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Sonnencreme-Mythen: Eine Tube pro Tag?

6 Sonnencreme-Mythen - Zweimal eincremen = eine Tube?

Sonnencreme ist unverzichtbar am Strand und im Schwimmbad. Trotzdem ranken sich viele Falschinformationen um die weiße Flüssigkeit. Wir erklären, wie effektiver Sonnenschutz funktioniert und welche Behauptungen einfach Unsinn sind.

1. Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie viele Minuten ich in der Sonne bleiben kann

Falsch! 20er Sonnencreme oder doch lieber 50? Um die Stärkenangabe auf den Sonnencreme-Tuben gibt es viele Unklarheiten. Manch einer mutmaßt, dass es sich dabei um die Anzahl der Minuten handelt, andere glauben dass die Zahl angibt, wieviel Prozent der schädlichen Strahlung die Creme filtert. Alles falsch! Richtig ist: Der sogenannte Lichtschutzfaktor gibt an, um wieviel sich die eigene Schutzzeit verlängert. Das heißt: Wer ohne Sonnencreme nach fünf Minuten einen Sonnenbrand bekommen würde, kann mit einer 20er Creme maximal zwanzig Mal so lange in der Sonne bleiben - also insgesamt 100 Minuten. Wirklich ausreizen sollte man diese Maximal-Zeit aber nicht. Denn durch Schwitzen oder Baden geht immer ein wenig Creme verloren und dadurch verringert sich der wirkliche Lichtschutzfaktor.

2. Wer sich ordentlich eincremt, kann auch schon mal eine Tube pro Tag verbrauchen

Richtig! Man kann wohl festhalten, dass wir alle zu wenig Creme benutzen. Denn die offizielle Faustregel lautet: Etwa zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut sollten es schon sein. Ein großer oder kräftiger Mensch kommt damit problemlos auf 40 bis 50 Gramm Creme, um sich einmal komplett einzucremen. Das ist fast eine halbe Tube pro Creme-Vorgang. Eine komplette Familie sollte mit einer Flasche pro Urlaubs-Tag kalkulieren.

 

3. Spezielle Kindersonnencreme ist reine Abzocke

Falsch! Sonnencreme ist Sonnencreme? Das gilt leider nicht. Sonnencreme enthält zwei verschiedene Arten von Schutz: Die eine Komponente sorgt einfach dafür, dass die Haut mehr schädliche UV-Strahlung reflektiert. Das ist dieser weiße Film auf der Haut. Die zweite Komponente zieht in die obere Schicht der Haut ein und wandelt dort die schädliche Strahlung um. Dieser zweite Stoff muss von der Leber abgebaut werden. Darum enthält Kinder-Sonnencreme mehr reflektierende Anteile und weniger von der zweiten Komponente, um die kindliche Leber weniger zu belasten.

4. Sonnencreme braucht man nur beim Sonnenbaden

Falsch! Vor der Sonnenstrahlung sollte man sich immer schützen, wenn man der Sonne ausgesetzt ist. Selbst bei längeren Autofahrten im Sommer sollte man über einen Sonnenschutz nachdenken. Denn die Autoscheiben filtern nur die UV-B Strahlen. Die ebenfalls schädlichen UV-A Strahlen kommen dagegen durch die Scheibe und können für Zellschäden sorgen.

5. Im Schatten bin ich sicher

Teilweise falsch! Wer im Schatten liegt, macht schon einiges richtig. Trotzdem kommen auch im Schatten noch zwischen 60 und 80 Prozent der schädlichen Strahlung an. Denn alles in unserer Umgebung reflektiert Teile der Strahlung und wirft sie so auch in Bereiche, in die die Sonne nicht direkt hinkommt.

6. Ein paar Solariums-Besuche beugen Sonnenbrand vor

Falsch! Leider funktioniert das nicht. Denn im Solarium bekommt die Haut vor allem UV-A Strahlen ab. Die sorgen zwar auch dafür, dass die Haut braun wird - es hilft aber nicht, um einen Schutz gegen die ebenfalls schädlichen UV-B Strahlen aufzubauen. 

Marc Adler

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Marc Adler

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