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Neues Jahr, neue Gesetze: Das ändert sich in 2020

Neues Jahr, neue Gesetze - Das ändert sich in 2020

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Höhere Bußgelder, teurere Flugtickets, günstiger Bahnfahren: 2020 treten etliche gesetzliche Änderungen in Kraft. Lest hier, was ihr jetzt auf dem Schirm haben solltet, wo ihr Geld sparen könnt und wo es für euch teurer wird.

Teurere Flugtickets, günstigere Bahnfahrten

Ab dem 1. April steigt die Luftverkehrssteuer. Das hat zur Folge, dass 2020 auch die Flugpreise steigen werden. Durch die Erhöhung der Flugpreise und die Senkung der Bahn-Ticket-Preise soll die Zahl der Flugreisenden gesenkt werden. Das Ziel der Bundesregierung ist es, Treibhausemissionen von derzeit 866 Millionen auf 563 Millionen Tonnen jährlich zu senken. 

Welche Ausmaße haben die Preiserhöhungen?

Die Luftverkehrsteuer für Inlandflüge und europaweite Reisen bis 2.500 Kilometern wird im April 2020 von 7,50 Euro auf 13,03 Euro angehoben (73 Prozent Anstieg). Durch den Preisanstieg soll gewährleistet werden, dass Billig-Airlines ihre Flüge nicht zu Dumpingpreisen anbieten können. 

Bei Flügen von 2.500 bis 6.000 Kilometern wird der Preis von 23,43 auf 33,01 Euro angehoben (41 Prozent). Bei Langstreckenflügen wird der Preis von 42,18 Euro auf 59,43 Euro angehoben.

Wie viel günstiger wird Bahnfahren?

Eine schlechte Nachricht vorweg: Die Bahntickets werden nur im Fernverkehr günstiger. Im Nahverkehr werden die Bahntickets rund 1,7 Prozent teurer. Bei den ICE-Ticketpreisen wird die Mehrwertsteuer jedoch von 19 auf 7 Prozent gesenkt. 

Bonpflicht

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Zwei Brötchen beim Bäcker gekauft? Hier, bitteschön: Ihr Kassenbon! Ab dem 1.1.2020 müssen alle Geschäfte, Restaurants und Dienstleister, die eine elektronische Barkasse haben, Belege ausdrucken. Das soll gegen Steuerhinterziehung helfen. Aber umweltfreundlich ist der extrem erhöhte Verbrauch von Thermopapier nicht. Besonders kleinere Unternehmen ärgert die Bonpflicht schon jetzt. Welche Masse an Kassenbons in nur zwei Tagen in einer kleinen Bäckerei entsteht, seht ihr auf dem Bild oben. 

Höhere Bußgelder

Verkehrssünder aufgepasst: Regelverstöße im Verkehr werden ab 2020 um einiges teurer. Besonders Falschparker und Rettungsgassen-Verweigerer müssen tiefer ins Portemonnaie greifen. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat dieses Vorhaben schon länger geplant. Nun wurde die "StVO Novelle" von der Bundesregierung beschlossen. Welche Änderungen es gibt und wie teuer das für euch werden kann, seht ihr in der Galerie.

Steigender Mindestlohn

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Der gesetzliche Mindestlohn steigt 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Wie bisher gilt das nicht für Jugendliche unter 18 Jahren, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, Auszubildende, Praktikanten  oder ehrenamtlich Tätige. Der Mindestlohn für Azubis wird erhöht auf monatlich 515 Euro im ersten Lehrjahr, 615 Euro im zweiten Lehrjahr und 715 Euro monatlich im dritten Lehrjahr. 

116117 - schneller zum Arzt

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Egal ob mitten in der Nacht, am Wochenende oder am Feiertag: Der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung ist rund um die Uhr unter der 116117 zu erreichen. Ihr ruft dort an, wenn es euch erwischt hat und ihr jetzt eigentlich zum Arzt gehen würdet, aber nicht bis zum nächsten Tag warten könnt. Medizinisch geschultes Fachpersonal hilft euch am Telefon weiter und vermittelt zu Ärzten im Bereitschaftsdienst, wenn nötig kommt sogar ein Arzt zu euch nach Hause. Wichtig: Wenn es um akute oder lebensbedrohliche Fälle geht, immer die 112 wählen!

