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Neu im Kino: Drei Engel für Charlie

Neu im Kino - Drei Engel für Charlie

Schon Mitte der 70er haben die Engel als Fernsehserie Finsterlinge aufgemischt. Anfang der 2000er durften sie zweimal im Kino zuschlagen. Jetzt geht’s mit neuen Engeln in eine neue Runde. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Ordentliche Action. Trotzdem öde.

10 Euro kostet unser Kinoticket, fünf ist es wert.

Der Titel stimmt nicht mehr. Statt nur drei Engeln scheucht der geheimnisvolle Charlie nun weltweit Dutzende Kampfgirls dahin, wo’s brennt. Frontrunner sind Ex-„Twilight“-Star Kristen Stewart und die eher unbekannten Naomi Scott und Ella Balinska, alle anderen sind Komparserie.

Die Hamburger Elbphilharmonie hält im Film als Konzernsitz her. Ein Elon-Musk-ähnlicher Typ lässt hier eine revolutionäre Energiequelle in handlichen Designerwürfeln produzieren. Die ist aber in den falschen Händen eine tödliche Waffe. Okay, auf den Murks müssen wir uns einlassen, sonst funktioniert die ganze Nummer nicht. Die drei Engel müssen multipel kostümiert ran, um das Schlimmste zu verhindern. Auch in Berlin und Istanbul dürfen sie sich austoben.

Wenn die sexy Amazonen richtig loslegen, sieht das ziemlich gut aus. Die Action ist sauber und solide choreografiert. Aber das kaschiert nicht die Schwächen der grob zusammengekloppten und seltsam unausbalancierten Story. Kaum haben wir uns von Kristen Stewarts flammenden Vortrag über starke Frauen erholt, während dem sie ein Chauvi-Schwein fast mit dem Vorhang stranguliert. Schon müssen wir ein zehnminütiges Ablenkungsmanöver mit den Engeln in identischer Aufmachung durchstehen, das schon nach zwei Minuten auserzählt ist. Und die zarte Liebesgeschichte eines Engels mit einem Labortechniker zieht sich zwar durch, führt aber zu nix.  

Neben den – huch! – Überraschungen mit „Guter ist böse, Böser ist doch gut“, kommt die Action oft mit Ansage. Klar, dass sich ein Engel beim Pferderennen einen Gaul schnappt. Genauso klar, dass im Steinbruch jemand in der Felsenmühle endet.

Ja, ein paar Sprüche zünden in diesen zwei Filmstunden. Aber meist können wir getrost die Ohren zuklappen, wenn geredet wird.  So macht das alles keinen Spaß.

Drei Engel für Charlie - der Trailer

© Sony Pictures
Volker Willner

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Volker Willner

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