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Garten-Schädling: Tipps gegen den Buchsbaumzünsler

Schädlinge im heimischen Garten - Hilfe gegen den Buchsbaumzünsler

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Fast jeder Hobbygärtner hat einen Buchsbaum in seinem Garten und erfreut sich an dessen sattem Grün. Doch genau das wird immer häufiger durch einen Schädling zerstört, den Buchsbaumzünsler.

Woher kommt der Buchsbaumzünsler?

Der Zünsler ist ein kleiner Schmetterling aus Ostasien, der vermutlich über Pflanzenimporte vor mehr als zehn Jahren nach Mitteleuropa kam. Der Falter an sich ist nicht gefährlich für die Pflanzen; schädlich sind die Raupen, die aus den Eiern des Schmetterlings entstehen. Ab etwa zehn Grad Außentemperatur werden die Larven aktiv und fressen Blätter und Äste der Buchsbäume an. Und können die Pflanzen so völlig zerstören. Wegen ihrer grünen Farbe und den schwarzen Punkten sind die Schädlinge, die bis zu fünf Zentimeter lang werden können, auf den Blättern kaum zu erkennen.

Da der Buchsbaumzünsler ursprünglich aus Asien kommt, stellt sich die heimische Tierwelt nur langsam auf den Schädling ein. Natürliche Feinde hat das Insekt deshalb bisher nur wenige. Spatzen, Fledermäuse, Wespen und Hornissen vertilgen die Raupen allerdings.

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Ist mein Buchsbaum betroffen?

Angefressene trockene Blätter und Spinnfäden an der Pflanze sind ein deutlicher Hinweis, dass der Buchsbaumzünsler das Gewächs geschädigt hat. Auch Kotkrümel auf den Blättern sind ein Signal. Ob der eigene Buchsbaum befallen ist, sieht man oft erst spät. Denn die Raupen fressen sich von innen nach außen durch den Baum: Erst sind die Blätter dran, die gelblich-beige werden, dann die Äste. Alle Pflanzenteile oberhalb der geschädigten Stelle sterben ab. Hobbygärtner sollten ihre Pflanzen deshalb regelmäßig, etwa wöchentlich, auf die Schädlinge untersuchen und dabei auch die Blätter im Inneren der Pflanze überprüfen. Denn die Raupen vermehren sich bis zum Spätsommer schnell und die letzte Generation überwintert sogar in der Pflanze.

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Das hilft gegen den Schädling

Den Kreislauf zu durchbrechen, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Am besten ist es, die Schädlinge noch in ihrem Anfangsstadium zu bekämpfen, also im Frühjahr. Zu diesem Zeitpunkt sind die Larven allerdings durch gesponnenes Gewebe geschützt und leben versteckt in der Krone der Buchsbäume. Einzelne Tiere können später auch mit der Hand eingesammelt werden. Dabei aber unbedingt Handschuhe tragen, da der Buchsbaum giftige Stoffe enthält. Da die Raupen aber sehr schnell sind und sich dann häufig in die Baumkrone zurückziehen, kann das zu einer Geduldsprobe werden und bietet sich nur bei kleineren Büschen und Bäumen an. Es kann auch helfen, die Blätter der Pflanze prophylaktisch mit Algenkalk oder Urgesteinsmehl zu bestäuben.

Ist die Pflanze stark von den Schädlingen befallen, kann man versuchen, das Insekt durch einen kräftigen Wasserstrahl oder einen Laubbläser loszuwerden. Dabei eine Folie unter der Pflanze ausbreiten, um die „herausgefallenen“ Schädlinge schnell aufsammeln zu können. Auch biologische Schutzmittel mit den Wirkstoffen Bazillus thuringiensis oder Azadirachtin können die Schädlinge abtöten. Der Griff zu Chemikalien sollte nur das äußerste Mittel bleiben, um den Buchsbaumzünsler wieder loszuwerden.

Auch wenn der Buchsbaum von den Schädlingen stark befallen und angefressen wurde, muss er nicht zwangsläufig zerstört sein. Es kann helfen, die Pflanze großzügig zurückzuschneiden. Dafür eignen sich zwei Zeitpunkte besonders: Im April, um die Larven zu entfernen und im September, um die Nachkömmlinge zu entfernen, die sonst in der Pflanze überwintern würden. Wichtig: Das abgeschnittene Grünzeug nicht auf den Kompost geben, sondern in einer festen Tüte in den Restmüll. Der Buchsbaum kann sich wieder erholen – allerdings nur, wenn er nicht erneut von dem Zünsler heimgesucht wird.

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