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Hessen hält zusammen: Tipps für euer Homeoffice

Hessen hält zusammen - Experten-Tipps für euer Homeoffice

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Am Wohnzimmertisch Mails verschicken oder im Pyjama an einer Konferenz teilnehmen? Wir haben Tipps für euch, wie ihr das Arbeiten im Homeoffice noch besser machen könnt. Diplom-Psychologin und Job-Coach Susanne Beckmann verrät, was gut funktioniert und was nicht so. 

Wegen der Corona-Krise arbeiten immer mehr Menschen von daheim, manche Unternehmen verlagern ihre Arbeit komplett ins Homecoffice, um ihre Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. 

Wir haben Tipps gesammelt, wie ihr das Arbeiten im Homeoffice optimieren könnt.

Der perfekte Arbeitsplatz im Homeoffice

Diplom-Psychologin Susanne Beckmann sagt: "Jeder muss selbst herausfinden, welcher Ort in der Wohnung für ihn am besten passt. Es gibt etliche Möglichkeiten, sein Homeoffice zu gestalten." Euer Rücken wird es euch danken, wenn ihr anstatt auf der Couch zu liegen, auf einem Stuhl am Tisch sitzt. Auch bunte Sitzbälle sind eine gute Lösung, um nicht in einer Haltung zu verharren. Eine Wasserflasche gut sichtbar auf dem Schreibtisch platziert, erinnert euch daran, auch ausreichend zu trinken.

Übrigens ist es kein Gesetz, dass ein Arbeitsplatz gefunden werden muss, der dann bestehen bleibt. Jeder Mensch ist anders, deshalb gibt es auch einige, die jeden Tag einen ständigen Arbeitsplatz in der Wohnung haben möchten und andere, die täglich wechseln. Mal draußen in der Sonne sitzen, mal im Wohnzimmer arbeiten, mal im Arbeitszimmer und dann in der Küche. Auch das sei völlig okay, sagt Susanne Beckmann. 

Computer seitlich zum Fenster aufstellen

Vorteilhaft ist es, wenn ihr den Computer nicht direkt vor einem Fenster aufstellt. Durch den Unterschied von Tageslicht und Displaylicht werden eure Augen so nämlich schneller müde. Sitzt ihr mit dem Rücken zum Fenster, kann der Bildschirm spiegeln. Am besten ist: Setzt euch, wenn möglich, seitlich zum Fenster. Auch eine Jalousie kann bei viel Sonne helfen.

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Wie kommuniziere ich am einfachsten mit meinen Kollegen?

Klar, im Homeoffice solltet ihr euer Smartphone oder Telefon griffbereit haben. Praktisch sind auch Chatgruppen, beispielsweise bei WhatsApp. So könnt ihr euch schnell abstimmen, wer welche Aufgabe von daheim übernimmt.

Zusätzlich gibt es auch einige Tools, die extrem praktisch sein können, zum Beispiel Slack (Chat-Kommunikation), Zoom (Videokonferenz) oder Google Drive (zum gemeinsamen Arbeiten an Dateien). Morgens "Hallo" und am Feierabend "Tschüss" zu sagen, sollte auch weiter zur Routine gehören. Auch das gemeinsame Feierabend-Bier kann per Videochat trotzdem Spaß machen.

Wie können Meetings effektiver werden?

Auch hier sind klare Regeln und Strukturen wichtig. Die Teilnehmerzahl sollte nicht zu hoch sein, sonst wird euer Meeting am Telefon oder per Videochat schnell unübersichtlich. Schickt die Inhalte schon vorher per Mail herum und legt einen klaren Zeitrahmen fest. Videokonferenzen sind zudem meistens praktischer als Telefonate, bei denen man die Stimmen schwer auseinanderhalten kann.

Im Homeoffice ohne Hose? 

