipen und Restaurants vergeben. Die verwenden jetzt zum Beispiel Trinkhalme aus Glas oder Metall und vermeiden Einwegbehälter. Dieses Zertifikat hat auch schon die Auefeld-Grundschule bekommen. Die Viertklässler Leo und Hanna machen da ganz vorbildlich mit. Am FFH-Mikro erzählt Hanna: "Ich benutze für mein Pausenbrot keine Alufolie, sondern Brotboxen" und Leo ergänzt: "Ich benutze Mehrweg-Trinkflaschen und versuche Plastik zu vermeiden."

Bei Schulfeiern verzichtet die Grundschule außerdem auf Wegwerfgeschirr und -besteck und nutzt entweder Mehrwegplastik oder normales Geschirr, erzählt die Schulleiterin. Und auch fürs Lehrerzimmer gibt's klare Regeln: Eine Kapselmaschine würde zum Beispiel nie den Weg ins Lehrerzimmer schaffen. Viel zu umweltschädlich! 

Weitgehend plastikfrei zu leben, das versucht Manfred Menze auch in der eigenen Familie. Doch da stößt der dreifache Vater manchmal an seine Grenzen, denn wer will schon auf den Lieblingsjogurt aus dem Supermarkt verzichten, den es leider nur in der Plastikverpackung gibt? Deshalb hat sich die Familie eine Jogurtmaschine zugelegt, mit der jetzt selbst Jogurt hergestellt wird. 

Schmeckt ja vielleicht besser - und so landen dann ja auch weniger Plastikbecher in den Meeren. Das zu vermeiden ist für 9-jährige Hanna ganz besonders wichtig: "Die Fische können das Plastik im Meer schlucken und wir essen es dann. So werden wir und die Fische krank. Es ist ja auch nicht schön, wenn so viel Plastik im Meer drinne ist."

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