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Wie mich ein Telefonbetrüger reinlegte

FFH-Reporterin erzählt - Wie mich ein Telefonbetrüger reinlegte

Man glaubt ja immer, man selbst fällt nicht auf sie rein: Telefonbetrüger! Doch selbst jemand, der im Beruf regelmäßig über Fälle von Trickbetrug berichtet, ist nicht sicher - wie unsere Reporterin Madleen Khazim feststellen musste.

Ja, ich gebe es zu! Ich habe einem Betrüger am Telefon mein Vodafone-Kennwort verraten! Einfach so. Ich war gerade auf der Arbeit, als mein Handy klingelte. Dran ist ein angeblicher Vodafone-Mitarbeiter, der mich mit der Aussicht auf ein neues Smartphone ködert. Man wolle überprüfen, ob mir eine Gutschrift oder ein neues Handy zustehe. Der Mann sprach akzentfreies Deutsch, im Hintergrund hörte man leise das Gemurmel von vielen anderen Stimmen. So, wie man es von Call-Center Anrufen halt kennt - das klang alles komplett echt! Und zeitlich hat es auch gepasst, mein Handy-Vertrag hätte kurz darauf verlängert werden sollen. Deswegen habe ich mir dabei erstmal nichts gedacht, als der Mann schließlich nach meinem Kennwort fragte, um den Auftrag zu bestätigen.

Wie mich ein Betrüger reinlegte

Madleen Khazim im Gespräch mit Johannes Scherer

Die Polizei sagt: Es ging um meine Daten

Erst hinterher im Gespräch mit Kollegen ist dann der Groschen gefallen und ich habe das Kennwort ändern lassen. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich schnell genug war! Denn die Polizei hat mir gesagt, dass es die Täter wahrscheinlich auf meine persönlichen Daten abgesehen haben, die im Vodafon-Kundenbereich hinterlegt sind. Damit könnten die Betrüger dann Bestellungen in meinem Namen durchführen oder versuchen Geld abzubuchen. Wie häufig diese Methode angewendet wird, konnte mir die Polizei nicht genau sagen. Denn solche Betrugsversuche werden nur selten zur Anzeige gebracht. Die Dunkelziffer dürfte darum sehr hoch sein.

Vodafone kann nicht viel tun

Auch mit Vodafone habe ich über diese Masche gesprochen, die sagen aber, dass sie weitgehend machtlos sind. Wenn so ein Betrug bekannt wird, versuchen sie die Nummer des Betrügers zu sperren, aber diese wechseln sie meistens schnell und sitzen im Ausland. Daher kommt man ihnen kaum auf die Schliche.

Darum lautet die einzige Abhilfe für alle, die den Verdacht haben, Opfer eines solchen Betruges geworden zu sein: Möglichst schnell das Kennwort ändern lassen. Und in Zukunft einen genauen Blick auf alle Abbuchungen im Konto halten. Denn möglicherweise werden die erbeuteten Daten erst Monate später genutzt.

Madleen Khazim

Reporter
Madleen Khazim

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