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Winterschwimm-WM: Wettschwimmen bei 6 Grad

Hessin bei Winterschwimm-WM - Wettschwimmen bei 6 Grad

Zehn Minuten in 6 Grad kaltem Wasser, taube Füße und Hände, fünfzehn Minuten Zittern danach: Was für viele wie eine besonders fiese Art der Folter klingt findet Anke Rubien aus Mörfelden-Walldorf einfach "herrlich". Die Südhessin tritt in Slowenien bei der Weltmeisterschaft im Winterschwimmen an und hat den vierten Platz über 450 Meter belegt.

Nur mit Badeanzug und Badekappe bekleidet steigen die Athleten im slowenischen Bled ins eiskalte Wasser. Neoprenanzug, Hand- und Badeschuhe sind nicht erlaubt, wenn es vor der grandiosen Alpenkulisse über Strecken zwischen 25 und 1000 Meter geht.

"Hände und Füße sind gleich zuerst weg"

Die Rennen sind eine echte Extrembelastung für den Körper. Gleich zu Anfang beginnen die Hände und Füße zu schmerzen, erklärt Rubien. Nach längeren Strecken sind die Füße sogar so taub, dass die Sportler einen Assistenten brauchen, der ihnen aus dem Wasser hilft und sie stützt, da sie alleine nicht mehr richtig laufen können. Draußen angekommen setzt dann das Zittern ein: "Dieses Mal hat es recht spät angefangen. Ich habe erst zehn Minuten danach gezittert und dann ungefähr zehn Minuten lang", sagt sie nach ihrem Rennen über 450 Meter.

Schwimmen bei 6 Grad - wie fühlt sich das an?

Winterschwimmerin Anke Rubien nach ihrem Rennen

Das Tolle am Eisschwimmen? Die Überwindung.

Für Anke Rubien ist es vor Allem die Überwindung des inneren Schweinehundes, die den Reiz des Winterschwimmens für die ausmacht: "Das ist einfach cool! Das gibt eine mentale Stärke." 

Wenn Rubien nicht gerade bei der Weltmeisterschaft in Slowenien ist, dann schwimmt sie in ihrem "Heimatsee" in Walldorf und führt dort auch den ein oder anderen Neuling an die ausgefallene Sportart heran: "Ein Neuling hat es letztens auf den Punkt gebracht. Er ist erst Anfänger und war eine Minute drin und sagte dann: Als ich da raus kam, war ich glücklich!"

6 Grad Wassertemperatur - das ist zu warm!

Für Rubien war das slowenische Wasser in diesem Jahr übrigens ein bisschen warm. Hätte die Temperatur unter 5 Grad gelegen, wäre es ein Eisschwimmen gewesen - mit 6 Grad zählt es leider nur als Winterschwimmen, erklärt sie, und klingt dabei fast ein bisschen enttäuscht.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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