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Kinotipp: Rocketman - Tolle Musiker-Biographie

Kinotipp: Rocketman - Grandioser Film über Elton Johns Karriere

Nach Queens "Bohemian Rhapsody" bekommt auch Superstar Elton John sein Film-Denkmal. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: grandios.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, zehn ist es wert.

"Rocketman" beginnt mit einem großen Auftritt in kleinem Kreis: Elton John, kostümiert mit orangenen Glitzeranzug inklusive Hörnerkappe und Riesenflügeln, nimmt an der Sitzung einer Therapiegruppe teil. Es dauert, bis er den anderen Teilnehmern seine sämtlichen Süchte aufgezählt hat, mit Alkohol, Koks, Sex und Shopping vorneweg. In diesem nüchternen Rahmen schildert der Paradiesvogel sein rauschhaftes Leben - vom hochbegabten Reggie Dwight, der schon als Kind einmal gehörte Melodien auf dem Klavier nachspielen kann, bis zum Superstar Elton John, auf dessen Konto zeitweise fünf Prozent aller weltweit verkaufen Platten gehen.

Anders als "Bohemian Rhapsody" ist "Rocketman" ein Musical. Neben den Studioaufnahmen und Konzerten singen die Darsteller aus der Szene heraus. Es passen viele Welthits in zwei Kinostunden und vor allem zieht uns die wunderbar bunte und klug erzählte Story mit. Anders als das reichlich glatt erzählte Queen-Biopic scheut sie nicht vor schwulem Sex und drastischen Drogenabstürzen zurück. Das bringt uns Elton John näher.

Hauptdarsteller Taron Egerton ("Robin Hood",  "Kingsman") macht die Sensation perfekt. Schwer vorstellbar, dass ein anderer Schauspieler so sehr Elton John sein könnte wie er. Mit unglaublicher Energie schmeißt er sich in diese Rolle. Egerton singt alles selbst, und zwar spektakulär gut.

Die Elton-John-Story hat im Film und im Leben ein Happy End: Der Star ist seit Jahrzehnten clean, glücklich verheiratet, Vater. Nur, erzählt uns der Abspann augenzwinkernd:  Das mit der Shopping-Sucht hat der Superstar noch nicht ganz im Griff.

Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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