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Dieser Verein hat einen Pool aus Stroh

Abkühlung fürs Team - Dieser Verein hat einen Pool aus Stroh

Uns würde nicht überraschen, wenn sich diese Idee einige hessische Vereine in Zukunft abschauen. Einen selbstgebauten Pool aus Strohballen - mit bestem Blick auf das Spielfeld...

Eigentlich wollten die Sportler vom SV Großseelheim einfach nur ein kleines Planschbecken kaufen - "doch dann haben wir uns gedacht, vielleicht könnte man das Ganze ein bisschen größer aufziehen", lacht Marcel Orth, einer der Spieler des Vereins. Und größer wurde es dann tatsächlich: Inzwischen steht ein Riesen-Pool mit 1,30 Meter Wassertiefe neben dem Sportplatz - gebaut aus Strohballen und Siloplane.

Baden, Bier und Fußball

Darin kann man sich jetzt nach dem Training abkühlen oder an einem heißen Sommertag auch einfach mal so baden. Und da der Pool auf einem Hügel steht, hat man auch noch beste Sicht aufs Spielfeld. Wenn also am Wochenende die Mannschaft auf dem Rasen schwitzt, kommt es in Großseelheim inzwischen durchaus vor, dass die nicht aufgestellten Kameraden mit einem Kasten Bier gemütlich im kühlen Nass sitzen und ihr Team von dort aus anfeuern.

Abkühlung und bester Blick aufs Spielfeld: Der Pool des SV Großseelheim

Bis der Pool stand, musste aber erst einmal etwas Arbeit investiert werden. Zuerst haben die Spieler die Grundfläche gesäubert und mit einem Teppich und Sand ausgelegt, damit die Siloplane nicht kaputt geht. Dann wurde aus den Strohballen die Umrandung für den Pool gebaut und alles mit der Plane ausgelegt. Glücklicherweise ist der 1. Vorsitzende des Vereins, Ludwig Klingelhöfer, Landwirt und konnte so mit allen notwendigen Geräten und Materialien aushelfen. Nur eine Wasserpumpe musste angeschafft werden - und die hat der Verein aus seiner Kasse bezahlt.

Eiskaltes Wasser aus dem Brunnen

Mit Wasser direkt aus dem Brunnen wurde der Pool dann gefüllt. Und dessen Temperatur haben die Pool-Baumeister dann mal prompt unterschätzt: "Am ersten Tag haben wir gedacht - komm springen wir gleich rein. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so kalt ist!", erzählt Orth. Kein Wunder: Nur sechs bis acht Grad hat das Wasser aus der Erde. Keine angenehme Temperatur für lange Badezeiten. Aber inzwischen hat die Sonne ihren Dienst getan und den Pool auf angenehme 24 Grad aufgeheizt.

Für nächstes Jahr haben die Fußballer auch schon Pläne: Es soll wieder ein Pool gebaut werden - dieses Mal mit einer Rutsche!

Marc Adler

Reporter:
Marc Adler

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