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"Knärzje": Ein Bier aus Brot

"Knärzje" - Ein Bier aus Brot

Ein Bier hergestellt aus Brot? Das geht tatsächlich und verhindert auch noch überflüssigen Müll

 „Knärzje“, also der hessische Begriff für Ende eines Brotleibs – viel passender hätte man ein Bier aus Hessen, das aus überschüssigem Brot hergestellt wird, wohl nicht benennen können.

Kopf dahinter ist Daniel Anthes, der sich schon seit einigen Jahren mit seinem eigenen Verein „ShoutOutLoud“ gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. Nachdem er auf einer London-Reise die englische Version des „Brot-Bieres“ probierte, fragte er sich, warum es sowas nicht auch in Deutschland gibt. Denn jährlich wandern rund zwei Millionen Tonnen Backwaren in den Müll und das, obwohl sie noch genießbar sind. Zwar werden viele Backwaren an gemeinnützige Organisationen, wie „die Tafel“ abgegeben, allerdings bleiben trotzdem noch viele Brote, Brötchen und Co. abends liegen.

Woher kam die Idee

Als Daniel nach seiner Reise wieder in Deutschland zurückgekehrt ist, setzte er sich mit seinem besten Freund und Co-Gründer Ralf Wagner zusammen. Und schon bald fanden sie die ersten neugierigen Interessenten, die diese Idee unterstützen wollten. Die Mikrobrauereien BrauStil und Brewids waren überzeugt und die ersten Brauversuche konnten beginnen. Die überschüssigen Brote bekamen Daniel und Ralf von „Zeit fürs Brot“, eine lokale Bio-Bäckerei gestellt. Wenige Tests später konnten die ersten Biere getestet werden und die Feedbacks waren positiv.

Aus der Idee wird was Festes

Gemeinsam mit einem Braumeister von Brewids entwarfen die beiden Gründer das „Knärzje Helles“ und das „Knärzje Pils“. Die aussortierten Backwaren bekommen sie mittlerweile von der Bio-Bäckerei Kaiser aus der Frankfurter Region.

Aber warum Brot?

Brot eignet sich prima zum Brauen von Bier. Denn im Grunde bestehen Bier und Brot aus den gleichen Grundzutaten. Oder zumindest fast. Zu Bier gehört nur noch Hopfen und Malz. Letzteres kann zu einer bestimmten Menge allerdings durch Brot ausgetauscht werden. Dafür wird ein Drittel des benötigten Malzes durch altes Brot ersetzt. Das Brot muss vorher nur getrocknet und zerkleinert werden. Danach wird es beim Einmischen einfach nur noch in den Braukessel reingeworfen.

Wer „Knärzje“ jetzt auch probieren möchte, kann das Bier in einzelnen Läden in Frankfurt, u.a. bei „Wein im Hof“, „Die Bierothek“, „Die Auffüllerei“ und im „Wein  & Whiskyshop Maintal“ kaufen. Aktuell kostet das Bier zwischen 3,50 Euro und 4 Euro pro 0,33L. Ein Online-Vertrieb ist geplant, gibt es aber bisher noch nicht.

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