Höherer Kinderfreibetrag

Ab dem 1. Januar 2020 wird der Kinderfreibetrag von 4.980 Euro auf 5.172  angehoben. Der Betreuungsfreibetrag von 2.640 Euro bleibt gleich. Der Gesamtfreibetrag liegt dann also bei 7.812 Euro statt 7.620 Euro. Bei getrennten Ehepartnern wird pro Elternteil der halbe Betrag angerechnet.

Da man sich entweder für das Kindergeld oder für den Freibetrag entscheiden muss, solltet ihr mit eurem Steuerberater abklären, ob sich der Kinderfreibetrag für euch lohnt. Prinzipiell gilt: Einen steuerlichen Vorteil habt ihr erst ab einem gemeinsamen Einkommen von 60.000 Euro im Jahr. Darunter sollte man lieber weiterhin das Kindergeld beziehen.

Masern-Impfpflicht

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Ab dem 1. März 2020 gilt in Kindergärten, Kitas und Horts: Entweder das Kind ist gegen Masern geimpft, oder es "kommt hier net rein". Die Masern-Impfpflicht tritt in Kraft und betrifft dann auch Erzieher/innen, Tagesmütter sowie medizinisches Pflegepersonal und Lehrer unter 50 Jahren. Wer sich der Impfpflicht widersetzt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro rechnen. Der Grund für dieses saftige Bußgeld ist auch damit begründet, dass Masern zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten gehören und im Verlauf schlimmstenfalls zu einer tödlich verlaufenden Gehirnentzündung führen kann. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung muss nach dem Impfen nicht nach einigen Jahren erneuert werden. 

Günstigere Damen-Hygieneprodukte

Hundekekse werden mit 7 Prozent Mehrwertsteuer belegt, Mineralwasser aber mit 19 Prozent. Kuhmilch mit 7 Prozent und pflanzliche Milch mit 19 Prozent. Kaufe ich meinen Burger beim Fast Food-Laden meines Vertrauens im Lokal, kostet das 19 Prozent Mehrwertsteuer, fahre ich durch den Drive-in, dann nur 7 Prozent. Am Preis des Produkts merke ich das als Kunde allerdings in dem Falle nicht. Zugegeben: Wir bewegen uns in Deutschland in einem ziemlichen Mehrwertsteuer-Dschungel. Immer wieder gibt's Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Irgendwie. Eine erfreuliche Neuerung gibt's ab 2020: Die Mehrwertsteuer für Damen-Hygieneprodukte - also Tampons, Binden und Co. - wird von 19 Prozent Mehrwertsteuer auf 7 Prozent gesenkt. Dadurch werden die Preise für diese Proukte fallen. 

Diesel-Fahrverbote werden ausgeweitet

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In Darmstadt gibt es seit Juni 2019 ein Diesel-Fahrverbot für die Abgasnormen Euro 1-5. Dies betrifft einen Abschnitt der Hügelstraße am City-Tunnel und einen längeren Abschnitt der Heinrichstraße.

Nun soll in Franfurt ein Fahrverbot eingeführt werden. Die genaue Umsetzung ist jedoch noch nicht bekannt. Frankfurt hat noch die Gelegenheit bis Dezember 2020 einen überzeugenden Luftreinhalteplan zu erstellen, der zu geringeren Stickstoffdioxidemissionen führen soll. Falls dies nicht gelingt, werden dann wahrscheinlich 2021 Fahrverbote geltend gemacht.

Ab dem 1. Januar 2020 werden die Fahrverbote in Stuttgart ausgeweitet. Somit sollen ebenfalls Autos mit der Abgasnorm Euro 5 eingeführt werden. In Berlin gibt es die ersten Verbote seit dem 25. November. Weitere Fahrverbotet sollen 2020 durchgesetzt werden. 

Höhere Renten

Eine gute Nachricht für Rentner: Ab dem 1. Juli wird eine Erhöhung der Renten um rund 3,15 Prozent erwartet. Bei einer monatlichen Rente von zum Beispiel 1.000 Euro wird es dann nochmal 31,50 Euro oben drauf geben. Eine genaue Berechnung gibt es aber noch nicht.

Einen Nachteil hat das Ganze aber. Durch die Rentensteigerung werden mehr Rentner zur Steuererklärung verpflichtet. Bisher sind es fünf Millionen, weil ihr Jahreseinkommen über 9.000 Euro liegt. Die Belastung ist abhängig vom Rentenalter und wird sicherlich nur gering ausfallen.

Ares Abasi

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Ares Abasi

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