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Kinotipp: Aladdin - Disney-Märchen als Realfilm

Kinotipp: Aladdin - Das Disney-Märchen als Realfilm

Sie haben's schon wieder getan. Auch aus "Aladdin" macht Disney einen Realfilm. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: ein wildes und buntes Märchen, das nicht ganz gelingt.

Zehn Euro kostet unser Kinoticket, sieben ist es wert.

Story bekannt? - Der charmante Dieb Aladdin verliebt sich in die Tochter des Sultans. Er kann sie aber nicht heiraten, weil er  kein Prinz ist. Zum Glück findet er eine Wunderlampe mit einem guten Geist. 

"Aladdin" sieht aus wie Bollywood aus Hollywood. Das  "1001 Nacht"-Abenteuer hat fast mehr Farben als die Netzhaut verarbeiten kann, wunderschöne Menschen und mitreißende Tanzszenen. Aber vor allem hat der Film Will Smith - als einzigen Star. Als Lampengeist Dschinni sieht er aus wie eine Mischung aus gutgelauntem Wrestler und den Typen  von der Blue Man Group.  Smith ist ein echtes Brett in der Rolle, bringt Lässigkeit in die Handlung und Hip Hop in die Songs. 

Der vielbemühte "Disney-Spaß für die ganze Familie" - hier gelingt er wieder. Alle haben Spaß an Verfolgungsjagden durch die proppenvolle Wüstenstadt, es gibt witzige Sidekicks wie Aladdins Äffchen und einen fliegenden Teppich mit Eigenleben. Und wer will, entdeckt hochaktuelle Bezüge wie die starke Frau, die sich in eine Führungsposition hochkämpft oder den populistischen Aggressor.

Der Film ist frei ab sechs Jahre, Kinder ab acht kommen wahrscheinlich besser klar damit. Denn der Bösewicht ist richtig fies und im letzten Drittel steckt viel Getöse. Mit realen Bildern wirkt das auf  Kids krasser als im gezeichneten Original. "Realfilm" ist als Bezeichnung natürlich irreführend: Kaum ein Bild kommt ohne computergenerierte Tricks aus. 

Hätte ich drei Wünsche frei, sie wären:  

1. Schärfere Bilder. Da schwächelt "Aladdin". Der Bildhintergrund wirkt stellenweise unscharf und Kulissen sehen manchmal auch aus wie Kulissen - etwas unecht.

2. Songs für die Ewigkeit.  Wenn du aus dem Kino gehst, nimmst Du, anders als beim "Dschungelbuch" oder dem "König der Löwen" keinen Ohrwurm mit.

3. Noch mehr Nahaufnahmen von Prinzessin Jasmin. Könnte sein, dass Darstellerin Naomi Scott die schönsten Augen der Welt hat. Ja, ich bin verliebt. 

Aladdin - der Trailer

© Disney
Volker Willner

Reporter:
Volker Willner

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