Der Klassiker: Jeder, der im Homeoffice arbeitet, musste mit Sicherheit bei Video-Konferenzen mit Kollegen schon mal den Satz hören "Na, haste 'ne Hose an?". Wahrscheinlich gibt's sogar Menschen, die tatsächlich keine Hose tragen. Verlockend ist es ja auch, sich nach dem Aufstehen einfach im Schlafanzug an den Rechner zu setzen oder den ganzen Tag in der Jogginghose zu verbringen. Und das wäre sogar okay.

Unsere Expertin Susanne Beckmann sagt: "Es gibt keine mir bekannten Studien, die beweisen, dass man produktiver ist, wenn man in Business-Kleidung im Homeoffice arbeitet." Sie rät deshalb: Einfach so kleiden, wie es einem gut tut und ausprobieren. Wer sich mit Kleidung wohler fühlt, die er im Job auch tragen würde, kann die auch im Homeoffice tragen. 

Wie bleibe ich produktiv?

Um Ablenkung zu vermeiden, kann es helfen, sich den Tag gleich morgens zu strukturieren. Also, einen Zeitplan aufstellen und genau festzulegen, wann gearbeitet, wann Pause gemacht und wann zum Beispiel die Wäsche gewaschen wird. Am besten besprecht ihr den Plan auch gleich mit eurer Familie oder euren Mitbewohnern, damit ihr gegenseitige Rücksicht nehmen könnt. Wer komplett in Ruhe arbeiten möchte, kann auch Kopfhörer ausprobieren.

Auch euren Kindern hilft, ein strukturierter Tagesablauf, wenn sie daheim sind. Ihr könnt zum Beispiel einen Ersatz-Stundenplan erstellen.

Wie ihr euch euer Arbeitspensum einteilt, ist euch überlassen. Unsere Expertin Susanne Beckman empfiehlt, die Aufgaben jeden Morgen nach Priorität zu ordnen. Was wichtig ist, wird sofort gemacht. Was eher unwichtig ist, kann warten. So verliert ihr nicht den Überblick über eure ToDos. Ihr könnt natürlich auch erst die unangenehmen Dinge zu erledigen und den Rest später.

Pausen und Bewegung

Auch wenn ihr von daheim arbeitet, solltet ihr nicht den ganzen Tag an eurem Computer sitzen. Gesundheitsexperten raten dazu, spätestens alle 90 Minuten die Arbeit zu unterbrechen und sich zu bewegen. Auch dazwischen könnt ihr viel tun: Steht zwischendurch auf, ändert eure Sitzposition, lauft durch eure Wohnung oder arbeitet auch mal im Stehen, zum Beispiel, wenn ihr telefoniert. Wenn ihr längere Pausen macht, gebt am besten auch kurz euren Kollegen Bescheid. Dann weiß jeder, wer gerade am Arbeitsplatz ist und wer nicht.

Diplom-Psychologin und Job-Coach Susanne Beckmann empfiehlt im FFH-Interview: "Auch im Homeoffice kann man soziale Kontakte in den Pausen haben. Zum Beispiel, indem man sich mit Kollegen per Video-Chat zu einer Tasse Kaffee verabredet, oder die Nachbarn am Gartenzaun oder von Balkon zu Balkon zu einer bestimmten Uhrzeit auf eine Tasse Tee trifft."

Darf ich im Homeoffice auf Facebook chatten?

Klar, könnt ihr auch während der Arbeitszeit daheim in den sozialen Netzwerken aktiv sein. Am besten aber nur in Maßen. Denn Social Media kann euch schnell ablenken und euch die Zeit vergessen lassen.

Händewaschen nicht vergessen

Wer daheim arbeitet, spart sich den Arbeitsweg und verringert schon mal das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Auch zuhause solltet ihr euch aber regelmäßig gründlich die Hände waschen, ausreichend lüften und auch die technischen Geräte hin und wieder reinigen.

Diplom-Psychologin Susanne Beckman gibt Tipps fürs Homeoffice

Nicole Seliger

Autorin
Nicole Seliger

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